Jugendamt

Hohe Fachlichkeit, engagierter Einsatz der Mitarbeiter waren erforderlich, den Anforderungen an fachlicher Planung, Qualitätsmanagement und Steuerung in den vielfältigen Entwicklungen gerecht zu werden.

Während das Jugendamt im Jahr 2003 umfangreiche Reduzierungen hinnehmen musste, wie das Schließen von 5 kommunalen Einrichtungen, der Wegbruch der Förderungen von 35 Projekten in freier Trägerschaft, der Wegfall der Förderung von Ferienreisen, der Abbau von Förderungen in der Jugendberufshilfe (Reduzierung der Platzzahl von 320 auf 230, in 2004 auf 150) und vor allem in den Hilfen zur Erziehung (Reduzierung um 733 Fälle im Vergleich IV. Quartal 2002 zu 2003) griffen 2004 die entwickelten Instrumente zur Umsteuerung durch die Einheit von Planung, Qualitätsmanagement und Controlling.

Kinder- und Jugendarbeit

Im Jahr 2004 ist es gelungen, mit dem bezirklichen Etat von 469.600,00, durch die engagierte Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen aber vor allem durch die Unterstützung der Kooperationspartner und Sponsoren und der ehrenamtlich in unseren Einrichtungen tätigen Menschen, alle 18 Einrichtungen zu erhalten.

Der eingeschlagene Weg, die Jugendeinrichtungen in enger Kooperation mit freien Trägern zu betreiben, hat sich auch 2004 als richtig erwiesen. Gemeinsam konnten auch Veranstaltungen erhalten oder neu entwickelt werden, für die keine kommunalen Sachmittel mehr zur Verfügung gestellt werden konnten. Hier sind solche Beispiele zu nennen wie

· der 5. Jugendbandwettbewerb „ROCKTON" in Kooperation mit kommunalen JFE, Klinke?94 e.V. und Eastend e.V.. Er wird auch in diesem Jahr wieder durchgeführt.

· die Ausstellung „Wat willst Du denn von mir" über Jugendkulturen in Marzahn, finanziert aus Civitas-Mitteln in Zusammenarbeit zwischen den JFE Muchte und Klinke, dem Verband für sozial-kulturelle Arbeit/outreach, Klinke 94 e.V. und gangway. Die Ausstellung wurde bereits in Greifswald und Binz gezeigt und geht in diesem Jahr nach Moskau, Rom und Hamburg.

· In Zusammenarbeit mit dem Verband für sozial-kulturelle Arbeit und der JFE Muchte fanden im vergangenen Jahr 6 Internationale Begegnungen statt.

· Die Veranstaltungsreihe „Wilde Helene" wurde mit Unterstützung vieler Sponsoren von den JFE Springpfuhlhaus, Anna Landsberger und Klinke wieder auf dem Helene-Weigel-Platz organisiert.

· Der Jugendbeteiligungswettbewerb Stadtumbau Ost fand in Marzahn-Mitte statt.

Für insgesamt 30.000,00 entwickelten Jugendliche unter Begleitung des Kinder- und Jugendbüros Marzahn-Hellersdorf selbst Projekte in ihren Einrichtungen und setzten diese um. In diesem Jahr wird der Wettbewerb in HellersdorfSüd/Kaulsdorf durchgeführt.

· Das traditionelle Latinofest und Berlins größte Zuckertütenparty fanden im Zusammenwirken mit dem Pelikan e.V. wieder in der Villa Pelikan statt.

· Die Ausstellung „Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben"Jugendkonzentrationslager im Nationalsozialismus konnte in den JFE Muchte und Eastend besichtigt werden. In diesem Jahr wird die Ausstellung „anders?-cool!" der Bundesarbeitsgemeinschaft für Jugendsozialarbeit gezeigt.

· Für den offenen Sportplatz in der Schwarzburger Straße konnte in Zusammenarbeit von öffentlichen und freien Trägern ein Konzept für die Schaffung nachhaltiger Beteiligungsstrukturen zur Nutzung des Platzes erarbeitet werden. Die Aktion Mensch bewilligte für dieses Konzept für die nächsten 3 Jahre 220.000,00. Dennoch können wir die Augen nicht vor den bestehenden Problemen verschließen.

Angesichts ständig steigender Betriebskosten begründet durch höhere Kosten für Wasser, Strom, Gas und Müllentsorgung ist der Erhalt von 18 kommunalen Einrichtungen bedroht, wenn der Bezirk hier nicht ausreichend Mittel zur Verfügung stellt.

Es ist im Bezirk gelungen, 17 Projekte von freien Trägern im Jahr 2004 weiterzuführen, auch wenn die geförderten freien Träger ihre Arbeit mit weiter reduzierten Zuwendungen fortsetzen müssen. Dies trifft auch auf das Jahr 2005 zu.

Des weiteren konnte ein Verein für die Jugendarbeit im Bezirk dazugewonnen werden. Seit Mitte des Jahres arbeitet das Jugendprojekt OstEnde e.V. an verschiedenen Standorten in Marzahn-Hellersdorf. Grundlegender Gedanke ist es, für interessierte oder betroffene Jugendliche im Großbezirk eine Anlaufstelle zu schaffen, wo sie Informationen und Beratung bekommen können, die im Zusammenhang mit schwul-lesbischer Lebensweise stehen.

Gleichzeitig können die Jugendlichen selbst Angebote und Veranstaltungen vorschlagen und wollen auch auf Bezirksebene präsent sein.

Die Bedürfnisse der Jugendlichen wurden bei einer Umfrage ermittelt, die im April 2004 innerhalb des Bezirkes stattfand.

Einen unschätzbaren Beitrag zum Erhalt von Angeboten in der Kinder- und Jugendarbeit haben die freien Träger im Bezirk geleistet, die trotz der komplizierten wirtschaftlichen Situation die Kosten zur Betreibung an 28 Standorten vollständig übernommen haben. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Infrastruktur nicht zusammengebrochen ist. Das Jugendamt wird gemeinsam mit den Trägern auch in diesem Jahr weiter nach neuen Wegen zur Finanzierung suchen.

Die für den Bezirk kostenneutrale Betreibung von Standorten der Kinder- und Jugendarbeit in freier Trägerschaft ist jedoch noch nicht an allen Standorten möglich.

Dies setzt eine volle Auslastung voraus, die durch die bauliche Beschaffenheit der Objekte noch nicht überall gegeben ist. Die Umsteuerung hier ist geplant und wird planmäßig umgesetzt. Dennoch wird dieser Prozess noch einige Zeit andauern.

Wenn dem Jugendamt die für die Bewirtschaftung dieser Standorte erforderlichen Mittel in Höhe von 250.00,00 nicht zur Verfügung gestellt werden, wird es hier zu weiteren Standortschließungen kommen. Aus diesem Grund musste 2004 ein Träger, der im Bezirk eine langjährige, qualifizierte Kinder- und Jugendarbeit leistete, einen Standort aufgeben.

Erschwerend für die Standortsicherung für die Kinder- und Jugendarbeit im Bezirk wirkt sich aus, dass Verträge mit Trägern, die diese Standorte für die Kinder- und Jugendarbeit nutzen wollen, nur für den Zeitraum abgeschlossen werden können.

Dies motiviert wenig, vor allem da auf Grund der baulichen Beschaffenheit der Objekte zumeist auch Investitionen in erheblichem Umfang von den Trägern vorgenommen werden müssen.

Die Jugendförderung des Bezirkes war nicht nur aktiv an der Ausarbeitung des landesweiten Qualitätshandbuches für sozialpädagogisches Handeln in Kinder- und Jugendeinrichtungen beteiligt. Sie ist auch Multiplikator bei der Umsetzung der Zielsetzungen und sieht sich auch verantwortlich für Anwendung der Handlungsorientierungen sowohl in den kommunalen als auch in den Einrichtungen in freier Trägerschaft. Gegenwärtig werden die Konzepte der Einrichtungen für das Jahr 2005 unter diesen Aspekten beraten.

Jugendberufshilfe

Die Veränderungen des SGB II und SGB III haben wesentlichen Einfluss auf die Veränderungen bei der Förderung von jungen Menschen mit sozialen und individuellen Beeinträchtigungen gemäß § 13 SGB VIII. Das Jugendamt stellt sich seiner Verantwortung in der Planung, Steuerung und Gewährleistung, in dem es in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und der ARGE um die Ausarbeitung einer vertraglich fixierten konzeptionellen Herangehensweise an die Schnittstellen in der Berufsorientierung und Ausbildung der benachteiligten Jugendlichen bemüht ist. Das Jugendamt steuert und leitet die Entwicklung neuer Kooperationen der freien Träger im Bezirk und ist Motor bei der Entwicklung neuer Projekte, wie z. B. „Equal" und „Jugendberatungshaus".

Seit Oktober 2004 wird das seit dem Jahr 2001 arbeitende Berufsorientierungsprojekt „GLOBUS" als „GLOBUS 2004" unter Verantwortung der Federführung des Jugendamtes und der Agentur für Arbeit gemeinsam von den Trägern ABU gGmbH, FiPP e.V., JAO e.V., Kids & Co. g.e.V. und des pad e.V. umgesetzt. Bis zu 70 junge Menschen ohne Schulabschluss bzw. mit besonders schwierigen Ausgangsbedingungen, die im Prozess der beruflichen und sozialen Integration besonderer Unterstützung bedürfen, erhalten hier die Möglichkeit der beruflichen Orientierung und Unterstützung beim Abbau schulischer Defizite und können ihre beruflichen und sozialen Kompetenzen stärken.

Im Januar 2004 starteten 8 Träger im Stadtteil Marzahn NordWest mit der Umsetzung ihrer Mikroprojekte im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „LOS". Ziel dieses Programms ist es, die Chancen der beruflichen und sozialen Integration benachteiligter Menschen in Gebieten mit besonderen Problemlagen zu verbessern.

Die Kleinstprojekte werden dabei mit bis zu 10 T unterstützt. Mit den 12 Projekten wurden 298 Bewohner/innen und Bewohner, darunter Jugendliche, Langzeitarbeitslose und Spätaussiedler/innen erreicht. Im Oktober starteten die 11

Projekte der 2. Förderphase.

Tagesbetreuung von Kindern

Die Aufgaben des Jugendamts konzentrierten und konzentrieren sich auch im Jahr 2005 auf folgende Aufgaben:

1. Dienst- und Fachaufsicht über die kommunalen Kindertagesstätten des Bezirkes