Umweltschutz

Mit Fördergeldern der Stiftung wurden 2007 24 Projekte des Umwelt- und Naturschutzes in Berlin unterstützt, 2008 waren es 18 Projekte. Die Gesamtbewilligungssumme betrug rund 120.000 Euro.

Mit Änderung des Stiftungsgesetzes vom 19.04.2006 hat die Stiftung die Aufgabe erhalten, das Jagdwesen mit den Mitteln aus der Jagdabgabe nach Maßgabe des § 21 Abs. 1 des Landes-jagdgesetzes zu fördern. Mit Hilfe dieser Mittel konnten 2007/2008 u. a. Schießfertigkeits-übungen für die Berliner Jäger und Jägerinnen, Untersuchungen zu Status, Verbreitung und Gefährdung von Musteliden (Marderartige) und der Ausbau eines Lernort-NaturMobils finanziert werden. Elf Anträge wurden mit einer Zuwendungssumme von insgesamt rund 100.000 Euro bewilligt.

Die Stiftung hat im Berichtszeitraum bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Mittel aus der Ausgleichsabgabe beantragt, um in Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden Naturschutzmaßnahmen umzusetzen. Die SNB ist bei der Durchführung der bewilligten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen der Vorhabenträger bzw. Bauherr und wird von den jeweils beteiligten Verbänden/Vereinen bei der Umsetzung der Projekte unterstützt. Auch kleinere Maßnahmen wirken häufig biotopaufwertend, können aber von der Senatsverwaltung aus Kapazitätsgründen nicht selbst umgesetzt werden. Die Mitwirkung der SNB hat sich dabei als sehr positiv erwiesen. 2007/2008 wurden die Anlage eines Amphibienlaichgewässers auf den Wiesen am Rübländer Graben, der Einbau einer Sohlschwelle im Auslauf Moorlinse Buch zur Sicherung des Wasserstandes im Feuchtgebiet sowie die Pflanzungen von Gehölzen am Buschgraben in Steglitz-Zehlendorf bewilligt. Insgesamt wurden hierfür rund 31. Euro zur Verfügung gestellt. zu 3. Umweltinformation: Langer Tag der StadtNatur

Mit dem Langen Tag der StadtNatur ist es gelungen, in Berlin ein neues, innovatives Umweltbildungskonzept erfolgreich einzuführen. Expertinnen und Experten der Umwelt- und Naturschutzorganisationen, Universitäten, Museen und Bürgerinitiativen boten an rund 150

Orten im gesamten Stadtgebiet ein buntes und informatives Programm an, das vom Publikum sehr gut angenommen wurde. Publikumslieblinge waren die zahlreichen Nachtwanderungen, die als erste ausgebucht waren. Aber auch die vielen anderen Aktivitäten fanden schnell ein begeistertes Publikum. 2007 wurde mit einem Angebot von 450 Veranstaltungen innerhalb von 26 Stunden gestartet. Rund 10.000 Besucher und Besucherinnen nahmen im ersten Jahr an den Veranstaltungen teil. In 2008 umfasste das Angebot 500 Einzelveranstaltungen, die Zahl der Besuchenden konnte verdoppelt werden. Die Schirmherrschaft übernahm 2007 Prof. Dr. Klaus Töpfer, 2008 der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit. Gefördert wurde das Projekt 2007 durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sowie weitere Sponsoren. Im Jahr 2008 kam die Veolia Wasser GmbH als Großsponsor und Partner hinzu.

Zu 4. Umweltbibliothek / Publikationen

a. Umweltbibliothek

Die Stiftung Naturschutz Berlin besitzt mit ihrer Präsenzbibliothek von 160 Titeln die umfassendste Sammlung aktueller deutschsprachiger Umweltzeitschriften in Berlin. Der Bestand konnte in den letzten Jahren durch Austausch- und Sponsoring-Aktivitäten stetig erweitert werden. Die Zeitschriften stehen der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung.

b. Publikationen

Die Stiftung Naturschutz Berlin greift in ihren Publikationen immer wieder Themen auf, die für die Stadt von besonderem Interesse sind. Darunter befinden sich auch „Dauerbrenner", wie die Broschüre „Schulzeit ­ Ratgeber für einen umweltfreundlichen Schulanfang". Sie wendet sich in jährlich aktualisierter Auflage speziell an Eltern von ABC-Schützen. Die „Schulzeit" wird allen Eltern, die ihre Kinder in der Grundschule anmelden, kostenlos ausgehändigt. Mit einer Vielzahl praktischer Tipps will sie den Eltern helfen, sich beim Kauf benötigter Schulmaterialien für Erzeugnisse zu entscheiden, die nicht nur umweltverträglich und gesundheitsfördernd, sondern auch funktionstüchtig, ansprechend und preiswert sind. Ergänzt werden die Kaufempfehlungen durch Ratschläge für einen sichereren Schulweg und ein gesundes Pausenbrot. Die Sammelmappe über das Angebot Grüner Lernorte in Berlin wird ebenfalls regelmäßig aktualisiert und ist kostenlos auch im Internet abrufbar. Die Broschüre „Wildtiere in Not" informiert über den richtigen Umgang mit verletzten Wildtieren und ist nicht nur für tierliebende Berliner und Berlinerinnen, sondern auch für Feuerwehr und Polizei ein wertvoller Helfer.

Zu 5. Ehrung bürgerschaftlichen Engagements Bürgerschaftliches Engagement zu stärken und herausragenden Einsatz für die Gemeinschaft zu ehren gehört ebenfalls zu den Aufgaben der SNB. Im Berichtszeitraum hat die Stiftung das Management für die Vergabe von Ehrungen und Preisen modifiziert und modernisiert. Neben einem „Ehrenpreis" für herausragende Leistungen Einzelner oder Gruppen wurde ein „Projektpreis" eingeführt, mit dem innovative Ideen und Konzepte ausgezeichnet werden.

Träger des „Ehrenpreises" 2007 wurde der Karikaturist Freimut Wössner. Seit über 30 Jahren nimmt er sich in seinen Cartoons und Karikaturen der Themen an, die auf der gesellschaftspolitischen Agenda stehen. Bevorzugter Gegenstand seiner Arbeiten ist die Ökologie.

Immer wieder macht er in seinen satirischen Beobachtungen auf Widersprüchlichkeiten und Unsinnigkeiten aufmerksam, regt zum Nachdenken an und sensibilisiert auf diese Weise ­ oft mehr als Worte es vermögen ­ Menschen für den Natur- und Umweltschutz.

2008 ging der „Ehrenpreis" an das rbb-Fernsehmagazin OZON. Mit seiner Auszeichnung würdigte die Stiftung Naturschutz eine Sendereihe, die nicht nur in der Region Berlin-Brandenburg, sondern auch weit über deren Grenzen hinaus Maßstäbe für einen professionellen, mutigen und verantwortungsbewussten Umweltjournalismus setzt. Auch unter erschwerten Bedingungen sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des 1989 in der DDR ins Leben gerufenen Magazins ihrer Überzeugung aus den Gründerjahren treu geblieben, sich kritisch mit Umwelt- und Naturschutzfragen auseinanderzusetzen.

Der „Projektpreis" wurde 2008 erstmals vergeben. In dieser Kategorie wurden drei Bewerber mit einem Preisgeld von je 3.000 Euro ausgezeichnet:

· der Förderverein Naturschutzstation Malchow e. V., der mit der Anlage von Streuobstwiesen im Stadtbezirk Marzahn-Hellerdorf einen bedeutsamen Beitrag zur Renaturierung und naturverträglichen Nutzung von ehemals bebauten Flächen leistet, die im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost freigeworden sind,

· die Biologen Susanne Rosenau und Rainer Altenkamp, die sich das Ziel gesetzt haben, mit artgerechten Methoden den Status, die Verbreitung und die Gefährdung der Musteliden in Berlin zu untersuchen, und auf diese Weise mithelfen, den Bestand dieser Spezies in der Hauptstadt zu sichern,

· Dr. Hans Porep, der auf dem Gelände der in Steglitz entstehenden Ökogartenanlage „Wildkraut" extensive, artenreiche Lebensräume auf speziellen Parzellen, in Randstreifen und in Teilen von normalen Parzellen entwickeln möchte und mit den hier lebenden Fasanen eine auffällige Tierart ausgewählt hat, um die Möglichkeiten einer sinnvollen Verbindung von Nutzung, Erholung und Biotopschutz in Berliner Kleingärten der Öffentlichkeit aufzuzeigen.

Zu 6. Ausstellungen Ihren Anspruch als Begegnungsstätte von Naturschutz und Kunst hat die Stiftung im Berichtszeitraum auch mit zwei Foto-Ausstellungen belegt. Zahlreiche Besucher und Besucherinnen nahmen die Gelegenheit wahr, die von Birgit Fischer und Anita Reinsch gezeigte Präsentation „Jahreszeiten im Havelland" sowie die von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen bereitgestellten Naturaufnahmen zu besichtigen. „Versteckspiele" lautete der Titel einer anderen Ausstellung. Gezeigt wurden Aufnahmen der Berliner Hobbyfotografin Antje Stavorinus. Auf ihren Streifzügen durch Feld und Flur war es ihr gelungen, Tiere, die sich mit großem Geschick den Blicken der Menschen entziehen, mit ihrer Kamera aufzuspüren.

Diese Vorlage hat keine Auswirkungen auf den Haushaltsplan und die Finanzplanung.