Qualifikationsangebote für Erzieherinnen und Lehrerinnen zur Förderung der Sprachbildung

Erweiterung der Qualifikationsangebote für Erzieherinnen und Lehrerinnen zur Förderung der Sprachbildung:

· Ausweitung der finanziellen Anreize und Schaffung von Aufstiegschancen für den Beruf der Erzieherinnen und Erzieher, so dass vor allem Männer diesen Berufsweg einschlagen

· Ausweitung von Fortbildungsangeboten für alle in der Bildung Beschäftigten zur Messung der Effektivität und zur Erhöhung der Zufriedenheit

· Entwicklung von neuen Formen höherer Anerkennung für Lehrer/innen und Schüler/innen, die konstruktive Projektarbeit leisten und bürgerschaftliches Engagement zeigen Indikatoren

Auf der strukturellen schulpolitischen Ebene:

· Gruppengröße in Kindertagesstätten

· Prozentsatz der Lehrenden in der Vor- und Grundschule mit einer Qualifikation für Sprachbildung

· Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss

· Anteil der Schulabgänger mit Abitur

· Anteil der Männer im vorschulischen Elementarbereich und im Grundschulbereich

· Anteil der Frauen in Führungspositionen in allen Bereichen der Bildung, vor allem in Leitungsfunktionen von Jugendhilfeeinrichtungen, Senatsverwaltungen, Schulen und Universitäten

· Anteil der fachübergreifenden langfristigen Projekte zur Nachhaltigkeit an Kitas, Schulen und Universitäten

· Verankerung der Bildung für Nachhaltigkeit in der Lehrer/innenausbildung an der Universität und in den schulpraktischen Seminaren

· Anzahl der Kooperationen von Schulen mit Externen im Rahmen von Nachhaltigkeitsprojekten

· Anzahl der Integrationskinder in allen Bildungseinrichtungen

Auf der Schulebene:

· Anzahl der Schulprogramme, die Nachhaltigkeitsprojekte und ­themen enthalten

· Anzahl der Partizipationsprojekte und ­methoden im schulischen Alltag

· Anzahl der unterrichtlichen Projekt- und Unterrichtsangebote von fachübergreifenden Nachhaltigkeitsthemen zu sozialen, globalen, ökologischen und ökonomischen Fragen Vorschläge für die nächsten Schritte auf der politischen Ebene:

Auf den Senatsebenen von Wissenschaft, Bildung, Schule und Jugend:

· Integration der Nachhaltigkeitsthematiken und -methoden in die Lehrer/innenausbildung, in die Erzieher/innenausbildung, in Rahmenpläne und Schulprogramme, vor allem in den Sekundarstufen I und II sowie in der beruflichen Bildung bis 2006

· Einrichtung von Informations- und Beratungsstellen zum Aufbau, zur Durchführung und zur Qualitätssicherung von Nachhaltigkeitsprojekten in Kitas, Schulen und Universitäten

· Freistellung und Fortbildung von Multiplikatoren und Koordinatoren für die Förderung und Umsetzung nachhaltiger Programme und Projekte in allen Bildungseinrichtungen, vor allem auch im beruflichen Bereich

· Einrichtung neuer Sprachförderungsangebote in allen Bildungseinrichtungen, z. B. auch für Familienangehörige, kostenfreie Angebote an alle, die sprachlich gefördert werden wollen, auch mit Hilfe von Partnerschaften mit Senioren, mit älteren Schüler/innen usw.

Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S. 85

· Schaffung von neuen Integrationsangeboten von Kindern, Schüler/innen mit Beeinträchtigungen und besonderem Förderungsbedarf in allen Bildungseinrichtungen und Fortbildungsmöglichkeiten für Erzieher/innen zu Facherzieher/innen für die Integration behinderter Kinder

· Herstellung von Handreichungen zur Mobilitätserziehung für die Sek. I und II

Zur Umsetzung dieser Maßnahmen wurden und werden in Berlin bereits Projekte realisiert. Diese sollten in jedem Fall fortgeführt sowie qualitativ und in ihrer Reichweite ausgebaut werden. Leitprojekte mit besonderer Hebelwirkung sollen als konzertierte Aktionen von Agendaforum, Vereinen, Verbänden und Institutionen gemeinsam mit den Berliner Verwaltungen realisiert werden.

Leitprojekte Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

In dem bundesdeutschen Modellversuch arbeiteten ca. 200 Schulen von 1999 bis 2004. In 20 Berliner Programmschulen wurden 34 Beiträge zur Schulentwicklung, zu neuen Unterrichtsinhalten und Unterrichtsmethoden umgesetzt.. Grundlage dazu waren die Inhalte der Agenda 21., Es wurden Innovationen zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung entwickelt. Alle Materialien sind für andere Schulen zugängig und können von ihnen weiter angewendet, erweitert, verändert werden. Sie können einen Baustein für das Schulprogramm bilden, in schulinterne Curricula übernommen werden und auf verschiedenen Ebenen der Schule angesiedelt werden: z. B. bei der Schulgestaltung, bei fachübergreifenden Projekten, bei der Einführung neuer Methoden und bei der unterrichtlichen Neugestaltung. Sie eigenen sich sowohl für ein Leitbild der Schule als auch für neue Wege, z. B. bei der Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern.

Einführung von Mobilitätskursen an Schulen im Sekundarbereich, verknüpft mit Fahrausbildung durch Fahrlehrer.

16-17jährige Schüler/innen befassen sich an ihrer Schule jeweils im Rahmen einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft ein Schuljahr lang unter Moderation einer Lehrkraft mit nachhaltiger Mobilität und absolvieren als Gruppe zugleich eine Fahrausbildung mit Schwerpunkt im umweltbewussten Fahren. Einweisung des Lehrpersonals in Zielsetzung und Verfahren der Verknüpfung von Mobilitätserziehung und Fahrausbildung samt Organisation solcher Kurse erfolgt durch Mitarbeiter des Instituts für Verkehrspädagogik und von Verkehr human. Dem Mobilitätskurs soll ein Curriculum zugrunde gelegt werden, das bereits an einer Berliner Gesamtschule zwei Jahre lang erfolgreich erprobt wurde Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S. 86

Globale Verantwortung:

Berlin in der Einen Welt Problemskizze:

Die weitgehend wechselseitige internationale Abhängigkeit der Länder hat in Rio de Janeiro 1992 zu der Einsicht geführt, dass lokale und globale Probleme verflochten sind und deswegen nur in dieser Komplexität nachhaltige Lösungsansätze gesucht werden können.

Entwicklungszusammenarbeit hatte in der Summe ihrer Handlungsmöglichkeiten einen relativ geringen Stellenwert in der Senatspolitik. Darüber hinaus wurde entwicklungsrelevanten Fragen in anderen Politikbereichen und Senatsressorts zu wenig Bedeutung beigemessen. Die einzelnen Bemühungen blieben weit hinter erwartbaren Ergebnissen, internationalen Kooperationen und Entwicklungsprojekten zurück.

Gleichzeitig werden Nichtregierungsorganisationen trotz ihrer umfangreichen und qualitativ sehr hochwertigen Ergebnisse unzureichend gefördert.

Migrationsbewegungen als Ausdruck von globalen und interdependenten Entwicklungsprozessen ließen Berlin praktisch zum Einwanderungsort werden, während die Politik in wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereichen dies kaum vorausschauend und gestaltend beeinflusst hat.

Berlin hat aber gerade als Hauptstadt einzigartige Voraussetzungen, um sich als weltoffene Metropole für die Perspektiven der Einen Welt einzusetzen: In keiner anderen Stadt in Deutschland gibt es so viele aktive Initiativen, Vereine, Nichtregierungsorganisationen (NRO), Netzwerke, Städtepartnerschaften, MigrantInnenorganisationen, Sprach- und Kulturvielfalt mit unterschiedlichsten jahrelangen Erfahrungen und Ansätzen, ein sehr breites Spektrum wissenschaftlicher Ansätze und Forschungen, eine internationale Studierendenschaft und ein sehr ausgeprägtes multikulturelles Leben. Hinzu kommen durch den Hauptstadtumzug die Botschaften und Konsulate, politischen Stiftungen sowie nationale und internationale Institute und Wirtschaftsverbände. Dies alles sollte in seiner Gesamtheit als Bereicherung für die Stadt und als positives Potential angesehen und genutzt werden.

Leitbild Berlin hat eine Vorreiterrolle als internationales Zentrum mit einer Politik des offenen politischen Weitblicks eingenommen, geprägt von Verantwortungsbewusstsein, Toleranz und einer kooperierenden Politik in alle Bereiche der Zivilgesellschaft hinein. Berlin begreift sich als Einwanderungsstadt und als Lebensort von Menschen aus allen Teilen der Welt. Als Nord-Süd-Ost-West-Zentrum nimmt Berlin seine Rolle als internationale Metropole wahr und sucht im Dialog mit der Bevölkerung, der Zivilgesellschaft und internationalen PartnerInnen die globale Verantwortung und lokale Verpflichtung des eigenen Handelns und Wirtschaftens umzusetzen.

Ziele Qualitätsziel 1: Die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und die internationalen wirtschaftlichen Kooperationen Berliner öffentlicher und privater Akteure erfüllen die internationalen sozialen, ökonomischen, ökologischen, kulturellen und menschenrechtlichen Standards (Standards der Vereinten Nationen).

Handlungsziele:

· Steuerung der Vergabe von Geldern aus Zivilgesellschaft, öffentlicher Verwaltung, Politik und Wirtschaft nach den Standards der Vereinten Nationen

· Schaffung und ggf. Anpassung von Kompetenzen, Instrumenten und Ressourcen zur Vergabe nach den Standards der Vereinten Nationen

· Vergabe insbesondere öffentlicher Gelder wird auf zunehmenden Schutz und Förderung der internationalen Standards ausgerichtet (bis 2020 erfüllen 100% der vom Senat geförderten oder bezuschussten internationalen Projekte die oben genannten Standards).