Integration

Entwicklung ihrer sexuellen Identität ergeben.

Dies kann natürlich nicht nur Aufgabe der Schule sein. Sexualaufklärung muss im Zusammenspiel mit anderen Institutionen und natürlich mit den Elternhäusern erfolgen. Notwendig ist ein gesellschaftliches Klima, das sexualfreundlich und offen ist und die selbstbestimmte Sexualität der Menschen fördert. Unterschiedlichkeit darf nicht ausgeblendet, sondern muss wahrgenommen und geachtet werden, und der Wert eigener Erfahrungen muss respektiert werden.

Meine Damen und Herren, in den Medien erleben wir ständig mehr Darstellungen von Sexualität, die den Eindruck vermitteln, dass die Kommunikation über Sexualität in unserer Gesellschaft offener und weniger tabubesetzt geworden ist. Tatsächlich ist es aber so, dass die meisten Menschen Schwierigkeiten haben, über Sexualität ehrlich und wahrhaftig zu reden. Sexualerziehung ist nach wie vor dringend notwendig.

In der Antwort des Senats auf die Große Anfrage wird deutlich, dass die Sexualerziehung an unseren Schulen im Rahmen einer kontinuierlichen Gesamterziehung auf verantwortliches sexuelles Verhalten und reflektiertes Handeln in der Geschlechterrolle abzielt. Sie wird als integrativer Bestandteil der Fächer Biologie, Sachunterricht, Deutsch und Politik in allen Jahrgangsstufen unterrichtet und findet auch in Kooperation mit anderen Institutionen statt, dies aber leider meistens nur im Rahmen von Informationsveranstaltungen. Effektiver wären nach meinem Eindruck häufigere Projektwochen oder Projekttage zu entsprechenden Themen, die bisher häufig leider oft daran scheitern, dass sie von den Schulen nicht finanziert werden können.

Sexualpädagogik wirkt präventiv zur Vermeidung ungewollter Schwangerschaften, sexuell übertragbarer Krankheiten und gewalttätiger Übergriffe und Konflikte. Dies muss nach meiner Meinung auf drei verschiedene Arten geschehen: erstens durch Aufklärung, indem Jugendlichen einfühlsam und fachkundig Fakten zur Sexualität vermittelt werden, die über rein biologisches Wissen hinausgehen, zweitens durch die Förderung der Kommunikation zwischen den Geschlechtern und drittens durch die Möglichkeit der Selbsterfahrung und Selbstreflexion.

Meine Damen und Herren, das Verhütungswissen und Verhütungsverhalten Jugendlicher sind gut untersucht und dokumentiert. Dabei deckt sich weder die Berichterstattung im Spiegel noch die der Bravo über eine unverantwortliche Sorglosigkeit der Jugendlichen bei ihren ersten sexuellen Kontakten mit der Realität. Der Eindruck, den wir gerade eben auch gewonnen haben, dass sie überhaupt keine Ahnung haben, stimmt einfach nicht. Mädchen und Jungen halten sich für gut informiert über Mittel und Methoden zur Empfängnisverhütung und geben überwiegend auch an, diese anzuwenden. Dass es dabei natürlich auch zu solchen Erscheinungen kommt, wie Herr Bensch sie hier gerade geschildert hat, ist uns allen klar.

Es ist auffällig, dass es immer wieder an der Qualität der Informationen mangelt und andererseits an der Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen und Vorstellungen bezüglich Partnerschaft, Lebens- und Familienplanung. Leider kommt es, nicht in einem sehr großen Umfang, aber natürlich zu ungewollten Schwangerschaften. Dies ist zum einen auf die Nichtanwendung beziehungsweise falsche Anwendung von Verhütungsmitteln zurückzuführen, zum anderen aber auch auf die Schwierigkeit, mit dem Partner überhaupt über Sexualität sprechen zu können. Sexualpädagogik kann über die Sensibilisierung dieser Themen, aber auch über die Erweiterung von Wissen und Handlungskompetenzen zu Verhütungsfragen dazu beitragen, die Zahl ungewollter Schwangerschaften, vor allem bei Minderjährigen, zu reduzieren. Sie wird sie aber nicht gänzlich verhindern.

Schwangerschaften Minderjähriger sind immer auch eine individuelle Antwort auf gesellschaftliche Probleme. Sie stellen zahlenmäßig zwar nur ein kleines Problem dar, individuell führen sie aber zu gravierenden Problemen in der Entwicklung für die Lebensperspektive der jungen Frauen und Mädchen, wenn die gesellschaftliche Antwort ausbleibt. Die Prävention ungewollter Schwangerschaften und die bestmögliche Betreuung minderjähriger Schwangerer sind aus Sicht der SPD-Fraktion entsprechend auszustatten.

Nach Einschätzung von Fachleuten gehören jugendliche Schwangere meist zur Gruppe der Hauptund Förderschülerinnen oder sind im berufsvorbereitenden Jahr. Soziale Ungleichheit und geringe Teilhabechancen an der Gesellschaft scheinen für junge Frauen bei der Verwirklichung eines Kinderwunsches im Jugendalter eine besondere Rolle zu spielen, während junge Männer ohne echte Berufsperspektive nur wenig bereit sind, Verantwortung für eine Familienplanung zu übernehmen. Hier sind wir gefordert, die Zukunftsperspektiven unserer Jugendlichen so zu verbessern, dass sie erleben, dass diese Gesellschaft sie braucht und wertschätzt.

Es ist aber auch notwendig, das Thema Sexualerziehung in den Berufsschulen im Rahmen eines entsprechenden Curriculums zu verankern und das Thema speziell in Bezug auf Migrantinnen zu betrachten. Die SPD-Fraktion würde sich sehr freuen, wenn sich dies im aktuellen Leitfaden zur Sexualerziehung, der zum Ende des Schuljahres 2006/2007, wie wir ja schon gehört haben, vom Senator für Bildung vorgelegt wird, wiederfindet. Notwendig ist aber auch nach meiner Auffassung die Entwicklung eines Konzepts zur Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten, denn eine veraltete und zufällige Aidsaufklärung ist für die SPD-Fraktion nicht hinnehmbar.

Meine Damen und Herren, sexualpädagogische Arbeit bedeutet neben der Prävention ungewollter Schwangerschaften und sexuell übertragbarer Krankheiten auch die Prävention gewalttätiger Übergriffe und Konflikte. Hier ist es auch nötig, dass Beratungsstellen wie Pro Familia oder Schattenriss die Schulen bei Bedarf unterstützen und im Rahmen von Projekten die intensive Bearbeitung spezieller Problembereiche ermöglichen. Dies scheitert leider ­ wie ich bereits erwähnte ­ häufig daran, dass Schulen dafür kein Geld aufwenden können, aber auch daran, dass eine Einrichtung wie zum Beispiel Schattenriss für Bremerhaven nicht zuständig ist. Dort gibt es nach Aussage von Pro Familia viele Anfragen aus Kindertagesstätten und Schulen wegen sexueller Übergriffe.

Hier bedarf es dringend einer Unterstützung der Lehrkräfte und, noch wichtiger natürlich, einer Begleitung der Opfer.

Die bestehende Versorgungslücke ist nach Ansicht der SPD-Fraktion schnellstens zu schließen. ­ Ich bedanke mich! Präsident Weber: Als Nächster hat das Wort der Abgeordnete Tittmann.

Abg. Tittmann (DVU): Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren! Seit zirka 20 Jahren ist es im Gesetz zur Ordnung des Schulwesens vorgesehen, dass Kinder in der Schule Sexualkundeunterricht haben. Gründe dafür gab es eine ganze Reihe, gebracht hat es aber nichts, ganz im Gegenteil!

Die von den Achtundsechzigern propagierte so genannte freie Liebe hat zu einem moralischen Werteverfall sondergleichen geführt. Die dramatischen Folgen sind, dass trotz Ihrer ach so glorreichen Aufklärung zwölfjährige Mädchen, also noch Kinder, Kinder bekommen. Dass die HIV-Neuinfektionen gerade bei den Jugendlichen unkontrollierbar angestiegen sind, beweist doch zunehmend die Sorglosigkeit im Umgang mit der Sexualität trotz der Sexualerziehung und Aufklärung an den Schulen.

Meine Damen und Herren, hinzu kommt noch, zur besten Sendezeit, also am Vormittag oder Nachmittag, werden unsere Kinder durch die unzensiert und ungeniert mit den perversesten und ekelerregendsten und widerwärtigsten Themen täglich unverantwortlich beschmutzt, besudelt und verblödet. Zum Beispiel sind da solche Themen wie: Du Schlampe lässt dich von jedem schwängern, Du bist bloß ein Flittchen. Das sind noch die harmlosesten Themen, die meisten anderen Themen kann man vor Ekel nicht einmal aussprechen.

Meine Damen und Herren, Sie sehen, unsere Kinder werden nicht zu früh aufgeklärt, sondern auch durch das Fernsehen täglich mit Perversionen aller Art konfrontiert und besudelt. So lernen unsere Kinder in sehr jungen Jahren unverantwortlich durch die Medien alle Arten von Perversionen kennen. Damit muss zum Schutz unserer Kinder endlich Schluss gemacht werden! Keine andere Generation von Kindern ist mit so viel Perversion und unästhetischen Bildern aufgewachsen, wie es heute der Fall ist. Solch ekelerregende Talkshows wären auch spät abends nicht zu akzeptieren, solche schwachsinnigen Talkshows laufen aber, wie schon erwähnt, vormittags oder nachmittags. Dadurch werden minderjährige Kinder ihrer Kindheit, Naivität beraubt oder besser gesagt: das Verschwinden der Kindheit.

Ich habe eben dieses gesellschaftliche Problem deshalb so ausführlich dargestellt, weil das die schrecklichen und nie wiedergutzumachenden Spätfolgen einer falschen Aufklärung, einer moralisch verwerflichen und erbärmlich gescheiterten achtundsechziger linken Politik sind.

Meine Damen und Herren, Körper und Liebe gehören zum normalen Leben. Darüber muss man auch in der Schule sprechen, das ist ganz klar, aber, das betone ich, mit einer großen Sensibilität und einer dementsprechenden moralischen Wertvorstellung, denn wenn man darüber nicht vernünftig redet, werden sich unsere Kinder selbst etwas dazu denken oder sich ihre Aufklärung aus dem Fernsehen, anderen Medien oder aber von anderen Kindern auf dem Schulhof holen. Die erschreckenden Folgen habe ich Ihnen eben deutlich erklärt.

Deshalb ist es ein Gebot der Stunde, dass Kinder durch ihre Eltern in einem intakten Elternhaus wohlbehütet und mit einer richtigen Wertvorstellung sensibel für das Leben richtig aufgeklärt werden und so durch ihre Eltern etwas über Körper und Liebe erfahren und nicht durch perverse Gesprächsrunden, sprich Talkshows, oder andere Medien. Das ist das Wichtigste überhaupt. Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft und sonst gar nichts! Die aber wurde schon seit Jahrzehnten von der so genannten Achtundsechziger-Generation in Zusammenarbeit mit den multikulti-wahnsinnigen Gutmenschen rücksichtslos zerstört.

Meine Damen und Herren, ich denke, dass Eltern ihre Kinder besser, rücksichtsvoller und behutsamer aufklären können, als es jeder auch noch so gutgemeinte Sexualunterricht in den Schulen jemals vermitteln könnte. Anstatt sich vielleicht unnötige Sor gen über den Sexualunterricht an Schulen zu machen, sollten Sie lieber dafür sorgen ­ und das gehört mit zur Aufklärung, Integration wurde eben schon angesprochen ­, dass unsere Mädchen von zahlreichen ausländischen Jugendlichen nicht niederträchtig als deutsche Hurentöchter, als deutsche Nuttentöchter, als deutsche Schlampen und mit noch viel ekligeren Schimpfwörtern, die so eklig sind, dass ich sie hier nicht weiter ausführen möchte, beleidigt und beschimpft werden! Wenn Sie mir nicht glauben, kann ich Ihnen eben einmal kurz einen Ausschnitt zeigen.

Sie nennen deutsche Mädchen Hurentöchter, und, Herr Dr. Güldner, das sind auch beim besten Willen, wenn Sie es gern möchten, keine deutschen Schüler.

Meine Damen und Herren, dass unsere Mädchen nicht von ausländischen, in der Mehrzahl ausländischen, Mitschülern sogar während des Unterrichts unsittlich belästigt und begrapscht werden, das gehört auch zum Thema Sexualunterricht und Aufklärung an Schulen. Es ist ja sogar schon so weit, dass sich sehr viele junge Mädchen während der Pause auf die Toilette flüchten müssen, weil sie da einigermaßen vor sexuellen Übergriffen von mehrheitlich ausländischen Schülern sicher sind, aber auch nur deswegen, weil viele ausländische Schüler während der Pausen mit Dealen oder Prügeleien beschäftigt sind.

(Unruhe)

Um es gleich klarzustellen, selbstverständlich sind nicht alle ausländischen Jugendlichen und Schüler Gewalttäter und Dealer, das habe ich auch ganz klar gesagt, aber zur Aufklärung und zu Sexualunterricht an Schulen gehört auch, dass man in der Mehrzahl solchen ausländischen Schülern und Jugendlichen deutlich macht, dass man unsere deutschen Mädchen mit Achtung, Anstand, Würde und Respekt zu behandeln hat.

(Unruhe)

Darüber sind wir von der Deutschen Volksunion uns weiterhin im Klaren, dass Ihnen das nicht zu vermitteln ist. Wir werden uns aber dafür hundertprozentig vehement immer einsetzen, das kann ich Ihnen im Namen der Deutschen Volksunion versprechen.

Noch eines zum Abschluss: Vielleicht hätten die Operetten-Gewerkschaftler von ver.di einige Mitglieder bei der Demonstration in Hannover auch früher aufklären sollen, dann hätten sie vielleicht beim Bordellbesuch nicht gedacht, sie wären auf einer VWBetriebsratssitzung. Da wäre vielleicht auch frühe Aufklärung wichtig gewesen. Rede ist noch nicht zu Ende!

Aufklärung und Sexualerziehung haben maßgeblich mit Familienpolitik zu tun, falls Sie es nicht wissen. Die Familie mit ihren Moralwertvorstellungen hat Bündnis 90/Die Grünen schon seit Jahrzehnten systematisch zerstört. Nun möchte Bündnis 90/Die Grünen die Familie nicht nur rücksichtslos zerstören, sondern sogar gänzlich abschaffen.

(Abg. Dr. Güldner [Bündnis 90/Die Grünen]: Ist der Mann betrunken oder was?)

Ich komme darauf, warten Sie ab! Bleiben Sie ganz ruhig! Bleiben Sie ruhig, ich bin doch auch ganz ruhig!

(Unruhe)

Da Frau Linnert wahrscheinlich nicht die Aussagen ihrer eigenen grünen Jugendorganisation kennt und ich es ja schon angedroht habe.