Strukturwandel

Zentrale innere Parklandschaft

Im weiteren Planungsprozess wurden diese Ansätze zur Diskussion gestellt und weiterentwickelt.Vorgesehen ist nunmehr ein zentraler Grünraum mit stadtklimatischer Ausgleichsfunktion, der als städtische Parklandschaft auch Sport- und Freizeitnutzungen aufnehmen soll.

Um diesen Kernbereich gruppieren sich in Anlehnung an vorhandene Stadtstrukturen und Erschließungskorridore drei neue Stadtquartiere mitWohnungen, Arbeitsplätzen und Infrastruktureinrichtungen.

Neue Bauflächen in Ergänzung bestehender Stadtquartiere

Zwei neue Stadtteile für innerstädtisches Wohnen am Columbia-Damm und am Westrand von Neukölln sollen Raum für innovative, freiraum-orientierte Wohnformen bieten und damit auch einen Beitrag zur Aufwertung der angrenzenden Altbaugebiete von Kreuzberg und Neukölln leisten. Für das ColumbiaQuartier wurde im Mai 2009 ein internationaler städtebaulich-landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb entschieden.

Die drei ausgewählten Entwürfe stellen eine überzeugende Anbindung und Vernetzung mit den bestehenden Quartieren her und ermöglichen eine wirtschaftlich erfolgreiche Entwicklung bei gleichzeitiger Berücksichtigung sozialer und ökologischer Belange. Sie bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung des Masterplans für einen zukünftigen Entwicklungsträger Tempelhof.

Im südwestlich gelegenen Stadtquartier Tempelhof soll ein Gewerbe- und Dienstleistungsschwerpunkt für zukunftsfähige Technologien entstehen.

Nachnutzung Flughafengebäude

Für das denkmalgeschützte Flughafengebäude mit knapp 300.000 m² Brutto-Geschossfläche wird ein Standort der Kultur-, Medien- und Kreativwirtschaft angestrebt. Mit einer zweimal jährlich stattfindenden großen Modemesse wurde bereits ein Signal für die Nachnutzung gesetzt. In Interessenbekundungsverfahren werden weitere kompetente Partner und Investoren gesucht und weitere Möglichkeiten der Nachnutzung erkundet.

Planung als Prozess

Der Entwicklung von Zukunftsideen für das Tempelhofer Feld liegt das programmatische Leitbild einer„prozessualen Stadtentwicklung" zugrunde: der Bereich soll sich schrittweise entwickeln und in der Lage sein, sich veränderten Zukunftsbedingungen anzupassen.

Neben langfristigen Planungen sind auch mögliche Zwischennutzungen zu diskutieren.

Strategische Projekte Als„Initialzündung" für die städtebauliche und Freiraumentwicklung des Tempelhofer Feldes wird eine Präsentation im Rahmen einer Internationalen Bauausstellung (IBA) geplant und eine Bewerbung um die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) erstellt. Die Änderung des Flächennutzungsplans und des Landschaftsprogramms parallel zur Vertiefung der Planungskonzeption bilden die stadtplanerischen Grundlagen für eine erfolgreiche Entwicklung des Areals in den nächsten Jahren und Jahrzehnten.

Zukunftsort Columbia-Lilienthal-Quartier Zukunftsort Columbia-Lilienthal-Quartier Nachnutzung FlughafenTegel

Mit der Eröffnung des neuen Großflughafens BBI wird ab 2012 auch das rund 450 ha große Areal des FlughafensTegel für neue Nutzungen zurVerfügung stehen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat die Aufhebung der Planfeststellung für den Flughafen beschlossen, seine Entwidmung tritt mit der Inbetriebnahme des neuen Großflughafens in Kraft.

Planwerk Westraum (2004), Ausschnitt Leitbild Städtebau Erste Überlegungen zur Nachnutzung des Flughafengeländes wurden 2004 im PlanwerkWestraum formuliert. Diese müssen nun überprüft und weiterentwickelt werden. DasTerminalgebäude wird als architektonisches Markenzeichen auch in Zukunft seine identitätsstiftende Wirkung für den Bereich behalten. Die Nachnutzungsmöglichkeiten für dieses prägende Gebäude werden deshalb in den weiteren Überlegungen und Planungsverfahren eine wichtige Rolle spielen.

Ansätze für die künftige Entwicklung bieten beispielsweise auch die Industrie- und Gewerbestandorte im Umfeld, die schon jetzt einen erheblichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt leisten. Flächenverfügbarkeit und Lagequalitäten eröffnen hier Chancen für Neuansiedlungen im produktionsgeprägten Bereich, gleichzeitig werden die Chancen für eine innovative, ressourcenminimierende Siedlungsentwicklung geprüft.

Durch Abbau von Zäsuren und Einbindung in die umgebenden Stadtstrukturen werden auch angrenzende Stadträume wie Siemensstadt und Spandau profitieren. Ein Teil der Flughafenflächen wird in Anknüpfung an die Jungfernheide als Landschaftsraum zurückzugewinnen, zu erweitern und zu qualifizieren sein, um damit im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung auch einen Beitrag zum Ressourcenund Klimaschutz zu leisten.

Um zu einem tragfähigen Konzept und zu Entwicklungsstrategien für die künftige Gebietsentwicklung als Grundlage für eine FNP-Änderung und für konkrete städtebauliche Planungen zu gelangen, wird 2009 eine„Werkstatt Tegel" durchgeführt und damit begonnen, den Entwicklungsrahmen abzustecken.

Wege zu einer Entwicklungsstrategie (2009)

Perspektiven für den Spreeraum

Die innerstädtischen Wasserlagen bieten große Qualitäten, die es zu nutzen gilt. In einem gesamtstädtischen Wasserlagenentwicklungsplan (WEP, 2002) werden Leitlinien für eine Profilierung Berlins als „Wassermetropole" formuliert. Der Strukturwandel der Wirtschaft, die Fokussierung auf hochwertiges Wohnen und neue Freizeitanforderungen sind günstige Voraussetzungen für die angestrebten Trans Leitbild des Wasserlagenentwicklungsplans (WEP) von 2002 (oben) und Konzept zur Entwicklung der Ufer der Stadtspree (unten) formationsprozesse. Im Vordergrund stehen dabei nicht mehr die komplexen, öffentlich geförderten Projekte wie in den 1990er Jahren, sondern privatwirtschaftlich getragene„kleinteilige und stufenweise umsetzbare Entwicklungskonzepte.

Ein wichtiges Leitprojekt ist die Entwicklung der Ufer der Stadtspree zwischen Jannowitzbrücke und Elsenbrücke zu einem zentralen imageprägenden Stadtraum. Die Lage am Rand der Innenstadt sowie die großen Flächenreserven aufgegebener Gewerbe- und Infrastrukturstandorte, die wieder in den Stadtzusammenhang eingebunden werden sollen, bieten günstige Bedingungen für übergeordnete Investitionsvorhaben.

Die Spreeufer bieten nicht nur attraktive Bürolagen, sondern auch Raum für die Medien- und Kommunikationswirtschaft (mediaspree) und Projekte der Kultur und der Freizeitgestaltung. Vielfältige kreative Nutzungen der Kultur-, Medien- und Clubszene haben sich - teilweise als Zwischennutzung - bereits etabliert und verleihen dem Raum ein positives Image. Ein wichtiger Entwicklungsimpuls war die Eröffnung der Veranstaltungshalle O2

-World im Herbst 2008.

Leitlinien für die CityWest

Die CityWest ist einer der beiden großen Zentrumsbereiche der Stadt Berlin. Zusammen mit der historischen Mitte, dem Regierungsviertel und demTiergarten bildet sie den Innenstadtkern. DieseTeilbereiche prägen einzeln und gemeinsam die Identität der Hauptstadt. Um die Urbanität und Unverwechselbarkeit der CityWest zu bewahren und zukunftsfähig zu entwickeln, werden imWesentlichen drei Ziele verfolgt: Stärkung der Cityfunktionen

Die City West besitzt zahlreiche hochwertige Funktionen im Bereich Handel, Banken, Büro, Wissenschaft und Forschung, Kultur, Freizeit und Tourismus. Anders als in anderen Innenstädten hat zudem das Wohnen in der City West besondere Bedeutung, prägt ihren baulichen Charakter ebenso wie ihre urbane Atmosphäre. Insbesondere diese Funktionen gilt es zu stärken und im gesamtstädtischen Zusammenhang zu entwickeln.

Stärkung der Nutzungsvielfalt und -verflechtung Strukturelle Vielfalt und kleinteilige Nutzungsmischung sind die Basis für die Stärkung und Entwicklung der City West im Sinne eines nachhaltigen europäischen Stadtraums. Um dieses Entwicklungsziel verstärkt zu verfolgen, werden bestehende und neue Möglichkeiten von zukunftsfähigen Verflechtungen geprüft und gefördert: auf städtebaulicher, stadtgestalterischer, funktionaler und sozialer Ebene.

Stärkung der Gestaltqualität

Auf der städtebaulich-räumlichen Ebene werden an Bauvorhaben in der CityWest hohe baukulturelle Anforderungen gestellt. Neubauten und Umnutzungen sollen die vorhandene wertvolle Gestaltqualität unterschiedlicher Zeitschichten wirkungsvoll ergänzen. Für den öffentlichen Raum gelten besondere Ansprüche an die Nutzungsvielfalt, die Aufenthaltsqualität, die Flächengliederung und die Ausstattung.

Leitlinien und Maßnahmen

Vor diesem Hintergrund wurden Leitlinien formuliert, die den Rahmen für Entwicklung und Umsetzung von städtebaulichen und architektonischen Projekten vorgeben. Kultur-, Freizeit- und Tourismusangebote sowie wissenschaftliche Einrichtungen sollen speziell gefördert werden. Die wesentliche Rolle des Einzelhandels in der City West wird genauso berücksichtigt, wie die des Arbeits- und Wohnorts. Ein besonderes Augenmerk wird auf Fragen der Baukultur und der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum gelenkt.

Der Charakter der Leitlinien wird zusätzlich durch Leitprojekte unterstrichen, die gezielt unterstützt werden. Dazu zählen ausgewählte Maßnahmenräume, wie beispielsweise: Leitlinien für die City West - Maßnahmen und Leitprojekte (2009) „NachhaltigeVitalisierung des kreativen Quartiers um den Campus Berlin-Charlottenburg" und das Städtebauförderungsprogramm Aktives Stadtzentrum:„CityWest 3.0: Bühne-Vielfalt-Internationalität", die mit Hilfe von Förderprogrammen entwickelt werden sowie ein Masterplan für den Campus der Universitäten in der CityWest, der die grundsätzlichen Zielstellungen und Handlungsoptionen der Akteure aufzeigt.

Städtebauliche Projekte, wie die Gestaltung des Hardenbergplatzes oder das Umfeld des Aussichtsrades, wichtige bauliche Einzelvorhaben und Vorhaben im öffentlichen Raum, wie der Olivaer Platz und das Gestaltungskonzept für die Tauentzienstraße und die Arbeit in Netzwerken, z. B. in einem„Forum City West" sind ebenfalls als Leitprojekte benannt.

Ein Leitbild für die südliche Friedrichstadt Geschichte erlebbar machen Geplant als barocke Stadterweiterung, entwickelte sich die südliche Friedrichstadt bis zum zweiten Weltkrieg zu einem hochverdichteten Teil der historischen Mitte mit überwiegend gründerzeitlicher Bebauung und eingestreuten großen Behördengebäuden. In der Wiederaufbauphase wurde der historische Stadtgrundriss durch überdimensionierte Verkehrsplanungen und Flächensanierungen stark überformt. Mit der Internationalen Bauausstellung 1984/87 setzten im Schatten der Mauer erste Versuche einer Stadtreparatur ein.

Fragmente zusammenfügen Heute ist die südliche Friedrichstadt durch Fragmente und Brüche gekennzeichnet. Bebauung und öffentliche Räume sind äußerst heterogen, das Gleichgewicht von geschlossener Bebauung und Freiräumen ist zerstört, Raumbezüge sind vielfach aufgelöst und von Barrieren unterbrochen. Dennoch weist der Stadtteil mit seinem einprägsamen Stadtgrundriss, zahlreichen Baudenkmalen und Kultureinrichtungen, seinen Wohn- und Parkanlagen sowie den für künftige Nutzungen verfügbaren Flächen Qualitäten auf, die gute Entwicklungschancen eröffnen. Der wieder gewonnenen Lagegunst angemessen soll eine Bebauungs- und Nutzungsstruktur entwickelt werden, die das Bestehende mit dem Neuen verknüpft.

Identität bewahren

Ein gemeinsam vom Senat und Bezirk erarbeiteter Bericht vom März 2007 formuliert Ziele für den weiteren Diskussionsprozess: Die südliche Friedrichstadt soll wieder als Teil der historischen Mitte wahrgenommen, die gefühlte„Randlage" überwunden werden. Durch eine hauptstädtische Nutzungsmischung aus Kultur, Dienstleistung, Einzelhandel und differenzierten Wohnungsangeboten sowie durch eine kritische bauliche Rekonstruktion soll der Stadtteil eine eigene Leitbilder und Strategien für die südliche Friedrichstadt, Handlungsschwerpunkte (2007) Identität als innerstädtischer Wohn- und Arbeitsort entwickeln. Die Friedrichstraße als zentrale Achse der historischen Mitte soll auch in ihrem südlichen Abschnitt eine angemessene Gestaltung erhalten. Die vorhandenen Freiflächen sollen durch Verbesserung ihrer Nutzungs- und Gestaltqualitäten und Vernetzung untereinander zur Aufwertung beitragen.

Schwerpunkte setzen

Für fünf Vertiefungsbereiche mit besonderem Planungsbedarf wurden diese allgemeinen Leitlinien konkretisiert und durch Handlungsempfehlungen ergänzt. Für das Umfeld des zu verlagernden Blumengroßmarktes wurden in einem Workshopverfahren Varianten für ein städtebauliches Neuordnungskonzept entwickelt, mit einer baulichen Ergänzung entlang der Friedrichstraße und einer stadträumlichen Einbindung des Besselparks. Weitere Handlungsschwerpunkte sind die südliche Friedrichstraße mit der Verbindung über den Mehringplatz zum Blücherplatz sowie der Bereich zwischen Alter Jakobstraße und Franz-Künstler-Straße, die südliche Wilhelmstraße mit dem Standort der AOK, das Umfeld des Askanischen Platzes und der Bereich Postbank an der Großbeerenstraße.

Masterplan Buch

Mit der Privatisierung des Klinikums Buch und der Ansiedlung von Unternehmen der Biotechnologie- und der Gesundheitsbranche wurde der Grundstein für eine erfolgreiche Entwicklung des Stadtteils gelegt.

Um die weitere Entwicklung zu einem integrierten Gesundheits-, Wissenschafts- undTechnologiestandort und attraktivenWohnquartier planerisch zu steuern, wurde ein Masterplan erarbeitet, an dem sich künftige Entscheidungen auf ihreVerträglichkeit mit der angestrebten Gesamtentwicklung überprüfen lassen. Als konzeptionelles Bindeglied zwischen den Ebenen der Flächennutzungsplanung und der Bebauungsplanung schreibt der Masterplan die Aussagen der Bereichsentwicklungsplanung für den Mittelbereich Pankow-Buch fort.

Qualitäten des Ortseils entwickeln

Der Plan setzt sich insbesondere mit der Verfügbarkeit von Flächen für den Ausbau des Biotechnologie-Standortes und die Ansiedlung weiterer das Standortprofil ergänzender Unternehmen und Einrichtungen auseinander. Dazu wurden Konzepte für die Nachnutzung der fünf historischen Klinik-Ensembles von Ludwig Hoffmann erarbeitet.

Die nach dem Krieg entstandenen Kliniken an der Hobrechtsfelder Chaussee stehen dagegen nach Inbetriebnahme des neuen HeliosKlinikums zur Disposition. Auch für das ehrgeizige Projekt eines Life Science Centers (Besucherzentrum zum Thema„Erlebniswelt Leben"), mit dem Buch seine Kompetenzen über die Grenzen der Region hinaus bekannt machen könnte, wurden mögliche Standorte geprüft.

© Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Masterplan Buch (2005, Ausschnitt)