Grundschule

Über Art und Umfang der Leistungsdifferenzierung und die Formen der individuellen Förderung entscheidet jede Schule selbst. Das an allen Integrierten Sekundarschulen angebotene Duale Lernen - die Verbindung von Lernen in der Schule mit der beruflichen Praxis - steht für Schülerinnen und Schülern aller angestrebten Schulabschlüsse offen. In unterschiedlichen Organisationsformen - vom Betriebspraktikum bis zur Schülerfirma - soll eine frühzeitige Berufsorientierung möglich werden.

Da generell als Ganztagsschule organisiert, wird der Unterricht durch vielfältige zusätzliche Bildungs- und Betreuungsangebote ergänzt. Die Grundsatzentscheidung über die Form des Ganztagsbetriebs bleibt der Einzelschule überlassen.

Grundzüge der Organisation

Die Überleitung in die neue Schulart kann auf verschiedene Weise erfolgen:

- Umwandlung einer einzelnen Schule in eine Integrierte Sekundarschule oder

- Zusammenlegung von zwei (oder drei) Schulen bei gleichzeitiger Umwandlung zu einer Integrierten Sekundarschule.

Um die angestrebte Heterogenität der Schülerschaft der neu entstehenden Schulen zu unterstützen, sollten bevorzugt Schulen unterschiedlicher Schulart zusammen gelegt werden.

Bisherige Gesamtschulen behalten, sofern vorhanden, ihre Grundstufen ebenso wie ihre gymnasialen Oberstufen.

Integrierte Sekundarschulen, die nicht (wie z. B. ein Teil der bisherigen Gesamtschulen) über eine eigene Oberstufe verfügen, müssen verbindliche Kooperationen mit bestehenden gymnasialen Oberstufen an bisherigen Gesamtschulen, an Gemeinschaftsschulen oder an Oberstufenzentren (Berufliche Gymnasien) vereinbaren.

Um die erforderliche fachliche Differenzierung zu ermöglichen, sollen Integrierte Sekundarschulen in der Regel vier- bis sechszügig organisiert werden. Nur im besonders gelagerten Einzelfall ist die Dreizügigkeit nach Genehmigung durch die Schulaufsichtsbehörde möglich. Gesamtschulen, die zum Zeitpunkt ihrer Umwandlung in eine Sekundarschule bis zu achtzügig geführt werden, können die bisherige Organisationsgröße beibehalten.

Integrierte Sekundarschulen sollen grundsätzlich gemeinsamen Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf anbieten.

Auswirkung der Strukturreform auf die Gymnasien

Die quantitativen Auswirkungen der Strukturreform auf die bestehenden Gymnasien sind derzeit qualifiziert nicht darstellbar. Ob - und wenn ja, in welchem Umfang - sich das Wahlverhalten beim Übergang von der Klassenstufe 6 nach 7 zu Gunsten oder zu Lasten des Gymnasiums verändern wird, ist erst mittelfristig erkennbar. Die getroffenen Annahmen basieren daher auf den Status-Quo-Prognosen.

Die bereits eingeführte Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur auf 12 Jahre hat eine verlängerte tägliche Anwesenheitszeit der Schülerinnen und Schüler zur Folge, da die notwendige Erweiterung der Stundentafel zwangsläufig zu verstärktem Nachmittagsunterricht führt. An allen Gymnasien sollen daher die Voraussetzungen geschaffen werden, dass den Schülerinnen und Schülern ein Mittagessen angeboten werden kann. Dies erfolgt schrittweise ab 2009. Darüber hinaus soll künftig in jedem Bezirk ein Gymnasium im Ganztagsbetrieb organisiert werden.

Standorte des Zweiten Bildungswegs

Da die Einrichtungen des Zweiten Bildungswegs zu einem großen Teil Standorte von weiterführenden allgemein bildenden Schulen mitnutzen, können sie von Standortveränderungen im Zuge der Einrichtung der Sekundarschulen mittelbar betroffen sein. Diesbezügliche Darstellungen erfolgen im Zuge der ab 2010 geplanten Erstellung des Gesamt-Schulentwicklungsplans.

3. Quantitative Planungsgrundlagen

Bevölkerungsprognose

Der Senat hat am 17.2.2009 die Bevölkerungsprognose 2007 - 2030 für Berlin und die Bezirke beschlossen. Sie dient als Grundlage u.a. für die Modellrechnung zur Entwicklung der Schülerzahlen sowie für die Schulentwicklungs- und die Investitionsplanung. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Prognose für den Schulentwicklungsplan sind:

Die Entwicklung von Bevölkerungszahl und -struktur wird in den Bezirken sehr unterschiedlich verlaufen. In sechs Bezirken steigt die Bevölkerungszahl, in fünf sinkt sie. Der größte Zuwachs wird für den Bezirk Pankow erwartet.

Nach dem drastischen Rückgang der Geburtenzahlen im Ostteil Berlins seit 1991 sind die Geburtenraten wieder leicht angestiegen; trotz der angenommenen, relativ stabilen Geburtenraten wird die Zahl der Geburten in Zukunft rückläufig sein, da künftig geburtenschwache Jahrgänge von Frauen im gebärfähigen Alter mit höherem Anteil vertreten sein werden.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren wird von 2007 bis 2030 weiter sinken.

Das innerstädtische Umzugsverhalten wird über Umzugsquoten ermittelt, die aus den Daten der vergangenen Jahre abgeleitet werden. Es wird davon ausgegangen, dass die ermittelten Umzugsquoten das künftige Umzugsverhalten abbilden. Der Prognoseberechnung wurden die Wanderungstrends der Jahre 2006/07 zugrunde gelegt. Sie lassen sich vereinfacht wie folgt zusammenfassen:

Die höchsten Wanderungsgewinne weisen die durch Einzelhausbebauung mit hohen Nachverdichtungspotentialen geprägten Stadtteile im Nordosten und Südosten der Stadt sowie die Wohngebiete im Südwesten auf.

Die Gebiete am nordwestlichen und südlichen Stadtrand (Spandau-Nord, Reinickendorf, Lichtenrade, Rudow) sind durch Wanderungsverluste geprägt.

Verluste ergeben sich bei den Großsiedlungen am östlichen Stadtrand (Hohenschönhausen, Marzahn und Hellersdorf sowie in Friedrichsfelde). Hinter den Ergebnissen für die Bezirke können differenzierte und zum Teil gegenläufige Entwicklungstendenzen in den einzelnen Ortsteilen stehen. In Marzahn-Hellersdorf beispielsweise steht den anhaltenden Verlusten in der Großsiedlung im Norden gleichzeitig eine Bevölkerungszunahme in den durch Einzelhausbebauung geprägten Nachverdichtungsbereichen im Süden gegenüber.

Entwicklung der Schülerzahlen - Berlin gesamt Quantitative Grundlage der Schulentwicklungsplanung ist die „Modellrechnung zur künftigen Entwicklung der Schülerzahlen in den öffentlichen Schulen des Landes Berlin", die jährlich fortgeschrieben wird. Die Modellrechnung vom Februar 2009 basiert auf:

· der Schülerzahl des Schuljahres 2008/09 und der Entwicklung der vergangenen Schuljahre

· den Ist-Bevölkerungszahlen vom 31.12.

· der Bevölkerungsprognose für Berlin 2006 - 2030 der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Basisvariante) sowie

· den empirisch ermittelten bezirksspezifischen Struktur- und Übergangsquoten.

An den öffentlichen allgemein bildenden Schulen wurden im Schuljahr 2008/09 insgesamt 298.499 Schülerinnen und Schüler beschult. Voraussichtlich werden es am Ende des Prognosezeitraums (2017/18) rund 12.700 weniger sein.

In den einzelnen Schulstufen verlaufen die Entwicklungen unterschiedlich. Während in der Grundstufe der Nachfragetiefpunkt im Schuljahr 2011/12 erreicht ist und anschließend ein geringfügiger Zuwachs erwartet wird, kommt es in der Sekundarstufe I zu diesem Zeitpunkt - aufgrund des „Durchwachsens" des im Jahr 2005 eingeschulten 1 1/2 -fachen Jahrgangs - zu einem Anstieg in allen Schularten um 9 %; bis 2017/18 tritt allerdings ein Rückgang um insgesamt 2 % ein.

Aussagen zur Entwicklung der Grundschulen, der Schulen mit Sonderpädagogischen Förderschwerpunkten und der beruflichen Schulen werden im SEP 2012 - 2016 erfolgen.

Entwicklung der Schülerzahlen in der Sekundarstufe I (Anlage 1)

Integrierte Sekundarschule

Das angenommene Wahlverhalten beim Übergang von der Klassenstufe 6 nach 7 zu Gunsten oder zu Lasten der Integrierten Sekundarschule basiert auf dem Status Quo der Prognose, indem die Quote der Haupt-, Real- und Gesamtschulen zusammen berechnet wurde.

Nur eine geringe Anzahl von Schulen wird von der Möglichkeit Gebrauch machen, eine Umwandlung zur Integrierten Sekundarschule erst im Schuljahr 2011/12 vorzunehmen. In der Prognoserechnung (s. Anlage) wird daher angenommen, dass im Schuljahr 2010/11 in allen Bezirken eine flächendeckende Einführung der Integrierten Sekundarschule in der Jahrgangsstufe 7 erfolgt. Die auslaufenden 8. bis 10. Klassen der Haupt-, Real- und Gesamtschulen bleiben jeweils bestehen und werden in der Prognose entsprechend fortgeschrieben.

In den Schuljahren 2010/11 bis 2013/14 führt dies zu einem allmählichen Aufwachsen der Schülerzahlen der Integrierten Sekundarschule, während die Schülerzahlen in den bisherigen Bildungsgängen von Haupt-, Real- und Gesamtschule stetig abnehmen. Im Schuljahr 2013/14 befinden sich dann alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I entweder auf dem Gymnasium oder im neuen Bildungsgang der Integrierten Sekundarschule.

Gemäß Modellrechnung 2009 wird die Gesamtzahl dieser Schülergruppe (Haupt-, Real-, Gesamtund Integrierte Sekundarschule) zunächst von 57.400 im Schuljahr 2008/09 um 5 % auf 60. steigen (2011/12) und danach bis 2017/18 um 6.200 auf 53.900 fallen (-10% vom Höchststand bzw. - 6 % vom Ausgangswert).