Eine Zukunft für das Tempelhofer Feld

Das Abgeordnetenhaus fordert den Senat auf, ein integriertes und nachhaltiges Gesamtkonzept für die Entwicklung des Tempelhofer Feldes vorzulegen und umzusetzen.

In diesem Gesamtkonzept sollen folgende Schwerpunkte dargestellt werden: Benennung der langfristigen, stadtentwicklungspolitischen Ziele, die insbesondere durch die Durchführung der Internationalen Gartenbauausstellung und der Internationalen Bauausstellung erreicht werden sollen; Integration der umliegenden Stadtquartiere unter Berücksichtigung der bestehenden Probleme der angrenzenden Quartiere in die Entwicklung des Tempelhofer Feldes; Schaffung von sozial durchmischten Quartieren, durch unterschiedliche Wohnraumangebote. Dabei soll insbesondere auch ein Konzept zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ohne direkte Förderung, z. B. durch die Realisierung eines Einheimischenmodells oder die Umsetzung von Genossenschaftsmodellen, vorgelegt werden; Entwicklung eines Freiraumkonzeptes unter Einbeziehung von Sport- und Aufenthaltsflächen, die auch der Versorgung der angrenzenden Quartiere dienen; Integration des ehemaligen Flughafengebäudes in die Entwicklung des Tempelhofer Feldes; Entwicklung eines Gewerbeansiedlungskonzeptes basierend auf den Standortgegebenheiten und den tatsächlichen Bedarfen; Darstellung der weiteren Projektplanung und ­steuerung; Darstellung eines Zeitplanes;

Darstellung der finanziellen Verpflichtungen, die insbesondere im Zusammenhang mit der Durchführung der Internationalen Gartenbauausstellung und der Internationalen Bauausstellung entstehen werden sowie die finanziellen Verpflichtungen, die durch die Beauftragung Dritter entstehen; Einbindung in ein integriertes Tourismus- und Stadtmarketingkonzept.

Das Gesamtkonzept ist dem Abgeordnetenhaus bis zum 01. März 2010, spätestens vor Auslobung des landschaftsplanerischen Wettbewerbs für das Internationale Gartenschaugelände, vorzulegen.

Begründung:

Nach der Stilllegung des ehemaligen Flughafens Tempelhof soll die Fläche des Tempelhofer Feldes wieder in den städtebaulichen Zusammenhang integriert werden. Dabei ist aus stadtklimatischen Gründen die Erhaltung einer größeren Freifläche genauso wie die Beseitigung der strukturellen Defizite, wie die heutige, isolierte Lage im Stadtkontext, notwendig.

Auf Grund dieser Herausforderungen und des damit verbundenen Mitteleinsatzes wird die Entwicklung des Tempelhofer Feldes und die Wiedereinbindung in die Stadt eine der Hauptaufgaben der Berliner Stadtentwicklung in den nächsten Jahren sein.

Ziel ist es daher, hier auf eine zielgerichtete und kosteneffiziente Mittelverwendung gemäß dem europäischen Wettbewerbsrechts hinzuwirken.

Dabei ist es besonders wichtig, dass die Entwicklung des Tempelhofer Feldes Bestandteil einer integrierten Stadtentwicklung ist und insbesondere positive Impulse für die umliegenden Stadtquartieren setzt und für eine Aufwertung dieser sorgt.

Dabei kann die Nachnutzung des ehemaligen Gebäudes durchaus einen positiven Impuls setzten, sollte aber weder eine Konkurrenz zur landeseigenen Messe darstellen noch die geplanten Wohn- und Arbeitsstandorte durch lärm- und verkehrsintensive Nutzungen behindern.