Kooperation der Genossenschaften und Gründungsinitiativen

In der Kooperation der Genossenschaften und Gründungsinitiativen erfolgt ein Austausch zur Entwicklung von Angeboten für ein Kooperationsmanagement und Dienstleistungen für die Genossenschaftsmitglieder (Verwaltung, Marketing, Projektentwicklung, Fortbildungen etc.), über Erfahrungen und Erfolgsbedingungen. Ziele sind die Stärkung der lokalen Ökonomie, die Sicherung bestehender und Schaffung neuer Arbeits- und später auch Ausbildungsplätze sowie Erhalt und Entwicklung sozialer, kultureller und der Klein- und Kleinstwirtschaft förderlicher Infrastrukturen. Begonnen werden soll mit der Kooperation der folgenden Teilprojekte:

· Genossenschaft im RAW-Tempel

· Stadtteilgenossenschaft Schöneberg

· berlin-trans-fair ­ Genossenschaft zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit eG

· Schüler- und Jugendgenossenschaft(en) Prenzlauer Berg

· Stadtteilgenossenschaft Wedding für wohnortnahe Dienstleistungen eG

Räume für Eigenarbeit in jedem Berliner Bezirk (LEITPROJEKT):

In jedem Berliner Bezirk entsteht ein "Haus und Garten der Eigenarbeit". Hierfür existieren gut funktionierende Vorbilder, zu denen Kooperationskontakte bestehen ("ANstiftung", insbesondere München).

Diese Häuser bieten den Anwohner/innen unter Betreuung erfahrener (arbeitsloser bzw. verrenteter) Facharbeiter/innen die Möglichkeit, in ihrer Freizeit handwerkliche Fähigkeiten durch das Erstellen eigener Produkte weiterzuentwickeln. Dadurch entstehen neue, durchaus für die Erwerbsfähigkeit relevante Qualifikationen und Kompetenzen, ein höheres Selbstbewusstsein, neue soziale Kontaktnetze (Treffpunkt im Haus) und Produkte für den eigenen Bedarf. Durch fachgerechte Betreuung, Material- und Gerätebereitstellung wird das Wissen über umweltverträgliche Produktionsweisen und den pfleglichen Umgang mit den Produkten erhöht.

Beispielhafte Experimentierprojekte für nachhaltiges Arbeiten in der Region:

Center für Recycling und Wiederaufbereitung von Elektro- und Elektronikschrott Projekt zur ökologischen relevanten Zerlegung, Verwertung und Entsorgung sowie Aufarbeitung von Elektronikschrott mit dem Ziel des Produkt- und Material-Recyclings sowie der Schaffung von langfristigen Arbeitsplätzen.

Im Bereich der Aufarbeitung von Komponenten zur Wiederverwendung erfolgt eine Prüfung auf Funktion der einzelnen Baugruppen sowie deren Zusammenstellung zu „neuen" Funktionseinheiten. Je nach Bedarf an Menge und Verwendung werden diese wieder funktionsfähigen Komponenten Einrichtungen und Personen zur Verfügung gestellt (wie z. B. Bildungseinrichtungen, soziale Einrichtungen, internationale Projekte). Eine weitere Chance ergibt sich durch Erschließung von Märkten im Ausland, vor allem in Osteuropa, wo eine große Nachfrage nach gebrauchten Produkten vorliegt.

Die Gestaltung der Arbeitsplätze und der Anforderungsprofile soll so erfolgen, dass vor allem auch Menschen mit physischen Einschränkungen diese Arbeitsplätze besetzen können und eine anspruchsvolle, abwechslungsreiche Tätigkeit im Rahmen eines Mischarbeitskonzepts erhalten.

Neue Arbeitsplätze in Berlin und Brandenburg durch Vermarktung regionaler Produkte

Im Landschaftsraum des Regionalparks Barnimer Feldmark existieren diverse Erzeuger landwirtschaftlicher, u. a. auch ökologischer Produkte, jedoch erweisen sich Verarbeitung, Veredlung und Vermarktung als problematisch. Die Erzeuger sind mit der Organisation der Vermarktung (bisher nur über Hofläden) und der PR für ihre Produkte häufig überfordert. Bislang aber müssen die Bundesländer Berlin und Brandenburg an den Ländergrenzen mit ihrer Förderung halt machen müssen. Dieser Sachverhalt erschwert Aktivitäten für eine nachhaltige Regionalentwicklung.

Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S. 76

Zielstellung des Projektes ist es, regionale Wirtschaftskreisläufe im Regionalpark „Barnimer Feldmark" zu initiieren bzw. zu unterstützen und somit zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Kontext zukunftsfähiger Regionalentwicklung sowie zur Reduzierung von Umweltbelastungen beizutragen.

Gleichzeitig wird damit den Bedürfnissen nach gesunder Ernährung im Zusammenhang mit der in Diskussion befindlichen Neuorientierung der Landwirtschaft entsprochen, aber auch zur Fusion Berlin/Brandenburg kann beigetragen werden. Synergieeffekte sind u.a. in den Bereichen Tourismus, ökologischer Landbau, Ausbildung, EU-Osterweiterung usw. zu erwarten.

Die Etablierung einer Vermarktungs-Genossenschaft soll die aktuelle Diskussion um Gründungen derartiger Organisationsstrukturen befördern und beispielhaft für neue Organisationsformen zur Schaffung von Arbeitsplätzen sein. Die bestehende länderübergreifende Entwicklungspartnerschaft „Regionalpark Barnimer Feldmark" kann auf vielfältige Aktivitäten und Kooperationsbeziehungen verweisen.

Entwicklungsagenturen für soziale Unternehmen und Stadtteilökonomie

Als Vorbild für dieses Projekt könnte das im Rahmen des ESF Artikel 6 geförderte Modellprojekt „Berliner Entwicklungsagentur / BEST" dienen.

Forschungs- und Bildungsprojekte zur Etablierung und Qualifizierung einer effektiven Infrastruktur für nachhaltiges Arbeiten in der Region:

Bürgerschaftliches Engagement und Arbeit am Beispiel der Agenda 21 (LEITPROJEKT)

Dieses Projekt hat auf der einen Seite zum Ziel, das Konzept der Mischarbeit am Beispiel der Mitarbeit von Bürgern in den Agenda-Fachforen zu konkretisieren, denn diese Mitarbeit ist eine Form der Mischarbeit ­ und eine Arbeitsform, ohne die der Agendaprozess nicht möglich wäre. Jede/r Engagierte ist gleichzeitig in anderen Arbeiten tätig, und im Agendaprozess arbeiten Teilnehmer in unterschiedlichen Arbeitsrollen zusammen (als Senatsangestellte, als wissenschaftliche Experten, als Delegierte von NROs und als engagierte Bürger). Zum anderen gibt es erhebliche Unzufriedenheit mit der Handhabung des Engagements, seiner Anerkennung und Honorierung, was zu einer Unternutzung des Engagementpotenzials in Berlin führt. Das Projekt beinhaltet daher drei Schritte: Erstens eine Bestandsaufnahme des Wissens über die Ausgestaltung von Ehrenamt in Nachhaltigkeitsprozessen, von hemmenden und fördernden Faktoren; zweitens die Erhebung von Interessen, Erfahrungen und Lernprozessen der Beteiligten im Berliner Agendaprozess; drittens die Ausarbeitung von Empfehlungen zur besseren Förderung und Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements.

Qualitätsmanagement und Controlling-Verfahren für bürgerschaftliche Einrichtungen

Im Rahmen eines praxisorientierten Projektes sollen Verfahren für die Sicherung von Dienstleistungsqualität und Kontrollmöglichkeiten für die Leistungen aus Bürgerarbeit entwickelt werden. Weiterhin sollen Bewertungsmöglichkeiten, die für unterschiedliche Anerkennungsinstrumente für bürgerschaftliche Leistungen verwendet werden können, evaluiert, neue entwickelt und Chancen und Wege für deren Etablierung erarbeitet werden. Dies wäre als praxisnahes Forschungsprojekt umzusetzen.

Aufbau einer Subsistenz-Akademie (Arbeitstitel)

Die avisierte Bildungseinrichtung mit dem Arbeitstitel Subsistenzakademie soll spezifische Qualifikationen, die für Bürgerarbeit-/gemeinschaftsorientierte Subsistenzarbeit von besonderer Bedeutung sind, vermitteln, verbessern und trainieren. So sollen neben Trainingsseminaren, die mit einem Zertifikat abgeschlossen werden, auch eigene Lehrgänge und Kurzausbildungen angeboten werden, so z. B. zum Ehrenamtskoordinator, zur Managerin von bürgerschaftlichen Einrichtungen, zum Akquisiteur von Fördermitteln, zur Netzwerkerin u.ä.. Gleichzeitig wird es Aufgabe der Akademie sein, die öffentliche und auch sektorübergreifende Anerkennung der vermittelten Qualifikationen zu fördern und zu stärken. Sie soll zu einem zertifizierten Abschluss ausbilden.

Die notwendigen Qualifikationen, die durch die Verbindung von öffentlicher Subsistenz- und Erwerbsarbeit in bürgerschaftlichen Einrichtungen besonders gefordert sind, lassen sich über verschiedene umfassende quantitative und qualitative Untersuchungen in bundesdeutschen Städten der letzten vier Jahre differenziert ableiten.

Es wird aber auch ein wichtiger Teil der Projektentwicklung sein, die unterschiedlichen Notwendigkeiten und Vorstellungen von adäquaten Qualifizierungsmaßnahmen und -zielen im Rahmen der Subsistenzakademie zu sammeln, zu sichten, zu bewerten und abschließend zu einer Reihe von Qualifikationen und Trainingsprogrammen zu bündeln. Ergänzend braucht es den Aufbau von Kooperationen und Synergien mit bestehenden Bildungseinrichtungen, möglicherweise auch in Form von Referent/innentausch oder gemeinsamen Abschlussmöglichkeiten bzw. im Sinne technischer und räumlicher Kooperationen.

Mit dem Aufbau einer Subsistenzakademie ist die Etablierung einer Institution im öffentlichen Raum avisiert, die auf hohem Niveau Qualifikationen für unterschiedlichste Dienstleistungen im Bereich der Bürgerarbeit vermittelt, verbessert und trainiert.