Koranrezitationswettbewerbe

Dies geschieht durch die frühe Anbindung der Kinder bzw. Jugendlichen mittels altersgerechter Veranstaltungen. Neben der Möglichkeit, an einem IGMG-Kinderclub teilzunehmen, existieren diverse Freizeitangebote (Fußball, Ausflüge), Koranrezitationswettbewerbe sowie Bildungsseminare und Sommerschulen. In sogenannten „Hausgesprächen" werden Vorträge zu unterschiedlichsten Themen in Privathaushalten angeboten. Der IGMG Landesverband Berlin beteiligte sich am Projekt „2 000 Hausgespräche" des Hauptverbandes.

Ziel des Projektes war es, 2 000 „Hausgespräche" durchzuführen. Neben diesen Angeboten, die eher in kleineren Kreisen stattfanden, bot der IGMG-Landesverband Berlin zwei Großveranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmern für Kinder und Jugendliche an („Maide-i Koran" ­ „Botschaft des Koran" - und „Namazla Dirili" ­ „Auferstehung mit dem Gebet").

Der SP-Vorsitzende Kurtulmu unterstrich die besondere Bedeutung von Jugend- und Bildungsarbeit nicht allein durch seine Anwesenheit am „Uniday2009" am 4. April in Dortmund mit etwa 3 000 Teilnehmern, sondern auch damit, dass er an einer Versammlung „mit Studenten aus ganz Europa" teilnahm, die von dem Leiter der IGMGStudentenabteilung organisiert wurde. Auch diese Veranstaltungen dienten der SP als Plattform für die Verbreitung ihrer Agenda. So äußerte Kurtulmu sich zu weltpolitischen und nationalen Themen und betonte, dass die Welt einer vielschichtigen Krise gegenüberstehe. Er erinnerte die Studenten daran, dass im Zeitalter der globalen Information die Unwissenheit am größten sei und betonte, dass „eine neue Ordnung" vonnöten sei, die all diese Probleme bekämpfe52

Propagiert wird hier das islamistische Staats- und Gesellschaftsmodell Erbakans. Die „neue Ordnung" Erbakans meint ein islamistisches Staats- und Gesellschaftsmodell, das dieser nicht allein für die Türkei, sondern für die gesamte Staatengemeinschaft fordert: „Die Millî Görü erneut auf die Beine zu bringen, ist als ein Befreiungsrezept nicht nur für die Türkei und den Islam, sondern für die gesamte Menschheit zu verstehen."

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 40jährigen Bestehen der „Millî Görü"-Bewegung machte Erbakan das „Freund ­ Feind ­ Denken" seines Weltbildes deutlich: „Nach 1990 haben sich die Menschen in zwei Gruppen geteilt.

Entweder waren sie Anhänger der Millî Görü oder Befürworter des Imperialismus. Letztlich laufen alle Definitionen auf das Gleiche hinaus. Millî Görü bedeutet, sich gegen Sklaventum, Ausbeutung und Knechtschaft aufzulehnen und das Recht zu achten. Es ist eine Bewegung unserer Nation, um zum eigenen Ursprung und um sich selbst zu finden. Mit anderen Worten ist die Millî Görü-Bewegung die Tatsache, dass eine neue Welt gegründet wird."

Deutlich wurde dieses Weltbild Erbakans, das auch antisemitische Züge enthält, anlässlich der „4. Internationalen Konferenz zur kulturellen Zusammenarbeit muslimischer Jugendlicher" in Istanbul im Juli 2009: „Bis heute dauert der Kampf zwischen Wahrheit (hak; auch: Gott) und Nichtigem (batil) an. Wir befinden uns jetzt an einem Wendepunkt: Entweder dauert die Herrschaft des Westens noch eine Weile an, oder die Herrschaft der Wahrheit setzt sich durch. Den Schlüssel dazu haben wir in der Hand. Es hängt von unserem Kampf ab. Die Osmanen wurden gestoppt, und es begann die Herrschaft des Zionismus. Wir kämpfen jetzt dafür, die Geschichte auf den ursprünglichen Weg zurückzubringen (...) Es ist unmöglich, sich nicht gegen dieses System aufzulehnen. (...) Dieses System macht uns zu nichts anderem als zu Sklaven."

Im Zusammenhang mit der israelischen Militäraktion gegen die HAMAS im Gazastreifen kam es insbesondere in muslimischen Ländern, aber auch in Deutschland zu Solidarisierungsbewegungen.

Höhepunkt der von der IGMG organisierten Solidaritätsveranstaltungen war eine Demonstration am 10. Januar 2009 in Duisburg, an der ca. 10 000 Personen teilnahmen. Auch in Berlin gab es seit Beginn der israelischen Militäroffensive mehrere Protestveranstaltungen, an denen sich neben Anhängern der palästinensischen HAMAS auch Anhänger der IGMG beteiligten. Zudem berichtete die IGMG über den Konflikt intensiv auf ihrer Internetpräsenz. Diese Artikel stellten insbesondere die aktuelle Lage der Palästinenser dar und gingen auf die Hilfsmaßnahmen der IGMG und der „Internationalen Humanitären Hilfsorganisation e.V." (IHH) ein. Ali Kizilkaya ­ früherer IGMG-Generalsekretär und seit 2002 Vorsitzender des „Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland e.V." ­ appellierte an die Muslime in Deutschland, „sich an demokratischen Protestaktionen zu beteiligen."

Daneben rief die Generalzentrale der IGMG „dringend zur Teilnahme an der Spendenaktion für Palästinenser" auf und leistete humanitäre Hilfe vor Ort. Auch der Vorsitzende des IGMG-Landesverbandes Berlin reiste mit einer Delegation an die ägyptisch-palästinensische Grenze.

In der als inoffizielles Sprachrohr der „Millî Görü"Bewegung anzusehenden „Millî Gazete" wurde Israel als „Terrorstaat" bezeichnet.