Migration

Umweltinformationen für MigrantInnen bereit stellen

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

Der Senat wird aufgefordert, unter Beteiligung von Verbänden und Einrichtungen aus dem Umwelt- und Sozialbereich, sowie Vertretern und Vertreterinnen von Zugewanderten sowie Wissenschaft ein Konzept zu erarbeiten, um zielgruppengerechte Umweltinformationen für MigrantInnen bereit zu stellen.

Insbesondere sind dabei die nachfolgenden Punkte zu berücksichtigen:

1. Durch die Bereitstellung zielgruppenspezifischer und mehrsprachiger Informationsangebote sollen Informationsdefizite zu Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes abgebaut und Bewusstsein für umweltschonendes Verhalten entwickelt bzw. weiterentwickelt werden.

2. Durch die Bereitstellung zielgruppenspezifischer Umweltinformationen für MigrantInnen soll sowohl Wissen über den sorgsamen Umgang mit den natürliche Ressourcen, als auch über die finanziellen Vorteile z.B. der Abfall-, Energie- und Wassereinsparung vermittelt werden.

3. Die Umweltinformationen sollen MirgrantInnen dazu anregen, sich im Sinne einer Partizipation aktiv an Umweltprojekten zu beteiligen bzw. diese selbst zu initiieren.

Dem Abgeordnetenhaus ist bis 31.03.2011 ein Bericht über den Stand der Umsetzung unter Einbeziehung der o.g. drei Punkte vorzulegen.

Begründung:

Die Einstellungen und das Verhalten der Menschen zu den Themen des Umwelt- und Klimaschutzes sind zentrale Aspekte einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Der Klimawandel und seine negativen Folgen bereiten vielen Menschen Sorgen und haben bereits zu vielen Veränderungen im individuellen Verhalten geführt. Die Umsetzung des vorhandenen Bewusstseins in konkretes Handeln erfolgt aber nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen. Auch wenn das Interesse an Umweltthemen bei MigrantInnen zweifelsohne vorhanden ist, so sind doch viele Gruppen in der Gesellschaft vom Wissen über die Zusammenhänge des Umwelt- und Klimaschutzes aufgrund ihrer Bildung oder Herkunft ausgeschlossen. Das größte Hemmnis ist in der Regel dabei die Sprachbarriere, die insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu Umweltinformationen erschwert. Dies hat zur Folge, dass diese Bevölkerungsgruppe Umweltinformationen gar nicht oder nur in geringem Umfang erhält und dass sich ein Bewusstsein zu den Problemen des Umwelt- und Klimaschutzes nur schwer oder gar nicht entwickeln kann. Aber auch finanzielle Vorteile, z. B. durch die Einsparung von Energie, Abfall und Wasser, können aufgrund von Informationsdefiziten nicht genutzt werden.

Es gibt mittlerweile einzelne Einrichtungen und Organisationen, wie z. B. der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), die gezielt für die türkischsprechende Bevölkerung in Berlin Material zur Umweltinformation anbieten. Aber die Gruppe der MigrantInnen ist vielfältig. Daher besteht die Notwendigkeit für eine zielgruppenspezifische Umweltkommunikation, die auf ein gleichmäßig hohes, umweltgerechtes Verhalten in der Gesamtbevölkerung hinwirkt. In diesem Sinne soll - unter Einbeziehung von Umwelt- und Sozialverbänden - ein Konzept zur Umweltinformation erarbeitet werden.