Strom

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 136

Ebenso wird sich die Produktverantwortung als zentrales Element einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft mittelfristig ausweiten. Durch die Produktverantwortung können Anreize zur Abfallvermeidung und insbesondere auch zur Schadstoffentfrachtung geschaffen werden. Auch durch die geplante Optimierung und den Ausbau eines ökologischen Beschaffungswesens für alle kommunalen Stellen sind weitere nachhaltige Akzente zu erwarten. In diesem Zusammenhang stellen Lebensweganalysen für die einzelnen Produktgruppen eine wichtige Hilfe dar, entsprechende Umweltbelastungen schon bei der Produktherstellung zu erkennen und somit entsprechende Maßnahmen zu deren Verminderung zu initiieren. Das Land Berlin wird sich dafür einsetzen, dass die Produktverantwortung in den nächsten Jahren weiter ausgebaut wird.

Zudem wird angenommen, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Vermeidung und Verwertung von Siedlungsabfällen in den nächsten Jahren sowohl auf europäischer als auch auf bundesdeutscher Ebene insbesondere durch die Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie weiter ausgeweitet werden.

Auch durch die technologische Entwicklung von modernen Aufbereitungsanlagen und durch deren Anwendung wird sich die Verwertung insbesondere von gemischten Siedlungsabfällen mittelfristig erheblich steigern. Diese Techniken werden zu erheblichen weiteren Verschiebungen von Abfallströmen zur Verwertung führen.

Unter Berücksichtigung des im Januar 2005 vom Senat beschlossenen Abfallwirtschaftskonzepts wird angenommen, dass bei Umsetzung der oben genannten Maßnahmen das zu prognostizierende Siedlungsabfallaufkommen zur Beseitigung im Jahr 2015 in der Größenordnung von rund 820.000 Mg/a liegen könnte und danach bis zum Jahr 2020 weitgehend auf diesem Niveau verbleibt.

Dabei wird davon ausgegangen, dass die wesentlichen Maßnahmen (z.B. Biomassenutzung) innerhalb der nächsten 5 Jahre realisiert werden, so dass ab 2015 keine weiteren Effekte zur Verminderung des überlassungspflichtigen Abfallaufkommens erwartet werden. Die darüber hinaus geplanten Maßnahmen werden insbesondere eine hochwertigere Verwertung bewirken, die keine mengenmäßigen Auswirkungen haben.

Eine detaillierte Prognose für die überlassungspflichtigen Siedlungsabfälle im Jahr 2020 ist derzeit nicht möglich, da aufgrund der Rechtsprechung auf Bundesebene und auf europäischer Ebene und der daraus sich ergebenden Probleme hinsichtlich der Abfalldefinition und der Überlassungspflichten erhebliche Unwägbarkeiten bestehen.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1 37

Die entsprechenden Vermeidungs- und Verwertungsmaßnahmen mit den entsprechenden Klimagutschriften werden im Kapitel 6 beschrieben. Grundsätzlich führen die relevanten geplanten Verwertungsmaßnahmen gegenüber der Entsorgung dieser überlassungspflichtigen Abfälle zu einer deutlichen Entlastung an Klimagasen.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 138

Entwicklung des Bauabfallaufkommens

Entwicklung des Gesamtaufkommens von 1996 bis 2008

Das Aufkommen der einzelnen Bauabfallarten im Land Berlin wird seit 1997 hauptsächlich durch Berechnung über abfallspezifische Kennziffern für die im Betrachtungszeitraum durchgeführten Bauaktivitäten ermittelt /37/. Dabei finden entsprechende Daten des Statistischen Landesamtes für den Gebäudeneubau und -abriss, Daten verschiedener Fachbereiche der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und anderer Institutionen Berücksichtigung. Die Differenz aus dem ermittelten Gesamtaufkommen und der Menge der erfassten Bauabfälle zur Beseitigung wird dem Aufkommen an verwerteten Bauabfällen zugeordnet.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des seit 1996 im Land Berlin erfassten bzw. ermittelten Aufkommens von Bauabfällen.