Forschung

E-tropolis ­ Berlin als Modellstadt für Elektromobilität verwirklichen

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

Das Abgeordnetenhaus spricht sich dafür aus, dass der Senat die notwendigen gesetzlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen dafür trifft, Berlin zu einer Modellstadt für Elektromobilität auszubauen. Dafür soll zunächst gemeinsam von Unternehmen und dem Land Berlin eine gemeinsame Plattform mit dem Titel „E-tropolis" gegründet werden. Diese soll neben der Einrichtung eines ausreichend großen Ladestationsnetzes innerhalb des Stadtgebiets bis einschließlich 2013/14 in einer konzertierten Sammelbestellung von Unternehmen, Behörden und öffentlichen Betrieben eine Gesamtstückzahl von mindestens 20.000 Elektroautos ordern. Von einem Folgeeffekt von Bestellungen in einer Größenordnung von noch einmal 10.000 Fahrzeugen von Privatpersonen ist auszugehen. Der Senat sollte des Weiteren die Nachfrage nach Elektroautos stimulierende Akzente setzen, indem beispielsweise eine kostenfreie Parkraumund straffreie Busspurnutzung ermöglicht wird.

Begründung:

Der Markt der Elektromobilität ist einer der Zukunftsmärkte überhaupt. Die Elektrifizierung des Automobils bedeutet einen ersten wichtigen Schritt hin zur Abkehr von den bislang praktisch singulär genutzten Verbrennungsmotoren.

Und sie bedeutet eine drastische Verringerung der durch den Verbrennungsprozess entstehenden und die Umwelt schädigenden Abgase.

Deutschland kann nach einer Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) bis zum Jahr 2020

Leitmarkt für Elektromobilität werden. Dabei sehen Unternehmen und Verbände Margen zwischen einer knappen Million bis hin zu 4,5 Millionen Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb auf deutschen Straßen.

Berlin kann und muss Modellstadt dieser innovativen Zukunftstechnologie werden. Wir haben die Möglichkeit, nationaler Testmarkt und internationaler Präsentationsraum für Elektromobilität zu werden. Dafür könnten in einem ersten Schritt 20.000 Fahrzeuge von Unternehmen und Behörden bestellt werden. Dies würde eine Sogwirkung für weitere 10.000 Autos durch Privatpersonen nach sich ziehen.

Sowohl in Berlin als auch in Teilen der neuen Bundesländer haben sich Forschungsfelder und erste Produktionsbetriebe für Elektrozellen herausgebildet, die sich um die Entwicklung unkonventioneller Wiederaufladeladeeinrichtungen bemühen.

Gerade in einer dicht besiedelten Region wie der deutschen Hauptstadt ließe sich ein Modellprojekt E-tropolis aus unserer Sicht gut umsetzen, da die infrastrukturellen Einrichtungen für eine Vielzahl von Nutzern in engem Radius erreichbar wären, was eine entsprechende Kosten-Nutzen-Analyse positiv erscheinen lassen würde.

Berlin, den 21. Juni 2010

Henkel Melzer Friederici und die übrigen Mitglieder der Fraktion der CDU