Integration

Modernisierungsprogramm ServiceStadt Berlin

3. Fortschrittsbericht an den Senat und das Abgeordnetenhaus

- Stand der Projekte und Vorhaben zum 31.03.2010 Seite 163 von 343

Förderung und Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Verstärkung des bürgerschaftlichen Engagements (II 2)

Durch vielfältige Maßnahmen und Förderstrategien verbessert der Senat die Rahmenbedingungen für das Bürgerschaftliche Engagement und trägt zum Aufbau einer zivilgesellschaftlichen Infrastruktur bei. Dabei kommt es darauf an, dass der Beitrag der Bürgerinnen und Bürger zu einer sozialen und demokratischen Gesellschaft sichtbar wird und einen angemessenen Stellenwert erhält. Im Juni 2009 hat der Senat daher Grundsätze und Leitprojekte zur Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements in Berlin beschlossen und dem Abgeordnetenhaus zur Kenntnis gegeben.

· Aufbau einer Engagementplattform „Engagiert in Berlin"

In Metropolen (Großstädten) vollziehen sich gesellschaftliche Entwicklungen und Prozesse dynamischer als in Klein- und Mittelstädten und z. B. im ländlichen Umfeld.

Große Städte wirken wie Katalysatoren für gesellschaftliche Tendenzen wie die zunehmende Individualisierung, die Veränderung des Familienbildes oder des Arbeitslebens. Dies gilt auch für die nachlassende Bindung an traditionelle Organisationen, an Kirchen, Vereine und Parteien.

Dies findet sein Spiegelbild in neuen Motivlagen für das Freiwillige Engagement: Neben den Wunsch nach Selbstverwirklichung und Spaß am Engagement tritt insbesondere der Wille zu mehr gesellschaftlicher Partizipation und Mitgestaltung. Dabei ist zu beobachten, dass das früher übliche Langzeitengagement durch kurzfristiges Engagement, z. B. in Projekten, ergänzt und teilweise ersetzt wird. Dieser Wandel vollzieht sich mit großer Dynamik insbesondere in der jüngeren Generation.

Nicht die Freiwillige Feuerwehr oder der Schützenverein prägen das Bild Bürgerschaftlichen Engagements in der Großstadt. Neben der klassischen gemeinnützigen Arbeit in Organisationen des Dritten Sektors, die sich innerhalb von seit Jahrzehnten etablierten Strukturen vollzieht, wie z. B. in Berlin den Nachbarschaftsheimen, entwickeln sich neue Formen des Engagements. Die Freiwilligenszene in Berlin wird geprägt durch ihre Vielfältigkeit. Es existieren Vereine, Bürgerinitiativen, Selbsthilfegruppen und Einzelprojekte für die unterschiedlichsten Anliegen und Interessen.

Auch um diesen Wandlungen des Engagements Rechnung zu tragen, bauen wir im Rahmen eines ESF-Projekts eine Internetplattform auf, die es einzelnen Freiwilligen ermöglichen soll, sich in bereits bestehenden Strukturen zu engagieren bzw. Gleichgesinnte zur Umsetzung eigener Ideen zu finden. Dadurch, dass wir Ideen, Engagement und Geld vernetzen, fördern wir das Engagement in der Stadt, bringen Engagierte mit Einsatzorten in Verbindung und schaffen ein Mehr an Transparenz im Dritten Sektor. Die Internetplattform ist unter folgendem Link zu erreichen:http://www.berlin.de/buergeraktiv/. Modernisierungsprogramm ServiceStadt Berlin

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· Transparenzinitiative Vorfälle der letzten Zeit in Berlin haben gezeigt, dass im gesamten Dritten Sektor ein

Mehr an Transparenz und Kontrolle notwendig ist. Bereits im Oktober 2009 hat der Senat die feierliche Unterzeichnung der sogenannten Transparenzcharta durch Berliner Organisationen des Dritten Sektors ermöglicht. Der Unterzeichnung sind eine Reihe von Gesprächen vorausgegangen, in denen der Senat mit Repräsentanten des Dritten Sektors und der Berliner Wissenschaft das Thema Transparenz in den Grundzügen erörtert hat. Die Transparenzgrundsätze werden unterlegt durch eine Reihe von Pflichtfeldern auf der Ehrenamtsplattform „Engagiert in Berlin".

· Ehrenamtscard

In der Senatsagenda ist als eines der wichtigsten Vorhaben bis zum Ende der Legislaturperiode die Einführung eines zusätzlichen Anerkennungsinstruments für besonders engagierte Ehrenamtliche, die Ehrenamtscard, angekündigt worden. Nachdem in den letzten Monaten einige Grundentscheidungen hierzu innerhalb der Senatskanzlei getroffen worden sind und eine Reihe von Partnern gewonnen wurden, ist geplant, die Ehrenamtscard zum 01. Januar 2011 einzuführen. Ein entsprechender Senatsbeschluss wird durch eine öffentliche Diskussion mit Berliner Organisationen und Vertretern des Dritten Sektors vor der Sommerpause vorbereitet.

Die Einführung einer Ehrenamtscard als Label im Land Berlin als zusätzliches Anerkennungsinstrument trägt dem Umstand Rechnung, dass sich insbesondere Angehörige der mittleren und älteren Generationen verstärkt in der Freiwilligenarbeit engagieren.

Die Ehrenamtscard richtet sich zwar an alle Altersklassen, sie wird aber insbesondere hinsichtlich der älteren Engagierten eine Lücke in der Berliner Anerkennungskultur schließen, gerade für diese Gruppe steht in Berlin noch kein geeignetes Anerkennungsinstrument zur Verfügung.

· Besondere Anerkennung von Stiftern und Mäzenen Besonderen Wert legt der Senat auf die Würdigung und Vernetzung der Aktivitäten von Stiftern und Mäzenen in der Stadt. Dies findet Ausdruck in dem seit 2003 ausgerichteten feierlichen jährlichen Empfang für Neustifter und ­stifterinnen. Gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Stiftungen und dem Landesnetz Berliner Stiftungen wird der Regierende Bürgermeister im November 2010 den 4. Berliner Stiftungstag ­ im Berliner Rathaus ­ ausrichten.

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A Stammdaten Berichtsblatt zuletzt geändert von: (bitte Namen eintragen) Horst Ulrich am: (bitte Datum eintragen) 26.04. Nr. des Projekts / Vorhabens Name des Projekts / Vorhabens II 4 e-Partizipation 19. Federführende Behörde: Senatskanzlei 20. Beteiligte Behörden (Berlin, Bund und andere Länder):

Alle Berliner Landesbehörden 21. Projektleiter(in) bzw. Ansprechpartner(in): Marion Stichling 22. Telefon: 926-2288

23. e-Mail: marion.stichling@skzl.berlin.de 24. Ziel(e) des Projekts/Vorhabens: Bündelung und Koordinierung von Vorhaben einzelner Behörden oder Behördenteile der Berliner Verwaltung zum Thema e-Partizipation; Sicherung ihrer leichten Erreichbarkeit über das Berliner Landesportal berlin.de; Integration der Anwendungen in den Verwaltungsführer und in die Wissensdatenbank Berlin; Verbesserung der Qualität politischer Entscheidungen durch vermehrte Einbeziehung von Bürgermeinungen; Schnittstellen zu anderen Projekten/Vorhaben? Falls ja, zu welchen?

Die zurzeit aktuellen Schnittstellenprojekte sind im Verwaltungsführer unter folgendem Link zusammengefasst: <http://www.berlin.de/verwaltungsfuehrer/interaktivedienstleistungen/> Schnittstellen zu Projekten im Planungsstadium bestehen zum Projekt Ordnungspartnerschaften.