Grundstück

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1 57 tene organische Bestandteile sich trockenmechanisch nicht ausreichend abtrennen lassen (örtlich und jahreszeitlich bedingt), erfolgt eine weitergehende Behandlung, z.B. nass-physikalisch, um die Verwertung der Mineralik sicherstellen zu können.

Durch derartige Aufbereitungsschritte mit Schadstoffseparierung soll gewährleistet werden, dass das gewonnene Mineralikmaterial einer schadlosen Verwertung gemäß § 12 Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) /8/ und LAGA-Mitteilung "Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Abfällen - Technische Regeln -" (Mitteilung der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall Nr. 20) /56/ zugeführt werden kann.

Hinsichtlich einer hochwertigen und klimaschonenden Verwertung soll die separierte Organik zukünftig einer energetischen Verwertung zugeführt werden. Um diese Abfallart für die energetische Verwertung vorteilhaft zu konditionieren, bietet sich die Trocknung mit anschließender Abtrennung des mineralischen Anteils an. Aus der Organik des Straßenkehrichts lässt sich ein regenerativer Brennstoff mit einem Heizwert von etwa 9.700 kJ/kg erzeugen. Entsprechende großtechnische Untersuchungen konnten diese Annahmen bestätigen.

Verwertung von Verkaufsverpackungen und Bioabfällen

Die vom Dualen System im jährlichen Mengenstromnachweis ausgewiesenen Mengen an Verkaufsverpackungen (inkl. Druckerzeugnissen) sind seit 1997 im Land Berlin rückläufig. So sanken im betreffenden Zeitraum die erfassten Wertstoffmengen an Glas, Papier/ Pappe/ Kartonagen (PPK) und Leichtverpackungen (LVP) um rund 93.000 Mg. Dies entspricht einer Reduzierung von ca. 20 Prozent.

Dagegen konnten die Bioabfallmengen (inkl. BSR - Grünabfälle) seit 1997 gesteigert werden.

Die Mengenentwicklung für diese beiden Abfallarten ergibt sich aus der folgenden Abbildung. sowie der Bioabfälle (inkl. BSR - Grünabfälle) aus Haushalten und Kleingewerbe

Als Ursachen für die Verringerung der erfassten Verkaufsverpackungsmengen sind insbesondere zu benennen:

Erfassung ausschließlich von lizenzierten Verkaufsverpackungen durch die Änderung von Bundesrecht (Verpackungsverordnung) /18/,

Fortfall der landesspezifischen Erfassungsquoten nach der Verpackungsverordnung /18/,

Finanzielle Vergütung nur für die in der Verpackungsverordnung vorgeschriebenen Mindestmengen,

Gewichtsreduktion durch Substitution von Verpackungsmaterialien,

Zwangspfand für Einweggetränkeverpackungen.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1 59

Zudem wurde in der aktuellen Berliner Hausmülluntersuchung /33/ festgestellt, dass die Getrenntsammlung der Wertstoffarten Glas und LVP in Berlin steigerungsfähig wäre. Eine deutliche Mengenerhöhung der getrennt erfassten Verkaufsverpackungen ist jedoch im Rahmen des Dualen Systems gemäß Verpackungsverordnung nur bedingt umsetzbar.

Nach dieser Hausmülluntersuchung wurden im Jahr 2008 folgende Gewichtsanteile getrennt erfasst:

Papier/Pappe/Kartonagen mit einem Anteil von 67 %,

Glas mit einem Anteil von 54 %,

Leichtverpackungen mit einem Anteil von 53 %,

Organik mit einem Anteil von 13 %.

Nachdem die Organikerfassung (ohne Grünabfälle) derzeit nur 13% beträgt, werden somit noch rund 88% der insgesamt anfallenden Organik über den Restsiedlungsabfall beseitigt.

Bisher wurde die Bioabfallsammlung im Innenstadtbereich eingeführt. Zudem wurden inzwischen etwa 12 % der Grundstücke im gartenreichen Außenbereich an die Bioabfallsammlung angeschlossen.

Laut Berliner Hausmülluntersuchung 2008 /33/ werden bei angeschlossenen Bürgern im Innenstadtbereich rund 25 kg BIOGUT pro Einwohner und Jahr und in Großwohnanlagen nur 14 kg/E und Jahr erfasst. In diesem Zusammenhang wurde auch festgestellt, dass sich nur 50 Prozent der Berliner Bürger, bei denen die Bioabfalltonne aufgestellt wurde, an der Getrenntsammlung von Bioabfällen beteiligen.

Dagegen liegt die mittels Biotonne erfassbare spezifische Organikmenge in den gartenreichen Gebieten bei rund 155 kg pro Einwohner und Jahr. Große Potentiale an Bioabfällen mit guter Qualität können somit mittelfristig in den gartenreichen Gebieten Berlins durch einen Anschluss an die Biotonne erschlossen werden.

Auch in den Innenstadtbereichen ist insbesondere durch eine zielgerichtete und kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und Abfallberatung eine Erhöhung der Akzeptanz bei den Einwohnern zu erreichen. Die Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigen, dass durch derartige Maßnahmen und begleitet durch einen attraktiven und mengensteigernden Biotonnentarif eine deutliche Mengensteigerung der erfassten Bioabfälle erreicht werden kann.