Förderung

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 142

Beseitigung und Verwertung von Bauabfällen

Das Beseitigungsaufkommen von Bauabfällen im Land Berlin ist seit Jahren stark rückläufig und folgt damit dem bundesweiten Trend. Im Jahr 2008 wurde nur noch ein vergleichbar geringer Anteil in Höhe von 16.808 Mg insbesondere durch Deponierung beseitigt. Dabei handelt es sich hauptsächlich um mineralische Fraktionen mit hohem Gipskartonanteil aus der Gebäudesanierung, für die es wenig Verwertungsmöglichkeiten gibt.

Der Anteil von Bauabfällen, der jährlich einer Verwertung zugeführt wurde, ist folglich seit 1996 kontinuierlich angestiegen und seit dem Jahre 2000 auf einem konstant hohen Niveau von mindestens 98%.

Im bundesweiten Vergleich wurden damit im Land Berlin sehr hohe Verwertungsquoten erzielt. Der starke Anstieg des Verwertungsanteils in Berlin ist insbesondere auch durch die seit 1996 angeordnete gebührenpflichtige Beseitigung in ausgewählten drittbeauftragten Unternehmen bei regional ausreichend zu Verfügung stehenden und in der Regel kostengünstigeren Verwertungsmöglichkeiten beeinflusst worden. Dadurch ist ein zusätzlicher regulativer Effekt eingetreten.

Etwa die Hälfte der in Berlin anfallenden mineralischen Bauabfälle zur Verwertung werden in Berliner Anlagen zu Recyclingprodukten aufbereitet und danach vorwiegend wieder im Tief- und Straßenbau des Landes Berlin eingesetzt. Die andere Hälfte wird für Untergrundverbesserungen, bei der Errichtung von Lärmschutzwällen, bei Verfüllungen von Abgrabungen sowie zur Deponieprofilierung und für Deponiebaumaßnahmen - weitestgehend unaufbereitet - eingesetzt.

Für die schadlose Verwertung dieser Abfälle gelten im Land Berlin die „Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Abfällen ­ Technische Regeln der LAGA" /56/ mit den entsprechenden Zuordnungskriterien.3.3 Prognose der Bauabfallmengen zur Beseitigung bis 2020

Für die Einschätzung der weiteren Entwicklung des Bauabfallaufkommens zur Beseitigung werden die im Abfallwirtschaftskonzept für das Land Berlin 2004 /3/ erstellte Prognose (bis zum Jahr 2015) sowie die identischen Prognosedaten im Abfallwirtschaftsplan Berlin ­ Teilplan Bauabfall (bis zum Jahr 2018) /13/ auch bis 2020 übernommen.

Die Höhe des jährlichen Bauabfall-Gesamtaufkommens ist von der weiteren baukonjunkturellen Entwicklung im Land Berlin abhängig.

Der Anteil zur Beseitigung wird dabei zunächst hauptsächlich von den Verwertungsangeboten, d.h. Absatzmöglichkeiten von Recyclingbaustoffen und der Wiederverwendbarkeit gebrauchter Bauabfälle, Baustoffe und Bauprodukte, abhängig sein und dabei von der Weiterentwicklung moderner Aufbereitungs- und Trennverfahren beeinflusst werden.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 144

Außerdem wird die Menge der Beseitigungsabfälle aus dem Baubereich von den relevanten gesetzlichen Regelungen, wie insbesondere

Verordnung zur Regelung des Einbaus von mineralischen Ersatzbaustoffen in technischen Bauwerken und zur Änderung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung, Arbeitsentwurf, Stand 13.11.2007 /39/,

Verordnung zur Vereinfachung des Deponierechts /23/,

Bundesbodenschutz-Verordnung /8/,

Gewerbeabfallverordnung /22/. beeinflusst.

Im Sinne der Förderung der Kreislaufwirtschaft und des Ressourcenschutzes ist entsprechend der Zielsetzung der oben genannten Verordnungen, die die Verbringung von Abfällen regeln bzw. darauf Einfluss nehmen, zu erwarten, dass mittel- bis langfristig eine weitere Reduzierung des Beseitigungsaufkommens eintreten wird.

Dabei ist jedoch von außerordentlicher Bedeutung, welche Auswirkungen die geplante Verordnung zur Regelung des Einbaus von mineralischen Ersatzbaustoffen in technischen Bauwerken und zur Änderung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung auf die Verwertbarkeit der mengenrelevanten mineralischen Abfälle haben wird. Diese Bundesverordnung soll Rechtssicherheit bei der Verwertung von mineralischen Abfällen schaffen und den Zielen einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft unter Einhaltung der Erfordernisse des Boden- und Gewässerschutzes gerecht werden.

Fazit für die Prognose

Es wird zusammenfassend eingeschätzt, dass sich das Gesamtaufkommen an Bauabfällen im Land Berlin im Jahr 2020, unter Zugrundelegung einer weiterhin verhaltenen Baukonjunktur und basierend auf der im Abfallwirtschaftskonzept für das Land Berlin vom September 2004 /3/ sowie gleichlautend in der Fortschreibung des Abfallwirtschaftsplanes Berlin ­ Teilplan Bauabfall 2008 /13/ prognostizierten Menge um ca. 5 Mio. Mg bewegen wird.