Das Land Berlin strebt die hochwertige energieeffiziente Nutzung dieses Biomassepotentials in den nächsten

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 154

Maßnahme Vermeidungs- und Verwertungspotential Maßnahme zur Erschließung des vorhandenen Vermeidungs- und Verwertungspotential Aufbereitung biogener Abfälle und anschließende hochwertige energetische Nutzung

Nach der Berliner Biomasseuntersuchung ist ein großes weiteres Umweltentlastungspotential bei der hochwertigen Verwertung biogener Abfallmengen (rd. 1.200.000 Mg/a) vorhanden.000 Mg/a vorhanden.

Durch Schließung der Müllabwurfanlagen kann das Potential teilweise erschlossen werden.

Optimierung und Ausbau des vorhandenen Getrenntsammlungssystems für Verpackungen durch die Miterfassung insbesondere von stoffgleichen Nichtverpackungen Zusätzliche Erfassung von rund 20.000 Mg/a möglich.

Gegenüber 1996 erfolgte eine deutliche Verringerung der erfassten Mengen um rund 20 Gewichtsprozente. Ausbau der Wertstofferfassung über das Duale System ist nicht möglich. Im Rahmen einer Wertstofftonne kann jedoch durch die Miterfassung von stoffgleichen Nichtverpackungen eine deutliche Steigerung im Sinne der Abfallrahmenrichtlinie (Artikel 11) erfolgen.

Ausbau der Getrenntsammlung von Speiseabfällen aus Gewerbebetrieben Zusätzliche Reduktion von organischen Stoffen im Gewerbeabfall um rund 15.

Mg/a nach der Berliner Biomasseuntersuchung möglich.

Ein weiterer Ausbau dieser Verwertungsmaßnahme ist bis 2020 möglich.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1 55

Maßnahme Vermeidungs- und Verwertungspotential Maßnahme zur Erschließung des vorhandenen Vermeidungs- und Verwertungspotential Optimierung der Erfassung von Elektrokleingeräten weiteres Mengenpotential vorhanden.

Durch Einrichtung eines Holsystems in Kombination mit einem anderen Sammelsystem können diese schadstoffhaltigen Abfälle verstärkt erfasst werden.

Optimierung und Ausbau des vorhandenen Getrenntsammlungssystems für Glasverpackungen und Papierverpackungen weiteres Mengenpotential vorhanden.

Ein weiterer Ausbau der Wertstofferfassung über das Duale System ist nur bedingt möglich.

Umsetzung eines ökologischen Beschaffungswesens bei der öffentlichen Hand Weiteres Potential vorhanden. Aufbauend auf dem novellierten Vergabegesetz soll eine verbindliche Anwendung von ökologischen Kriterien bei der Beschaffung erfolgen Tabelle 5: Relevante Maßnahmen zur Vermeidung und Verwertung

Im Folgenden wird beispielhaft die Vermeidung und Verwertung relevanter Abfallarten näher ausgeführt.

Verwertung von häuslichem und gewerblichem Sperrmüll

Die Verwertungsquote für Siedlungsabfälle stieg seit 1996 von 20,9 % auf 39,8 % im Jahr 2008. Diese Steigerung beruht im Wesentlichen auf der Optimierung der Gewerbeabfallverwertung und der mittlerweile vollständigen hochwertigen Verwertung der Abfallart Sperrmüll.

Seit 2008 wird der den BSR überlassene häusliche und gewerbliche Sperrmüll vollständig der neuen BSR-eigenen Sperrmüllaufbereitungsanlage in der Gradestraße in Berlin-Neukölln zugeführt und die zurück gewonnenen Wertstoffe (Holz, Metalle, Verpackungen, etc.) werden anschließend stofflich und energetisch verwertet. Im Jahr 2008 wurden dort rund 46.400 Mg aufbereitet. Ein großer Teil des separierten Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 156

Holzes ging direkt zur energetischen Verwertung an ein Biomassekraftwerk in Königs-Wusterhausen, der Rest an zwei holzverarbeitenden Betriebe in Berlin und Baruth. Die sonstigen separierten Wertstoffe werden entsprechenden genehmigten Verwertungsanlagen zugeführt.

Zusätzlich werden auch die im Rahmen der gewerblichen Sammlung erfassten häuslichen Sperrmüllmengen nach einer entsprechenden Aufbereitung stofflich und energetisch verwertet. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die gleichen Verwertungsanlagen wie die von den BSR genutzten.

Verwertung von Straßenkehricht Straßenkehricht fällt in Berlin in einem Umfang von rund 70.000 Mg an, überwiegend bei der Reinigung der öffentlichen Straßen durch die BSR, zusätzlich aber auch bei der Reinigung von Grundstücken und Privatstraßen durch Dritte. Da die BSR keine eigene Anlage zur spezifischen Behandlung des Kehrichts betreibt, werden die verschiedenen Leistungen regelmäßig nach EU-Recht ausgeschrieben.

Dies bietet Gewähr für eine stets mögliche Anpassung der Behandlungsmethode an die jeweilige Entwicklung. Die nächste Ausschreibung erfolgt Mitte 2010. Da die Qualität der Straßenreinigungsabfälle sowohl jahreszeitlich als auch örtlich höchst unterschiedlich ist, werden folgende Teilfraktionen unterschieden, an der Anfallstelle getrennt gehalten und verschiedenen Entsorgungswegen zugeführt: Organik aus Kehricht wird seit 2009 auch außerhalb der Laubzeit bei der Reinigung von Straßen, Gehwegen (Blütezeit) und bei der Pflege des Straßenbegleitgrüns ­ soweit es konzentriert anfällt ­ separat gesammelt und der Kompostierung zugeführt.

Handkehricht wird bei der Reinigung der Gehwege manuell zusammengekehrt und in Säcke verpackt. Enthalten sind neben dem „Straßenschmutz" hohe Anteile an verlorenen Gegenständen. Der Abfall wird einer energetischen Verwertung zugeführt.

Maschinenkehricht / Altstreugut bildet die größte Teilfraktion. Die Sammlung erfolgt maschinell auf den Fahrbahnen und Gehwegen in der Stadt. In der NachWinterzeit besteht der Abfall zu einem hohen Anteil an körnigen Mineralien (Altstreugut), der nach trocken-mechanischer Aufbereitung einer Verwertung zugeführt wird. Der organische Anteil im Maschinenkehricht ist seit 2009 durch die separate Erfassung der Organik deutlich reduziert.