MS Windows Da sind zunächst die Betriebssysteme ohne die ein Rechner nicht auskommt

Ein Versionsabgleich, damit benötigte Updates oder Patches installiert werden können. Welche Informationen jedoch übertragen werden, ist für die „einfachen" Computernutzenden nicht nachvollziehbar. Welche bekannten Plaudertaschen gibt es, und was kann man gegen sie tun?

MS Windows

Da sind zunächst die Betriebssysteme, ohne die ein Rechner nicht auskommt. So stellt z. B. MS Windows XP regelmäßig eine Internetverbindung her, damit überprüft werden kann, ob Updates oder Patches („Flicken") für das Betriebssystem vorhanden sind und installiert werden sollten. Diese Aktualisierungen mögen ihre Berechtigung haben, doch es gibt auch andere Wege, das Betriebssystem auf einem aktuellen Stand zu halten, ohne dass automatisch eine Internetverbindung initiiert wird. Hier helfen sog. Update Packs, die eine Zusammenstellung der wichtigsten Patches beinhalten und von diversen Webseiten wie z. B. WinFuture.de oder WinBoard.org ohne die Übertragung von Betriebssystemdaten heruntergeladen werden können.

Außerdem gibt es spezielle Software, die den Computer überprüft, ob alle wichtigen Updates oder Patches installiert sind. Auch hier erfolgt eine Überprüfung des Rechners, die zwar von der Nutzerin oder dem Nutzer initiiert wird. Sie oder er erfährt aber nicht, welche Daten übertragen werden. Wer sich also vor der automatischen Update-Prüfung schützen will, sollte die automatischen Updates deaktivieren.

Wird das Betriebssystem installiert, wird die Nutzerin oder der Nutzer aufgefordert, Windows zu aktivieren.

Hierbei werden die ersten Daten an Microsoft übermittelt. Bisher ist diese Aktivierung auch noch anonym per Telefon möglich. Die sog. WGANotifikation wurde als wichtiges Patch unter WindowsXP installiert und nimmt regelmäßig Kontakt zu Microsoft auf, um zu prüfen, ob eine gültige Windows-Lizenz vorliegt. Laut Aussage von Microsoft ist dieser Patch nicht deinstallierbar, im Web findet man jedoch Hinweise, wie er gelöscht werden kann157. Wenn sich z. B. eine Anwendung vorzeitig beendet hat, erscheint ein Fenster, in dem der Hersteller bittet, zwecks Prüfung des Fehlers einen Fehlerbericht an ihn zu übertragen. Dieser kann jedoch je nach Anwendung Daten enthalten, die man nicht versenden möchte. Die Nutzerin oder der Nutzer kann dann per Dialogfeld das Versenden unterbinden oder das Erscheinen der Fehlerberichterstattung in den Systemeigenschaften deaktivieren. In Windows Vista muss der Windows-Fehlerberichterstattungsdienst ausgeschaltet werden.

Auch die Dokumenten-Liste kann einen Einblick in die Privatsphäre der Nutzenden ermöglichen, wenn sie nicht unter einer eigenen Kennung arbeiten.

Ansonsten hilft ausschließlich die Deaktivierung dieser Option oder der Einsatz von Tools, die die Spuren beseitigen. Wenn man den elektronischen Papierkorb leert, wird lediglich der Speicherplatz zum Überschreiben freigegeben. Wenn sie endgültig gelöscht werden sollen, müsste dies mit speziellen Löschtools geschehen, die durch mehrfaches Überschreiben die Daten sicher beseitigen.

Abschließend sei auf diverse kostenfreie Tools hingewiesen, die z. B. die unbemerkte Kontaktaufnahme mit dem Hersteller unterbinden (z.B. XPAntispy). Andere Tools wie das Programm ccleaner beseitigen Windows- und Internet-Explorer-Spuren.

MS Office

Bis zum ServicePack 3 von MS Office 2003 enthielten die gespeicherten Dateien sehr viele Zusatzinformationen (wie Entstehungsgeschichte, Änderungen, Speicherort, Autor), die mit der elektronischen Weitergabe von der Nutzerin oder dem Nutzer meist unwissentlich verbreitet werden. Gerade die Bearbeitungshistorie, bei der evtl.AdobeUpdater.exe" aufruft, kann die Funktion „Automatisch nach Updates suchen" deaktivieren.

Medienabspieler Wurde ein Stück mit dem Real Player in der Version abgespielt, wurden gleichzeitig Nutzerdaten an den Hersteller gesendet. Es sollten die Eigenschaft „Player" konfiguriert werden und in den Datenschutzeinstellungen alle Häkchen entfernt werden. Wird der Quicktime Player gestartet, wird eine Internetverbindung zum Hersteller aufgebaut, damit Werbung herunter-geladen werden kann. Diese lässt sich durch Deaktivierung der Funktion „HotPicks" verhindern. Der iTunes-Player von Apple lädt nicht nur z. B. Podcasts herunter, es werden auch Daten über die abgespielten Lieder gesendet. Alles lässt sich deaktivieren, z. B. durch Ausblendung des Ministore. Auch der -MediaPlayer sendet Daten (auch Nutzerdaten) per Internet an den Hersteller. In den Optionen kann über den Reiter Datenschutz sehr viel deaktiviert werden, z. B. Lizenz-Downloads, PlayerID, Medieninformationen zu CDs/DVDs sowie Codec-Updates.

Bilder

Die Datei thumbs.db findet sich in Ordnern, die Fotos enthalten. Darin sind in stark verkleinerter Auflösung alle Bilddateien des Ordners. Mit speziellen Tools können die Bilder vergrößert und sogar die Bildinformationen (z.B. Aufnahmedatum) angezeigt werden. Wird in den Ordneroptionen die Option „Miniaturansicht nicht zwischenspeichern" aktiviert, wird diese verräterische Datei nicht angelegt. Das gängige Format für die Speicherung von Fotos ist jpeg (als Dateikürzel auch jpg). Dass hier außer dem eigentlichen Bild auch noch Metadaten wie Datum und Uhrzeit oder Standortdaten (GPS) der Aufnahme aufgezeichnet werden, dürfte nicht allgemein bekannt sein. Kleine Freeware-Programme können diese Metadaten löschen.

Browser

In Browsern befinden sich im Cache (bzw. Temporären Internetdateien), in der History (bzw. Chronik), in der URL-Anzeige (bzw. Browserverlauf) diverse Informationen wie Downloads, Formulardaten und Kennwörter. Auch wenn der Browser nichts „erzählt", bedienen sich die Webseitenbetreiber diverser Tricks. So setzen sie Cookies, vom Server gesendete und im Browser gespeicherte Informationsschnipsel, die inzwischen als SuperCookies bis zu 5 MB groß sein können. Bei regelmäßig besuchten Seiten entstehen mit Hilfe dieser Cookies ausführliche Nutzerprofile. Auch werden Protokolle angelegt, die z. B. den Ablauf des Besuchs von Webseiten festhalten. Über die Datenschutzoptionen oder den Einsatz spezieller Tools lassen sich viele Daten nach Beenden des Programms automatisch löschen. Die Browserentwickler haben ebenfalls Abhilfe geschaffen, sodass in sog. „privaten Sessions" gesurft werden kann, ohne dass das Programm vertrauliche Daten speichert. Unter dem Betriebssystem MS Vista funktioniert die automatische Löschfunktion im Protected Mode wegen eines Programmfehlers leider nicht wie gewollt. Google Chrome vergibt eine persönliche Identifikationsnummer (ID) während der Installation, die bei Updates übertragen wird.

Hinweise zum Setzen einer anderen ID finden sich in der Fachliteratur159.

Software-Updates

Die Problematik der Software-Updates hat die internationale und die nationale Konferenz der Datenschutzbeauftragten veranlasst, schon 2003 entsprechende Entschließungen zu fassen.