Kinderbetreuung

Handlungsziele Frauen und Männer haben gleiche Ausbildungs- und Weiterbildungschancen, Chancengleichheit von Frauen und Männern besteht auch auf dem Arbeitsmarkt. Familien- und Versorgungsarbeit werden auf Frauen und Männer gleich verteilt (z.B. Väter nehmen die Hälfte des Erziehungsurlaubs). Für Frauen und Männer besteht die Möglichkeit gleichberechtigter Raumaneignung und gleicher Nutzungsqualitäten (z.B. bei der Einrichtung von Stätten für Jugendliche auch Raum für Mädchen vorsehen, nicht nur Bolzplätze für Jungen), Eigen-Orte für Frauen und Mädchen müssen geschaffen bzw. erhalten werden. Durch präventive Maßnahmen im Bereich Polizei, Justiz und Gesundheitswesen wird Gewalt an Frauen und Mädchen und Jungen und Männern verhindert bzw. wirksam bekämpft.

Indikatoren

Um Geschlechtergerechtigkeit zu messen wird vorgeschlagen die Entwicklung eines EqualX/Kommunaler Gleichstellungsindex, der auf statistischen Daten beruht über

· bezahlte Arbeit

· Bildung (Anteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer (getrennt) an Veranstaltungen der drei größten Weiterbildungseinrichtungen pro 1000 EW ­(noch nicht klar wie handhabbar dieser Maßstab ist: welche Veranstaltungen und welche Bildungseinrichtungen (die drei Unis? oder andere VHS, Bildungsträger etc)

· Anzahl der Ausbildungsverhältnisse je 1000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte)

· Bedarfsgerechte Kinderbetreuungsangebote, die Vätern und Müttern ein Berufsleben ermöglichen

· Einkommen - gleicher Lohn für gleiche Arbeit

· Vertretung von Frauen und Männer in Gremien (Anteil von Frauen im Abgeordnetenhaus; Anteil von Frauen und Männer in Gremien/ BürgerInnenvertretungen;Anteil von Männern/Frauen mit Entscheidungskompetenz in der Verwaltung)

· Anteil von Unternehmen mit familienfreundlichen Arbeitsmodellen Maßnahmen

· Geschlechtsspezifische inhaltliche Bearbeitung jedes Handlungsfeldes der Lokalen Agenda Berlin

· Integration von Gender Mainstreaming in der Verwaltung auf Landes- und Bezirksebene

· Entwickeln und Starten von Modellprojekten zum Gender Mainstreaming in den Handlungsfeldern der Lokalen Agenda

· Entwicklung von Formen und Methoden gendergerechter Beteiligung

· Gendertrainings; Erarbeitung von Genderkompetenz

· Bereitstellung von bedarfsgerechter Versorgungsinfrastruktur zur Entlastung von Familien- und Versorgungsarbeit

· Entwicklung und konsequenten Anwendung einer geschlechterdifferenzierten statistischen Datenbasis

· Analyse, inwieweit geschlechtsspezifisch unterschiedliche Arbeitsbelastungen, Wünsche und Bedürfnisse, Zukunfts- und Zielvorstellungen für ein nachhaltiges Berlin sowie entsprechende Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten vorhanden sind.

· Integration von Geschlechtergerechtigkeit bei der Formulierung von Zielen und Indikatoren, d.h. es werden Belange von Frauen und Männern gleichermaßen berücksichtigt

· Überprüfung der geschlechtsspezifischen Auswirkungen aller Maßnahmen und Projekte in der Planung wie auch während der Durchführung

· Überprüfung, inwieweit vorhandene Unterschiede und Ungerechtigkeiten ausgeglichen werden können Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S. 100

· Ressourcenplanung für frauen-/männerspezifische Maßnahmen, insbesondere der erforderlichen finanziellen Mittel

· Analyse, welche rechtlichen, planerischen und ökonomischen Maßnahmen auf anderen politischen Ebenen notwendig und welche Interventionen zu deren Verwirklichung erforderlich sind

Eine geschlechterdifferenzierte Beschreibung der unterschiedlichen Ausgangslagen und Zielvorstellungen schärft den Blick für anzustrebende Veränderungen und Maßnahmen. Neben der Sensibilisierung der beteiligten Akteure ist die Entwicklung von Umsetzungsstrategien und Instrumenten sowie die Verbindung von Fachkompetenz und Gender-Perspektive grundlegende Voraussetzung für die Anwendung des Gender Mainstreaming im Agendaprozess und für die Durchsetzung der Geschlechtergerechtigkeit.

Leitprojekte

1. Förderung von Familienfreundlichkeit in Unternehmen in Pankow Ausschreibung eines alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerbes unter dem Titel "Familienfreundliche Unternehmen in Pankow" durch das Bezirksamt Pankow unter Auslobung eines Preisgeldes. Unter Federführung der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirkes und des Frauenbeirates Pankow wurde dieses Projekt angeregt und entsprechende Unternehmen in Pankow werden aufgefordert, sich zu beteiligen und entsprechende Maßnahmen in ihren Betrieben, Unternehmen nachzuweisen. Für die Ausschreibung wurden feste Kriterien für einen familienfreundlichen Betrieb festgelegt:

· Wertschätzung der Familienarbeit in der Unternehmensführung

· Familienfreundliche flexible Arbeitszeiten

· Möglichkeit zur Teilzeitarbeit

· Finanzielle und organisatorische Unterstützung des Betriebes bei der Kinderbetreuung

· Aufstiegschancen für Eltern werden individuell geplant

· Individuelle Berücksichtigung von Alleinerziehenden bei der Personalentwicklung

· Einbeziehung der Eltern ins Betriebsgeschehen während der Elternzeit.

2. Runder Tisch gegen häusliche Gewalt (Gewaltpräventionsprojekt) Initiativen und Aktivitäten des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt in Neukölln/ Frauenarbeitskreis Lokale Agenda 21 Neukölln sind darauf gerichtet, präventive öffentlichkeitswirksame Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, die

· Frauen über ihre Rechte informieren, sie durch Bildung, Maßnahmen zur Selbstbehauptung, Sprachkurse für Migrantinnen, Schaffung öffentlicher Räume für Frauen stärken

· dahingehend wirken, dass die öffentliche Meinung sich stärker mit dem Thema auseinandersetzt, zur Einmischung gegen Gewalt ermutigt und Gewaltanwendung sozial ächtet.

Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S. 101

3. Frauen im Klimaschutz

Die beiden Projekte haben zum Ziel, die Beteiligung von Frauen an Entscheidungen in klimaschutzrelevanten Politikfeldern zu verbessern. In diesem Rahmen beteiligen sich Berliner Akteure an einem (1) EU-Projekt „Frauen im Klimaschutz" und entwickeln durch eine (2) Kampagne „Klimaschutz zum mitmachen" Formen und Methoden, die die Bereitschaft für Klimaschutzaktivitäten stärken.

(1) Basierend auf einer Analyse der jetzigen Situation von Frauen und Männern in diesen Arbeitsbereichen und der für eine Förderung der Beteiligung von Frauen eingesetzten Instrumente sollen Strategien entwickelt werden, wie gleichberechtigte Beteiligung in diesem für eine nachhaltige Entwicklung entscheidenden Politikfeld erreicht werden kann.

(2) Niedrigschwelliges Beteiligungsprojekt, durch das eine gezielte Einbindung und Motivation von Frauen bei der konzeptionellen Vorbereitung und Durchführung einer Klimaschutzkampagne erreicht wird.

Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S.