Baugrundstücke

Seite 35 von 57 das Landschaftsbild in einer neuen, an die veränderten Rahmenbedingungen angepassten Form wieder hergestellt wird.

Schutzgut Tiere und Pflanzen / Artenschutz

Die Vorschriften des § 42 BNatSchG erfordern eine Prüfung, inwieweit durch den Bebauungsplan Beeinträchtigungen besonders bzw. streng geschützter Tier- und Pflanzenarten vorbereitet werden. Bezogen auf den Regelungsumfang des Bebauungsplans ist zu bewerten, ob durch die ermöglichten Bauvorhaben Lebensstätten (Standorte, Nist-, Brut-, Wohnoder Zufluchtsstätten) besonders bzw. streng geschützter Tier- und Pflanzenarten beschädigt oder zerstört werden können. Bei den streng geschützten Arten und den europäischen Vogelarten ist darüber hinaus zu prüfen, inwieweit die Festsetzungen des Bebauungsplans zu erheblichen Störungen während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderzeiten führen können.

Durch die Festsetzungen des Bebauungsplans sind in Bezug auf die besonders und streng geschützten Arten ausschließlich verbreitet vorkommende Brutvogelarten wie Ringeltaube, Nachtigall, Amsel, Zilpzalp, Fitis, Kohlmeise, Blaumeise oder Grünfink betroffen. Verluste besonders bedeutsamer Lebensräume für die streng sowie nach Anhang IV der FFH-RL geschützte Zauneidechse oder besonders geschützter Insektenarten trockenwarmer Standorte sind aufgrund fehlender geeigneter Habitatstrukturen nicht zu erwarten.

Für die europäischen Vogelarten werden durch die Festsetzungen des Bebauungsplans zunächst die Verbotstatbestände gemäß § 42 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 BNatSchG vorbereitet. Bei einer Umsetzung der baulichen Maßnahmen ist zu erwarten, dass die europäischen Vogelarten an ihren Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten gestört werden.

Störungen der betroffenen Vogelarten während der Brut- und Aufzuchtzeit können vermieden werden, wenn sämtliche bodenwirksamen Maßnahmen (Baufeldfreimachung, Vegetationsbeseitigung) außerhalb der Hauptfortpflanzungsperiode, d.h. im Zeitraum von September bis Ende Februar erfolgen.

Für Baum- und Gebüschbrüter können Beeinträchtigungen (unvermeidliche Nistplatzverluste) durch Nutzung von Ausweichstrukturen in der Umgebung kompensiert werden. Bei den betroffenen Arten handelt es sich ausnahmslos um verbreitete Arten, die wenig spezifische Anforderungen an die Nistplatzstrukturen haben. Hier können in der näheren und weiteren Umgebung vorhandene Baum ­ und Strauchstrukturen genutzt werden. Aufgrund der weiten Verbreitung der Arten und der vorhandenen stabilen Populationsstruktur wäre selbst bei einer Reduzierung der Siedlungsdichte im unmittelbaren Vorhabensbereich nicht von einer Gefährdung (erheblichen Beeinträchtigung) der lokalen bzw. regionalen (Teil-) Populationen auszugehen. Durch die Pflanzgebote für Laubbäume mit erhöhter Qualität und Dichte können zudem mittelfristig wieder neue Nistmöglichkeiten geschaffen werden.

Bei Umsetzung der vorgeschlagenen Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen verbleiben die Beeinträchtigungen der betroffenen europäischen Vogelarten in einem individuenbezogen Rahmen, erhebliche populationsökologischen Folgen sind nicht zu befürchten.

Monitoring

Die Überwachung der Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, erhebliche Umweltauswirkungen zu vermeiden, betrifft im Ergebnis der Umweltprüfung die artenschutzrechtlichen Belange, die Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe und die Wasserschutzgebietsanforderungen.

Bezüglich der artenschutzrechtlichen Belange ist die Einhaltung der Störungsvermeidung für die Brutvögel zu überprüfen (Durchführung der Rodungsarbeiten außerhalb der Vegetationsperiode). Bei den Kompensationsmaßnahmen ist die Einhaltung der Pflanzbindungen (Baumpflanzungen auf den Baugrundstücken, Heckenpflanzungen am Landschaftspark) Seite 36 von 57 sicherzustellen. Hinsichtlich der Wasserschutzgebietsbelange ist die Einhaltung der besonderen Anforderungen an die Niederschlagsversickerung zu prüfen. Dies kann im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens sichergestellt werden.

Fazit:

Im Ergebnis der Umweltprüfung kann festgehalten werden, dass die ermittelten Auswirkungen auf die Schutzgüter Tiere und Pflanzen sowie Wasser durch die im Bebauungsplan festgesetzten Maßnahmen entweder vermieden oder ausgeglichen bzw. soweit gemindert werden können, dass keine erheblichen nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt verbleiben.

Der sich - ausgehend von der planungsrechtlichen Gebietsqualität (bebaubarer Innenbereich bzw. festgesetzter Bebauungsplan) - aus der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung ergebende Kompensationsbedarf kann durch die Festsetzung der für die Entwicklungsmaßnahme Berlin Johannisthal / Adlershof üblichen ökologischen Standards für Baugebiete im Geltungsbereich vollständig kompensiert werden. Der Eingriff in den geschützten Baumbestand ist durch Baumpflanzungen mit erhöhten Pflanzqualitäten in den Baugebieten voll ausgleichbar.

Die sich durch einen Teilverlust von Habitaten ergebenden Beeinträchtigungen für besonders und streng geschützte Tierarten (Artenschutzanforderungen gemäß § 42 BNatSchG), betreffen ausschließlich verbreitet vorkommende europäische Vogelarten und können durch geeignete Schutzmaßnahmen vermieden bzw. erheblich reduziert werden. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Störungsvermeidung während der Brutperiode, d.h. die Durchführung von Gehölzrodungsmaßnahmen außerhalb der maßgeblichen Brutzeit.

Die Festsetzung einer Versickerung von Niederschlagswasser ermöglicht eine Regenwasserversickerung in einem Umfang, durch den die Versickerungsleistung und damit die Grundwasserneubildung gegenüber dem Status-Quo nicht verschlechtert wird.

Maßnahmen zur Überwachung von Umweltauswirkungen (Monitoring) sind zum einen zur Einhaltung der besonderen Schutzgebietsbelange im Geltungsbereich des Bebauungsplans (Überwachung der Einhaltung der Anforderungen an eine schadlose Versickerung von Regenwasser) und zum anderen aufgrund des Artenschutzrechts und der Eingriffskompensation notwendig.

II.3. Wesentlicher Planinhalt, Abwägung und Begründung

Um die Planungsziele zu sichern, sollen im Geltungsbereich des Bebauungsplans allgemeine Wohngebiete, Mischgebiete, ein Gewerbegebiet sowie öffentliche Straßenverkehrsflächen festgesetzt werden. Während die Festsetzung der allgemeinen Wohngebiete der Bestandssicherung dient, werden durch die Mischgebietsausweisung und den Straßenausbzw. Neubau teilweise ältere Strukturen überplant.

Das Maß der baulichen Nutzung wird durch die maximal zulässige Zahl der Vollgeschosse sowie durch die Festsetzung der maximal zulässigen Grundflächenzahl (GRZ) und Geschossflächenzahl (GFZ) bestimmt.

Die überbaubaren Grundstücksflächen werden durch flächenhafte Ausweisungen mit Baugrenzen definiert.

Zusätzlich werden textliche Festsetzungen getroffen.

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II.3.1 Allgemeine Wohngebiete

Im Bebauungsplan XV-58ba sollen zwischen dem Eisenhutweg und dem Akeleiweg sowie an der Straße am Flugplatz zwei ca. 0,13 bzw. 0,19 ha große Flächen als allgemeines Wohngebiet festgesetzt werden. Die geplanten Wohngebiete binden an das westlich angrenzende Kleinsiedlungsgebiet nutzungsstrukturell an.

Die allgemeinen Wohngebiete am Akeleiweg und an der Straße am Flugplatz sind bereits mit Einfamilienhäusern bebaut. Diese wurden in den letzen Jahren auf der Grundlage von § 34 Baugesetzbuch genehmigt, wobei man sich an der vorhandenen, ortstypischen Bebauung des angrenzenden Kleinsiedlungsgebietes und des neu entstandenen Wohngebietes

Am Landschaftspark (Geltungsbereich des Bebauungsplans XV-53a und XV-53b) orientiert hat.

Die beiden Gebiete wurden in den Geltungsbereich der Entwicklungsmaßnahme aufgenommen, da sie zum Zeitpunkt der Festsetzung der Entwicklungsgebiets noch unbebaut waren. Da für das Entwicklungsgebiet flächendeckend Bebauungspläne aufzustellen sind, werden sie durch den Bebauungsplanentwurf XV-58ba im Bestand planungsrechtlich gesichert.

Als zulässiges Maß der baulichen Nutzung soll für die allgemeinen Wohngebiete WA 1 und WA 2 eine Grundflächenzahl (GRZ) von 0,3 und eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,4 sowie zwei Vollgeschosse und die offene Bauweise entsprechend dem Bestand festgesetzt werden. Das im allgemeinen Wohngebiet festgesetzte Nutzungsmaß bleibt hinter der zulässigen Obergrenze (GFZ 1,2) der Baunutzungsverordnung zurück, da die vorhandenen Gebäude im Bestand gesichert werden. Auch die Umgebung ist durch eine maximal zweigeschossige Bebauung geprägt.

Öffentliche Kinderspielplätze und wohnungsnahe Grünflächen wurden im nahe liegenden Landschaftspark festgesetzt und realisiert. Der Bedarf ist damit gedeckt.

II.3.2 Mischgebiete

Im Geltungsbereich des Bebauungsplans sollen 2,23 ha als Mischgebiet festgesetzt werden.

Die Mischgebiete begrenzen den Eisenhutweg und die Straße am Flugplatz und liegen gegenüber den festgesetzten Gewerbegebieten bzw. dem Sondergebiet „Großflächiger Einzelhandel und Freizeiteinrichtungen" des Bebauungsplans XV-58bb entlang der BAB A113.

Sie sollen damit eine Pufferfunktion gegenüber den nördlich angrenzenden allgemeinen Wohngebieten des Bebauungsplans XV-53b und dem Kleinsiedlungsgebiet übernehmen.

Konzeptionell wird davon ausgegangen, dass sich die das Wohnen nicht wesentlich störenden Gewerbebetriebe wie Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude und Einzelhandelsbetriebe zum Eisenhutweg hin orientieren, während die Wohngebäude auf den Flächen entstehen sollen, die an das vorhandene Wohngebiet anschließen.

Die geplanten Mischgebiete M1 und MI 3 entlang des Eisenhutweges haben eine Größe von insgesamt 0,83 ha. Die beiden Mischgebiete sollen städtebauliche die Eingangssituation zu dem neuen Wohnquartier „Wohnen Am Landschaftspark" darstellen. Mit der Festsetzung der zulässigen Zahl der Vollgeschosse von mindestens drei und maximal fünf soll eine städtebauliche Fassung des Kreisverkehrsplatzes und auch des Eisenhutweges ermöglicht werden. Damit wird eine bis zu drei Vollgeschosse höhere Bauhöhe gegenüber den nördlich angrenzenden Baugebieten ermöglicht. Die Gebäude können somit eine Abschirmungsfunktion übernehmen. Die zulässige Geschossflächenzahl von 1,2 in den Mischgebieten MI 1 und MI 3 trägt der maximalen Bauhöhe Rechnung. Als Grundflächenzahl soll für diese beiden Mischgebiete eine 0,6 festgesetzt werden.