Sozialhilfe

Kein Tropenholz ohne Siegel Berlin hat sich mit seinem Beitritt zum Klimabündnis schon 1991 zum Schutz der Regenwälder verpflichtet. Um die Verwendung von nicht zertifizierten Tropenhölzern in der Stadt zu stoppen, werden die folgenden Schritte realisiert: In der öffentlichen Beschaffung bleibt die Verwendung von nicht zertifizierten Tropenhölzern ausgeschlossen. Auch Anstalten des öffentlichen Rechts in Berlin sollen sich zu diesem Schritt verpflichten. Bei Baumaßnahmen der öffentlichen Hand wird die Verwendung von nicht zertifiziertem Tropenholz (weiterhin) ausgeschlossen. Berlin beginnt eine öffentliche Kampagne bei Handel und Verbrauchern, nicht zertifiziertes Tropenholz nicht zu kaufen oder zu verkaufen.

Abfälle können auch gen Himmel stinken

Um die Entstehung von klimarelevanten Gasen (insbesondere Methan) aus Berliner Abfällen zu vermeiden und dennoch anfallendes Gas effizient energetisch zu verwerten, wird an allen von Berlin belieferten Deponien das ausgasende Methan erfasst und energetisch verwertet.

Erste Berliner Grasheizung

Als modellhaftes Projekt mit Öffentlichkeitswirkung soll eine CO2-neutrale Beheizung von Gewächshäusern im Botanischen Volkspark Pankow durch lokal und regional anfallende Biomasse als technische Anlage mit Pilot- und Demonstrationscharakter verwirklicht werden, das die Tradition der Volksbildung an diesem Standort durch Anwendung von klimaneutralen Zukunftstechnologien fortführt. Über die Versorgung von Energie hinaus soll ein nachhaltiges Konzept zur Kreislaufführung von Biomasse und Rückgewinnung von Düngemitteln unter Einbeziehung von Fäkalien entwickelt werden.

Fleischkonsum senken ­ gut fürs Klima, gut für die Gesundheit

Der sehr hohe Fleischkonsum in Berlin führt auch zu einem erheblichen Ausstoß von Treibhausgasen.

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch betrug im Jahre 2001 in Deutschland insgesamt 88,3 kg. Der Anteil der Landwirtschaft an den Emissionen von Methan und Lachgas beträgt etwa 50 % der Gesamtemissionen. 1 kg Methan entspricht dabei 21kg CO2, 1kg Lachgas entspricht 310kg CO2. Ein Mastrind gibt zwischen 30 und 80kg Methan pro Jahr ab. Der Fleischkonsum ist darüber hinaus verantwortlich für ca. 90 % der Ammoniak-Emissionen, für einen enormen Flächenverbrauch (7 kg Getreide wird für 1 kg Rindfleisch benötigt, ein Viertel des Festlandes ist Weideland) und für eine Vielzahl an Schlaganfällen und Herzinfarkte.

Eine neue Kultur im Umgang mit Wasser:

Die Zeichen der Klimaveränderung sind in Brandenburg-Berlin unübersehbar. Die Region muss sich für die Zukunft darauf einstellen. Das Land leidet zunehmend unter Austrocknung und Dürreperioden. Zur Linderung dieser regionalen Umweltverschlechterung wird es nötig sein, den Umgang mit Wasser in der Region zu verändern. Es wird zunehmend wichtiger, Wasser im Gebiet zu halten, statt für seine schnelle Ableitung zu sorgen. Gräben sollten zurückgebaut, Flußbegradigungen zurückgenommen, Feuchtgebiete erhalten und entwickelt werden.

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob Berlin seinen Umgang mit Abwasser und Regenwasser ändert. Nicht nur Naturschützer machen geltend, dass die niedrigen Grundwasserstände in den Wald- und Feuchtgebieten der „Hochflächen" (Grundmoränen, Sander) ein Problem sind. Es sollte daher überlegt werden, gut gereinigte Abwässer statt in die Flüsse in die Region zu leiten, die Grundwasserstände wertvoller Grünräume aufzubessern, Feuchtgebiete zu stabilisieren. Folgende Maßnahmen können dabei verfolgt werden: Rückbau von Entwässerungsgräben und überdimensionierten Vorflutern, Verhinderung des weiteren Flussausbaus, Erhalt und Ausbau der Flussauendynamik, Ausbau der Regenwasserversickerung, Waldumbau, um die Verdunstung insbesondere im Winter zu minimieren.

Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S. 97

Die Klimaveränderungen zwingen zu einer neuen Kultur im Umgang mit Wasser: Berlin wird zur Erarbeitung eines Handlungsprogramms einen „Runden Tisch" unter Brandenburger Beteiligung einrichten.

Aus Berlin sollten hier der Senat, die Berliner Wasserbetriebe und die Naturschutzverbände vertreten sein.

Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S. 98

Geschlechtergerechtigkeit umsetzen Problemskizze Frauen und Männer sind nicht in gleichem Maße und in gleicher Weise an der Entstehung von sozialen, ökonomischen und Umweltproblemen beteiligt und sie sind auch unterschiedlich von den Auswirkungen politischer Maßnahmen betroffen. Stärker als bisher müssen Frauen ihre eigenen Vorstellungen und Kompetenzen in Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse für eine nachhaltige Entwicklung einbringen (können).

Die Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit wird überwiegend als reines Frauenthema wahrgenommen. Eine erfolgreiche Umsetzung erfordert aber, dass sowohl Frauen wie Männer sich an diesem Prozess beteiligen und diesen auch als ihrer beider Nutzen verstehen.

Voraussetzung für die Umsetzung gleichstellungspolitischer Belange ist eine umfassende Sensibilisierung aller Akteurinnen und Akteure sowie die Analyse aller Handlungsfelder hinsichtlich vorhandener Geschlechterdifferenzierungen. Der weitgehende Mangel an geschlechterdifferenzierten Daten bedarf dringender und umfassender Abhilfe, um sinnvolle Indikatoren und Ziele festlegen zu können. Geschlechtsindifferente Kategorien wie Arbeitslose, Migranten, Jugendliche, Sozialhilfeempfänger oder in Ausbildung befindliche Personen verstellen den Blick dafür, dass es sich dabei immer um Frauen und Männer, Mädchen und Jungen mit differenzierten Lebensbedingungen und -situationen handelt, die einer spezifischen Betrachtung und Analyse bedürfen. Erst daraus können geschlechtergerechte Handlungsziele und Maßnahmen entwickelt werden, die dem Erfordernis der Nachhaltigkeit genügen.

Leitbild Geschlechtergerechtigkeit ist das Leitbild für eine zukunftsfähige Entwicklung, die eine Veränderung von Geschlechterrollenstereotypen, einen Wandel von Werten und Vorstellungen sowie Abbau von Vorurteilen und Ungerechtigkeiten bedeutet. Frauen und Männer tragen gemeinsam Verantwortung für die nachhaltige Gestaltung von Lebens- und Politikbereichen, wie Gesundheit, Mobilität, Wohn- und Arbeitswelt, Produktion, Versorgungsarbeit und Ressourcenschutz. Es ist für Frauen gleichermaßen selbstverständlich, in Führungspositionen zu arbeiten wie für Männer, sich um die Kindererziehung und den Haushalt zu kümmern.

Das Ziel der Nachhaltigkeit bezieht sich auf die Lebensrealität und die Lebenschancen von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen gleichermaßen. Darum müssen die Lebensbedingungen, Interessen und Vorstellungen von Frauen und Männer in gleicher Weise in den Prozess der Lokalen Agenda 21 eingebracht werden.

Die Integration von Geschlechtergerechtigkeit und die Umsetzung des Gender Mainstreaming im Rahmen der Agenda 21 für eine nachhaltige Entwicklung im Land Berlin geht über die bisherigen Maßnahmen der Frauenförderung hinaus. Sie baut auf diesen auf und ergänzt sie mit neuen Ansätzen. Bestehende Ungleichheiten in vielen, für die Agenda 21 relevanten Bereichen müssen auch weiterhin durch das Instrument der Frauenförderung ausgeglichen werden.

Qualitätsziele:

Die Stadt Berlin ist attraktiver Lebensraum, der gleichermaßen für Frauen und Männer gleichberechtigte Entwicklungsperspektiven bietet. Es gibt eine gleichberechtigte Partizipation von Frauen und Männern in allen gesellschaftlichen Bereichen, eine gleichbererechtigte Beteiligung an Entscheidungen auf allen Ebenen. Die Frauenpolitik und Herstellung der Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittsaufgabe wird in alle Politikfelder einbezogen. Dazu gehört die gerechte Vergabe öffentlicher Mittel unter dem Gesichtspunkt der Geschlechtergerechtigkeit (Gender Budgeting). Eine strikte Umsetzung von Gender Mainstreaming erfolgt in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und allen Bereichen des öffentlichen Lebens, wodurch auch in der privaten Lebensplanung gleichberechtige Lebensmodelle erleichtert werden.