Gesetz

Das Klärwerk Waßmannsdorf wurde modernisiert und Ende 1999 ertüchtigt in Betrieb genommen. Die Klärwerksleistung unterlag seitdem gewissen Schwankungen.

Im Mittel entstehen im Klärwerk Waßmannsdorf ca. 20.500 Mg TS Klärschlämme im Jahr.

Fast die Hälfte (ca. 43,3 %) der anfallenden Klärschlämme wird durch das Klärwerk Ruhleben erzeugt. Die Klärwerke Waßmannsdorf und Schönerlinde haben je einen Anteil von ca. 23,6 % bzw. ca. 15 % am Gesamtaufkommen. Die 3 kleinen Klärwerke Münchehofe, Stahnsdorf und Wansdorf sind zu je ca. 6 % am Gesamtaufkommen beteiligt. Seit 1999 sind die Klärschlammmengen im Klärwerk Wansdorf um ca. 50%, im Klärwerk Schönerlinde um ca. 37 % und im Klärwerk Waßmannsdorf um ca. 12 % gestiegen. In den Klärwerken Ruhleben und Stahnsdorf ist das Klärschlammaufkommen annähernd konstant geblieben. Im Klärwerk Münchehofe ist Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1 49 das Klärschlammaufkommen kontinuierlich auf ca. 80% der im Jahr 1999 erzeugten Menge gesunken.

Entsorgung der Klärschlämme

Die Entsorgung der anfallenden Klärschlämme erfolgt entsprechend den gesetzlichen Vorgaben des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes und der Klärschlammverordnung.

Gegenwärtig werden die anfallenden Klärschlämme zu 56,4 % durch Verbrennung in der betriebseigenen Wirbelschichtverbrennungsanlage in Berlin Ruhleben beseitigt. Außerdem bestehen Entsorgungsverträge zu Kohlekraft ­ bzw. Zementwerken in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen- Anhalt. Die durch Mitverbrennung entsorgten Abfälle substituieren Rohstoffe. Diese Entsorgungswege werden als Verwertung eingestuft.

Die nachfolgende Abbildung zeigt die Veränderung der Klärschlammentsorgungsstruktur in den Jahren 2003 bis 2008.

Die Entsorgung durch Festbettdruckvergasung bei der Sustec Schwarze Pumpe GmbH (SVZ) wurde aus wirtschaftlichen Gründen seit 2005 reduziert und wurde im Laufe des Jahres 2007 ganz eingestellt. Diese Klärschlammmengen werden jetzt durch Mit- bzw. Monoverbrennung entsorgt.

Mit dem vom Senat beschlossenen Abfallwirtschaftskonzept 2005 wurde festgelegt, dass die Klärschlammentsorgung des Landes Berlin durch stoffliche und energetische Nutzung des Klärschlammes bei der Sustec Schwarze Pumpe GmbH (SVZ), durch Verwertung bei der Deponierekultivierung bzw. durch die Mitverbrennung in Steinkohle- bzw. Braunkohlekraftwerken oder Zementwerken erfolgen soll. Diese Ziele wurden erreicht und, soweit die Entsorgungsanlagen (SVZ) verfügbar waren, auch eingehalten. In den letzten Jahren zeichnete sich in der Branche ein Wandel bei der Wahrnehmung der Entsorgungsaufgaben ab, der von einem stärker Ressourcen schonenden und energieeffizienteren Umgang geprägt wird.

Prognostiziertes Aufkommen bis 2020

Berlin ist mit ca. 3,4 Mio. Einwohnern (Statistisches Jahrbuch 2008) die bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands und nach Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Europäischen Union. Im Jahr 2008 gab es durchschnittlich 2.164 Haushalte pro km². Das ist eine Zunahme gegenüber 2005 um 1,69 %. Der Anschlussgrad der Haushalte an das öffentliche Kanalisations- und Entwässerungssystem im Land Berlin liegt bei 99 %. Wesentliche Änderungen bei der Bevölkerungsdichte oder den rechtlichen Anforderungen an die Klärwerksreinigungsleistung werden in den betrachteten Planungsjahren nicht erwartet. Prognostisch kann von folgendem Klärschlammmengenaufkommen ausgegangen werden.