Islamische Religionslehrer an den Berliner Universitäten ausbilden

An das Abgeordnetenhaus von Berlin über Senatskanzlei - G Sen Mitteilung

- zur Kenntnisnahme über Islamische Religionslehrer an den Berliner Universitäten ausbilden

- Drucksachen 16/0295, 16/1570 16/2022 und 16/2903 - 3. Zwischenbericht

Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung legt nachstehende Mitteilung dem Abgeordnetenhaus zur Besprechung vor.

Das Abgeordnetenhaus hat in seiner Sitzung am 10. Juli 2008 Folgendes beschlossen: „Der Senat wird aufgefordert, bis zum 31. Dezember 2008 die Möglichkeiten zur Ausbildung von islamischen Religionslehrern an der Freien Universität und an der Humboldt-Universität im Benehmen mit den beiden Hochschulen zu prüfen".

Hierzu wird berichtet:

Die Ausbildung islamischer Religionslehrer war Thema einer Arbeitsgruppe des Wissenschaftsrates zu Theologien und Religionswissenschaften an deutschen Hochschulen. Auftrag der Arbeitsgruppe war unter anderem die Frage, ob und in welcher Form die Ausbildung insbesondere islamischer und jüdischer Religionslehrer und kirchlicher Berufsträger an deutschen Hochschulen organisiert werden kann und soll.

In seinen Empfehlungen vom Januar 2010 hält der Wissenschaftsrat die Einführung akademisch fundierter und theologisch orientierter Islamischer Studien für erforderlich. Konkret sollen an zwei bis drei Standorten in der Bundesrepublik an einer Universität, die sowohl über eine starke Islamwissenschaft und Religionswissenschaft sowie über eine (oder zwei) Theologische Fakultät(en) verfügt, eine institutionell starke Einheit für Islamische Studien aufgebaut werden. Diese Einheiten für Islamische Studien sollen einerseits theologische Forschung betreiben und andererseits den wissenschaftlichen Nachwuchs, Religionslehrer, religiöses Personal (Imame) und Sozialarbeiter ausbilden. Die erforderliche Beteiligung der Religionsgemeinschaft soll durch einen an jedem Standort zu bildenden „Beirat für Islamische Studien" übernommen werden, der aus Vertretern des Koordinationsrats der Muslime, muslimischen Religionsgelehrten sowie nicht-organisierten muslimischen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens besteht.

- 2 Diese Empfehlungen des Wissenschaftsrates werden derzeit in der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung unter Einbeziehung der Schul- und der Hochschulabteilungen ausgewertet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in Berlin die Sondersituation besteht, dass Religion kein ordentliches Lehrfach an Berliner Schulen ist, sondern von den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften selbst angeboten wird. Diese wählen das Personal aus und bestimmen die Unterrichtsinhalte. Die Schulverwaltung hat dabei gewisse Kontrollmöglichkeiten gemäß § 13 Schulgesetz bezüglich der Qualifikation der Lehrkräfte und der Inhalte.

Die Auswertung in der Senatsverwaltung sowie die Abstimmung mit den anderen Beteiligten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Es wird daher um erneute Fristverlängerung bis Ende Dezember 2010 gebeten.