Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof ohne Verzögerung mit der Straßenbahn erschließen

Der Senat wird aufgefordert, die geplante Straßenbahntrasse von der Eberswalder Straße über die Bernauer Straße, den Nordbahnhof und die Invalidenstraße zum Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof unabhängig von ebenfalls geplanten Straßenbauvorhaben bis zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im vorhandenen Straßenquerschnitt fertig zu stellen.

Begründung:

Die Anbindung des Lehrter Bahnhofs mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein Trauerspiel ohne gleichen. Trotz vielfacher Versprechen und zahlreichen Aufforderungen aus dem Parlament droht der neue Zentralbahnhof im Sommer 2006 ohne eine Anbindung in die Nord-Süd-Richtung und ohne eine Anbindung an das östliche Straßenbahnnetz eröffnet zu werden ­ unfassbar nach einem Planungsvorlauf von mehr als 10 Jahren.

Die Verlängerung der Straßenbahn von der Eberswalder Straße über Bernauer Straße, Nordbahnhof und Invalidenstraße zum Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof wird planungsrechtlich über Planfeststellungsverfahren abgesichert. Für den geplanten Ausbau der Bernauer Straße wie auch der Invalidenstraße wurden Planfeststellungsverfahren aber versäumt, möglicherweise hatte man gehofft, den Straßen-Ausbau im "Windschatten" der Straßenbahn verstecken zu können.

Aus den heftigen Bürgerprotesten und der Androhung von Klagen dagegen hat der Senat jedoch die falschen Schlussfolgerungen gezogen. Der Senat will ein neues Plansfeststellungsverfahren für Straßenbahn und Ausbau der Straße. Damit wird die Anbindung des neuen Zentralbahnhofs an die Straßenbahn mindestens bis 2008 verzögert. Dies ist verkehrs- und umweltpolitisch nicht hinnehmbar. Deshalb soll der Senat auf den Straßenausbau verzichten und - solange für den Ausbau der Straße kein Planfeststellungsbeschluss vorliegt - nur die Straßenbahntrasse in den vorhandenen Straßenquerschnitt einbauen.

Ohne zumindest eine Anbindung an das Straßenbahnnetz droht die Eröffnung des modernsten und teuersten Bahnhof Deutschlands im Jahr 2006 zur Lachnummer zu werden.