Studiengang

Der Senat legt nachstehende Mitteilung dem Abgeordnetenhaus zur Besprechung vor:

Das Abgeordnetenhaus hat in seiner Sitzung am 25. Februar 2010 Folgendes beschlossen: "Für die Beschäftigung von Praktikantinnen und Praktikanten in den Senatsverwaltungen und den nachgeordneten Verwaltungen und Unternehmen mit mehrheitlicher Landesbeteiligung werden nachfolgend dargelegte Regeln für das Anbieten von Praktika als Leitlinie festgelegt:

­ Praktika in der Berliner Verwaltung dienen der Berufsorientierung und der praktischen Berufsbildung.

­ Praktikantinnen und Praktikanten sollen in Arbeitsabläufe integriert werden, dürfen aber keine Vollzeitstellen ersetzen. Die dauerhafte Wahrnehmung von Aufgaben oder Arbeitsschritten durch Praktikantinnen und Praktikanten ist nicht zulässig.

­ Die Dauer von Praktika wird regelmäßig auf 3 Monate begrenzt. Ausnahmen sollen nur im Rahmen von Ausbildungsgängen, in denen längere Praktika vorgeschrieben sind, sowie für Praktika im Rahmen von staatlichen Programmen gelten.

­ Praktikantinnen und Praktikanten, deren Praktika nicht Teil einer Schul-, Fachhochschuloder Hochschulausbildung sind, sind angemessen zu vergüten, soweit die Laufzeit des Praktikums mehr als einen Monat beträgt.

Über die Umsetzung wird dem Abgeordnetenhaus bis zum 30. Juni 2010 berichtet."

Hierzu wird berichtet:

Die von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport durchgeführte Bestandsaufnahme im Hinblick auf die Einhaltung der beschlossenen Grundsätze bei der Beschäftigung von Praktikantinnen und Praktikanten hat ergeben, dass diese Grundsätze in den betreffenden Verwaltungen bereits jetzt weitestgehend umgesetzt sind.

Senatsverwaltungen und nachgeordnete Verwaltungen r BerAus der Gesamtschau der eingegangenen Rückmeldungen ergibt sich, dass die angebotenen Praktikumsplätze im den betreffenden Verwaltungen einschließlich der Finanzämter sowie de liner Gerichte immer der Berufsorientierung und praktischen Berufsbildung im Rahmen einer Schul, Fachhochschul- und Hochschulausbildung dienen. In einigen Fällen erfolgen Praktikumseinsätze auch aufgrund eines staatlichen Bildungsprogramms. Der Erwerb von praktischen Erfahngen, Kenntnissen und Fähigkeiten steht eindeutig im Vordergrund.ru

Alle Praktikantinnen und Praktikanten werden in die Arbeitsabläufe integriert. Zudem werden in keinem Bereich Voll- oder Teilzeitstellen durch Praktikantinnen und Praktikanten ersetzt. Eine dauerhafte Wahrnehmung von Aufgaben oder Arbeitsschritten durch Praktikantinnen und Prakt kanten findet ebenfalls nicht statt. Die Schüler- und Studienpraktika werden auf der Basis von Praktikumsvereinbarungen durchgeführt. Sie werden auf der Grundlage der jeweils durch die Bil dungseinrichtungen vorgegebenen Bedingungen der Ausbildungsgänge (z.B. Dauer des Praktikums) und von Praktikumsplän ien durchgeführt. Darin werden die zu erwerbenden Fachkenntnisse nd Kompetenzen festgelegt.

Die Dauer reicht im Allgemeinen von zweiwöchigen Schülerpraktika bis zu dreimonatigen bzw. sechsmonatigen Pflichtpraktika, wie sie z. B. für Studierende des Studienganges Öffentliche Verwaltungswirtschaft der Hochschule für Wirtschaft und Recht regelmäßig in den Studien- und Praktikumsordnungen festgeschrieben sind. Ansonsten liegt die durchschnittliche Praktikumsdauer im Allgemeinen zwischen einem und drei Monaten. Eine Verwaltung wies darauf hin, dass aktuell be Bewerbungen um Praktika zunehmend das Bildungsprogramm der Europäischen Union für den Hochschulbereich ­ Erasmus ­ an Bedeutung gewinnt, in dem auch Studienpraktika bis zu 12 Moaten möglich sind.

Bei den Berliner Gerichten werden die Grundsätze ebenfalls berücksichtigt. Lediglich in einem Amtsgericht ist in Abweichung von den Vorgaben des Beschlusses derzeit noch eine Praktikantin beschäftigt, deren Praktikum auf sechs Monate begrenzt ist, ohne dass diese Praktikumsdauer im Rahmen von Ausbildungsgängen vorgeschrieben ist. Die Dauer entsprach dem Wunsch der Praktikantin, der Beschluss des Abgeordnetenhauses von Berlin.

Die betreffenden Verwaltungen bieten fast ausschließlich unentgeltliche Praktikumsplätze als Be standteil einer Schul, Fachhochschul- oder Hochschulausbildung an. Die Ausnahme bildet das Praktikantenentgelt der einjährig eingesetzten Rettungsassistentinnen und -assistenten, die tarifch vergütet werden.