Stromerzeugung

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 160 weislich einen nachhaltigen Einfluss auf die Sammelmenge hat, bietet eine Vielzahl von deutschen Kommunen die Biotonne entgeltfrei an.

Im Rahmen eines wissenschaftlichen Pilotprojekts untersuchen die BSR derzeit die weitere Verdichtung der Bioabfallerfassung in gartenreichen Außengebieten. In zwei repräsentativen Versuchsgebieten in den Ortsteilen Rahnsdorf und Kladow sind seit Mai 2009 für mindestens ein Jahr die Hausmüll- und eine entgeltfreie BIOGUT-Tonne als sogenanntes Kombi-Angebot eingeführt worden. Im Rahmen des Versuchs werden Erkenntnisse u. a. darüber gewonnen, wie sich die Bioabfallsammlung auf die Menge und Zusammensetzung des Hausmülls auswirkt, wie sich die Akzeptanz für das Angebot darstellt, aus welchen Quellen der getrennt erfasste biogene Abfall stammt und welche Qualität der so erfasste Bioabfall hat.

Durch entsprechende Kampagnen der Öffentlichkeitsarbeit und auch durch die gezielte Verdichtung der Bioabfallsammlung in allen Berliner Siedlungsgebietstrukturen soll eine Steigerung der erfassten Bioabfallmenge auf mindestens 100.

Mg/a und somit eine Entlastung des Hausmülls um rund 33.000 Mg/a bis 2013 erfolgen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt soll ein mengensteigernder Biotonnentarif angeboten werden.

Unter Berücksichtigung dieses aktuellen Stands der Berliner Abfallwirtschaft wird im Folgenden eine prognostische Abschätzung bis 2020 zur Vermeidung und Verwertung für die relevantesten biogenen und nicht biogenen Siedlungsabfälle für den Zeitraum vorgenommen.

Maßnahmen zur Vermeidung und Verwertung von biogenen Abfällen

Aus abfallwirtschaftlicher Sicht und auch aus Klimaschutzgründen strebt das Land Berlin an, die biogenen Abfälle zukünftig hochwertig als regenerative Energieträger zu nutzen. Dazu hat die Senatsumweltverwaltung 2008 eine Studie zur klimaschonenden Verwertung biogener Abfälle im Land Berlin durchgeführt /42/.

Im Rahmen dieser Untersuchung wurde zunächst das bisherige Stoffstrommanagement der in Berlin anfallenden Biomassen (30 Stoffströme) erfasst und bewertet, um alternative Verwertungsmöglichkeiten für die vorhandenen Stoffströme aufzeigen zu können. An Hand von Szenarien wurden zudem Alternativen aufgezeigt und im Hinblick auf ihre Klimarelevanz bewertet.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1 61

Von den 1.229.000 Mg im Jahr 2007 erfassten biogenen Abfällen sind 72 % (890.000 Mg) dem kommunalen Herkunftsbereich zuzuordnen, nur 28 % (339.

Mg) entfallen auf den privaten Herkunftsbereich.

In der folgenden Abbildung 12 sind die Aufkommen der einzelnen biogenen Reststoffe dargestellt.

Aufkommen biogener Reststoffe in Berlin [in 1.

Mehr als die Hälfte der Organik im Restmüll wird derzeit in dem MHKW Ruhleben behandelt, fast ein Drittel der MPS (Mechanisch-Physikalische-Stabilisierung) und der Rest der MBA (Mechanisch-Biologische-Abfallbehandlung) zugeführt.

Für die im Restmüll enthaltene Organik liefert das MHKW Ruhleben vergleichsweise hohe energetische Nutzungsgrade (13 % elektrisch, 35 % thermisch) und geAbfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 162 winnt je Mg Organik-Input rund 650 kWh Primärenergie (netto). Die mechanischphysikalische Stabilisierung fällt durch den Energieverbrauch der Trocknung durch Erdgas dagegen mit rund 400 kWh/Mg stark ab, die mechanisch-biologische Abfallvorbehandlung (MBA) kann nur mehr 50 kWh/Mg bereitstellen, da bis auf marginale Siebreste praktisch keine Verwertung des Organikanteils stattfindet. Das organikhaltige Unterkorn der MBA wird derzeit ohne Energienutzung auf den Deponien abgelagert. Von dieser energetisch optimierungsfähigen Entsorgung bei den drittbeauftragten MBA des Unternehmens MEAB sind rund 65-70.000 Mg/a der Berliner Restmüll-Organik betroffen.

Die anfallenden Holzabfälle werden überwiegend thermisch in Biomassekraftwerken eingesetzt, zu einem geringen Anteil auch stofflich genutzt.

Materialien der Eigenkompostierung /Gartenkolonien werden gegenwärtig privat behandelt und verwertet. Diese Eigenkompostierung führt jedoch zu einer deutlichen Überdüngung des Bodens. Der überwiegende Anteil des in Berlin anfallenden Klärschlamms (50.000 Mg) wird im Rahmen der Faulung behandelt, der Rest nach Trocknung der Klärschlammverbrennung in Ruhleben zugeführt. Die alljährlich im Herbst anfallenden Laubmengen werden in einfach betriebenen Kompostierungsanlagen unter Freisetzung von relevanten Klimagasemissionen stofflich verwertet. Erfasste Fettabscheiderinhalte werden meist in Vergärungsanlagen behandelt und die Frittierfette werden zu Biodiesel verarbeitet. Die im Rahmen der BiogutSammlung erfassten Mengen werden derzeit zwar in genehmigten, aber nicht dem Stand der Technik entsprechenden, Kompostierungsanlagen im Land Brandenburg stofflich verwertet.

Abfälle der Nahrungs- und Genussmittelindustrie werden zu über 50 % als Futtermittel eingesetzt, der Rest meist thermisch, ein geringer Anteil auch durch Kompostierung behandelt. Reststoffe aus dem speiseabfallproduzierenden Gewerbe werden durch Vergärung energetisch verwertet. Die Grünabfälle des Garten- und Landschaftsbaus (GALA) und der Bezirksämter werden meist kompostiert. Die durch die sogenannte Laubsacksammlung der BSR erfassten Grünabfälle werden in Kompostierungsanlagen verwertet. Biogene Abfälle (Mist, Grünschnitt) aus den Bereichen Pferdehaltung und Zoo/Tierpark werden entweder als Dung eingesetzt oder der Kompostierung zugeführt. Die Mittelkornfraktion des Straßenkehrichts in Höhe von 10.000 Mg/a wurde bis 2009 zusammen mit den biogenen Restabfällen (400.

Mg/a) entsorgt, Rechengut dagegen kompostiert.

2 Nach der Inbetriebnahme des neuen Kessels wird für die MVA Ruhleben 2011/12 insgesamt ein erhöhter Wirkungsgrad von 17 % Stromerzeugung und 48 % Wärmeerzeugung erwartet.