Modernisierung des Medizinstudiums an der Charite

Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung legt nachstehende Mitteilung dem Abgeordnetenhaus zur Besprechung vor.

Das Abgeordnetenhaus hat in seiner Sitzung am 06.12. 2007 Folgendes beschlossen: „Das Abgeordnetenhaus unterstützt die Bemühungen der Charite, die Ausbildung für Studierende der Medizin im Rahmen eines neuen Modellstudiengangs zu modernisieren. Dabei sollen die guten Erfahrungen von Reformstudiengang und Regelstudiengang zu einer Neuausrichtung der Ausbildung auch auf Grundlage der Evidence-based Medicine - beitragen. Der innovative Studienreformprozess an der Charite ist durch qualifizierte Ausbildungsforschung und studentische Partizipation zu begleiten.

Die Stärken und Schwächen von Regel- und Reformstudiengang müssen analysiert und evaluiert werden. Dafür ist auch externer Sachverstand zu nutzen. Die Ergebnisse der internationalen Gutachterkommission von 2005 sind einzubeziehen.

Die beiden bestehenden Medizin-Studiengänge müssen auch in der Phase struktureller Reformen die hohe Qualität ihrer Ausbildung beibehalten.

Der Reformstudiengang wird so lange fortgeführt, bis ein modernisierter Studiengang angeboten werden kann, der fachliche Anerkennung findet.

Dem Abgeordnetenhaus ist bis zum 30. März 2008 über die Entwicklungsschritte des Studienreformprozesses zu berichten. Teil dieses Zwischenberichts sollen die Planungen bis zur Erreichung des Reformziels bis zum Jahresende 2008 sein. Zum Januar 2009 ist dem Abgeordnetenhaus abschließend zu berichten."

Hierzu wird berichtet:

Ein förmlicher Antrag auf Zulassung des Modellstudiengangs nach § 22 Abs. 3 Satz 1 des Berliner Hochschulgesetzes i.V.m. § 41 der Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) ist bei der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung noch nicht gestellt worden.

Die Fakultät hat im letzten Jahr eine Kommission zur Entwicklung eines Modellstudienganges Medizin (KEMM) eingesetzt, die für die inhaltlich-fachliche Ausgestaltung des Modellstudienganges und die organisatorischen Fragen zuständig ist.

Geplant sind ein modularer Aufbau des Studiums und eine Anhebung des Kleingruppenunterrichts.

Ein Beginn zum Wintersemester 2010/11 wird von der Fakultätsleitung der Charite zwar grundsätzlich angestrebt, jedoch stehen die Beschlüsse der zuständigen Organe der Charite unter dem Vorbehalt der Zurverfügungstellung zusätzlicher finanzieller Mittel.

Der Fakultätsrat hat in seiner 9. Sitzung am 11. Januar 2010 lediglich grundsätzlich die Entwürfe einer Studienordnung und einer Prüfungsordnung für den geplanten Modellstudiengang mit Beginn des Modellstudiengangs zum Wintersemester 2010/11 und vorbehaltlich der zusätzlichen Finanzierung durch die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung angenommen.

Auf Basis der vorgelegten Ordnungen hat der Medizinsenat in seiner 50. Sitzung am 29. Januar 2010 die Einrichtung eines Modellstudiengangs an der Charite zum Wintersemester 2010/11 beschlossen. Der Beschluss erfolgte unter der Voraussetzung der Bereitstellung der notwendigen Finanzierung für die zusätzlich entstehenden Kosten durch die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Für die Anschubfinanzierung und die Folgejahre liegt noch keine abgestimmte Kalkulation vor, jedoch geht die Charite nach vorläufigen Schätzungen davon aus, dass aufgrund von Überschneidungen zwischen den drei parallel laufenden Studiengängen ein Mehrbedarf resultieren wird.

Der Aufsichtsrat der Charite hat in seiner Sitzung am 5. März 2010 die Bemühungen der Fakultät zur Einrichtung des Modellstudiengangs zum Wintersemester 2010/2011 begrüßt. Gleichzeitig wurde der Vorstand aufgefordert, eine Kalkulation der dauerhaften Kosten in der Parallelität der verschiedenen Studiengänge aufzubereiten.

Die Finanzierung muss innerhalb des Landeszuschusses für die Charite erfolgen.

Eine abschließende Prüfung, ob die Zulassungsvoraussetzungen nach § 41 Abs. 2 ÄAppO vorliegen, kann u. a. auch erst nach Beschluss einer vollständigen Studiensowie Prüfungsordnung durch den Fakultätsrat der Charite vorgenommen werden.

Eine Zulassung nach § 22 Abs. 3 Satz 2 des Berliner Hochschulgesetzes, wonach in einem neuen Studiengang die Aufnahme des Lehrbetriebes auch mit vorläufigen Ordnungen für Studium und Prüfungen zulässig ist, kommt für ein Medizinstudium mit 300 Studienanfängern pro Semester aus Gründen der Qualitätsssicherung nicht in Betracht.

Gleichwohl wird angestrebt, die Voraussetzungen für die Einrichtung des Modellstudiengangs zum Wintersemester 2010/11 rechtzeitig zu erfüllen.

Über die weitere Entwicklung wird dem Abgeordnetenhaus bis zur Sommerpause berichtet.

Auswirkungen auf den Haushaltsplan und die Finanzplanung: Gegenwärtig keine.