Fortbildung

Bericht zur Umsetzung des VGG zum Stand 30. Juni 2009

Indikator: Produktkosten für die Personalverwaltung (inkl. Kindergeld und Büroleitungsaufgaben, ohne Personalentwicklung) pro betreutem Beschäftigten und Monat in EUR. Ziel: Rechtmäßigkeit der Handlungen der Personalverwaltungs-/ Personalservicebereiche.

Indikator: Anteil der erfolgreichen Widersprüche und Einsprüche an allen seit 01.01. entschiedenen Widersprüchen und Einsprüchen (ohne Widersprüche/ Einsprüche gegen Rechtsänderungen). Indikator: Anteil der erfolgreichen Klagen an allen Klagen in %.

Den strategischen Zielvorgaben und Aufträgen des Staatssekretärsausschusses zur Verwaltungsmodernisierung vom 18.02.2008 entsprechend hat die hierzu gegründete Mentorengruppe „Berlineinheitliche Personalprodukte" unter Leitung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport und Beteiligung der Senatsverwaltung für Finanzen im weiteren Verlauf des Jahres 2008 und 1. Halbjahr 2009 die oben genannten Indikatoren für die Ziele und das Verfahren bei der Erhebung der Daten abgestimmt, die Ist-Werte der Behörden im Jahr 2008 ermittelt und Empfehlungen zum weiteren Vorgehen (einschließlich von Zielwerten) erarbeitet und abgestimmt.

Die Ergebnisse wurden dem Staatssekretärsausschuss zur Verwaltungsmodernisierung am 15.06.2009 vorgelegt. Der Staatssekretärsausschuss hat die Mentorengruppe mit der Weiterführung des Benchmarking unter Einbeziehung folgender konkreter Maßnahmen beauftragt:

Zum 30.06.09 und 31.12.09 werden die Datenerhebungen für 2009 durchgeführt.

Es werden Best-Practice-Beispiele zu den einzelnen Zielen des Personalmanagements ermittelt und deren Übertragung auf andere Verwaltungen unterstützt. Insbesondere für die personal(akten)verwaltende Aufgaben werden Geschäftsprozessoptimierungen initiiert.

Für die Personalbetreuungsausgaben wird ein Berechnungsmodell für die Ebene der Hauptverwaltung in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Finanzen entwickelt. Dieses Modell wird dem Staatssekretärsausschuss zur Verwaltungsmodernisierung zur Diskussion und Entscheidung vorgelegt.

Im 2. Quartal 2010 wird dem Staatssekretärsausschuss über die Fortentwicklung des landesweiten Benchmarking Personalmanagement im Jahr 2009 berichtet. Darüber hinaus wird dem Unterausschuss Produkthaushalt und Personalwirtschaft (UA PHPW) zum 08.09.2009 über den derzeitigen Sachstand berichtet.

Für weitere Einzelheiten wird auf den oben genannten Bericht zum landesweiten Benchmarking Personalmanagement an den UA PHPW und auf die Beschlüsse des Staatssekretärsausschusses zur Verwaltungsmodernisierung vom 15.06.2009 verwiesen. Beide Dokumente und weitere Informationen sind unter

Bericht zur Umsetzung des VGG zum Stand 30. Juni 2009

http: // www.verwalt-berlin.de / seninn / personal / verwaltung / produktmentorengruppe.html abrufbar.

12. Stand bei der Personalrotation

a) In welchem Umfang wird derzeit das Instrument der Personalrotation eingesetzt? Wie viele Fälle von Rotation gibt es aktuell innerhalb von Bezirken/ zwischen Bezirken und Senatsverwaltungen/ zwischen verschiedenen Bezirken?

b) Welche Initiativen hat der Senat ergriffen, um Wissenslücken bezüglich der Rotation bei Bezirken und Senatsverwaltungen gegenüber dem im Bericht zur Umsetzung des VGG 2008 berichteten Stand zu füllen bzw. bestehende Bedenken der Verwaltungen zu überwinden?

c) In welchem Umfang wird die Rotation derzeit als Kriterium bei der Vergabe von Führungsaufgaben berücksichtigt?

Antwort:

Zu a) Die Antwort ist den Beiträgen der einzelnen Verwaltungen im Anhang zu entnehmen (s. S. 93 ff.).

Zu b) Rotation ist ein elementarer Bestandteil einer modernen, sich entwickelnden Verwaltung und eines innovativen Ansatzes in einer Verwaltung des 21. Jahrhunderts. Die Personalmanagementinstrumente des § 6 VGG stellen nach 10 Jahren heute weniger einen Teil der Verwaltungsreform, sondern vielmehr den integralen Bestandteil eines modernen Dienstrechts dar.

Daher hat die Senatsverwaltung für Inneres und Sport aus Sicht des landesweiten strategischen Personalmanagements im Rahmen des laufenden Prozesses zur Dienstrechtsmodernisierung vorgeschlagen, ausgewählte Instrumente des Personalmanagements, wie zum Beispiel die Rotation, im Landesbeamtengesetz und im Laufbahngesetz zu regeln. Neben gezielten Fortbildungen sollen künftig auch Rotationen für die Übernahme von Führungsfunktionen eine wesentliche Voraussetzung darstellen. Diese Forderung ergibt sich aus der Wichtigkeit dieses und anderer Instrumente für das strategische ­ aber auch das operative ­ Personalmanagement in der Berliner Verwaltung.

Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport selbst wendet bereits jetzt bei Neubesetzungen dieses Instrument konsequent an. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass in den vergangenen sieben Jahren deutlich über 50 Prozent der höherund höchstrangigen Mitarbeiter/innen rotierten. Rotationen erfolgen nicht nur im Haus, sondern auch unter Einbeziehung der nachgeordneten Bereiche.

Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass Rotation nur dann einen besonders wertvollen Beitrag zur Personalentwicklung leisten kann, wenn diese als Bericht zur Umsetzung des VGG zum Stand 30. Juni 2009 ein Instrument integraler Bestandteil eines verbindlichen Personalentwicklungskonzeptes ist. Unter diesem Gesichtspunkt ist ein integrierendes Personalentwicklungskonzept flächendeckend in der Berliner Verwaltung zu implementieren. Rotation muss als eine eigene Investition in das Personal zur Erweiterung der Kenntnisse und Fertigkeiten verstanden werden.

Im Zuge der Professionalisierung des Personalmanagements wird die Senatsverwaltung für Inneres und Sport zusammen mit dezentralen Personalentwicklungsberater/innen im Rahmen einer landesweiten Personalentwicklung auch diesen Aspekt intensiv weiter verfolgen. Der Prozess dauert an.

Zu c) Rotation spielt in den Verwaltungen eine unterschiedliche Rolle als Kriterium bei der Vergabe von Führungsaufgaben. Die Einzelheiten sind den Beiträgen der einzelnen Verwaltungen im Anhang zu entnehmen (s. S. 93 ff.).

Welche Maßnahmen ergreift die Senatsverwaltung, um den demographischen Veränderungen in der Berliner Verwaltung entgegenzuwirken und wo sieht der Senat insbesondere bei der Rotation im öffentlichen Dienst Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten?

Antwort:

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des gesellschaftlichen Wandels und den damit verbundenen Veränderungsprozessen ist ein modernes und wirkungsvolles Personalmanagement unabdingbar. Das Personalmanagement des Landes Berlin steht hierbei unter Berücksichtigung der finanziellen Rahmenbedingungen vor einer besonderen Herausforderung. In den nächsten Jahren werden die Dienststellen des Landes Berlin ihre Anstrengungen im Bereich der qualitativen Personalentwicklung deutlich verstärken müssen, um bei Fortsetzung des Modernisierungs- und Konsolidierungskurses eine effektive und bürgerorientierte Verwaltung gewährleisten zu können. Um insbesondere den Bedarf an Führungskräften auf allen Ebenen der Berliner Verwaltung decken zu können, müssen die vorhandenen Mitarbeiter/innen noch stärker als bisher gefördert und weiterentwickelt werden. Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport prüft derzeit, durch welche Hilfestellungen und Empfehlungen die Dienststellen bei der Erfüllung dieser Aufgaben unterstützt werden können und wie eine dienststellenübergreifende Laufbahnentwicklung und Karriereplanung für geeignete Dienstkräfte eingeführt werden kann.

Der Senat hat am 7. Juli 2009 das Personalbedarfskonzept bis zum Jahr 2011 beschlossen. Der voraussichtliche Personalbedarf des Landes Berlin bis zum Jahr 2011 kann nicht allein durch Einsatz und qualitative Entwicklung des vorhandenen Personals erfüllt werden. Um auch künftig eine aufgabenadäquate Personalausstattung zu hinterlegen, müssen neue Mitarbeiter/innen eingestellt werden. Wegen des weiterhin erforderlichen Personalabbaus müssen Außeneinstellungen auf ein unabweisbares Maß beschränkt werden. Auch für die kommenden Jahre wurde ein Korridor für Außeneinstellungen in den Bereichen Polizei, Feuerwehr, Justiz, Schulen und den allgemeinen Verwaltungsbereich festgelegt.