Zusätzlich zu den bereits im Jahr 2008 erzielten CO2Einsparungen von

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 184

Zur Evaluierung und der Optimierung der Klimawirksamkeit von nicht biogenen Stoffen beabsichtigt die Senatsumweltverwaltung eine entsprechende Untersuchung durchzuführen.

Zusätzlich zu den bereits im Jahr 2008 erzielten CO2-Einsparungen von 1,2 Mio. Mg durch die Berliner Abfallwirtschaft kann durch die oben dargestellten weiteren Maßnahmen bis 2020 eine zusätzliche jährliche Klimaentlastung in Höhe von rund 1,1 Mio. Mg an CO2 erreicht werden. Somit ergibt sich eine realisierbare Gesamtentlastung von rund 2,3 Mio. CO2 im Jahr 2020.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1 85

Bauabfall

Maßnahmen zur Vermeidung von Bauabfällen

Die Bauwirtschaft erzeugt mit derzeit mehr als 70 % aller Abfälle, die im Land Berlin anfallen, ein relevantes Abfallvolumen. Alle an der Bauwerkserstellung beteiligten Akteure - Auftraggeber, Architekten, Bauplaner, Bauunternehmen, Abfallentsorger sowie Baustoffproduzenten sind gefordert, ihrer Produktverantwortung nach dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz nachzukommen. Bereits der Bauherr als Auftraggeber hat es in der Hand, ein abfallarmes und ressourcensparendes Baukonzept in Auftrag zu geben.

Die nachfolgend genannten abfallwirtschaftlichen Maßnahmen sind bei Bauvorhaben direkt bzw. indirekt geeignet, eine abfallvermeidende Wirkung zu erzielen:

Verlängerung der Lebensdauer bzw. Nutzungszeit von Bauwerken durch entsprechende Wartung und Modernisierung des Bestandes,

Anwendung angepasster Bauweisen, die eine spätere Umnutzung von Bauwerken erlauben,

Wiederverwendung von Bauteilen und Abfällen,

Einsatz von langlebigen umweltverträglichen Materialien,

Optimierung der Baustellenlogistik und ressourcenschonender Umgang mit Baumaterialien.

Neben der verstärkten Nutzung des vorhandenen Gebäudebestandes liegt ein weiteres hohes Ressourcenpotential insbesondere in der Nutzung von Altbaustoffen am Ende des Lebenszyklus von Bauwerken. Aus diesem Grunde wäre es erstrebenswert, vergleichbar zum Energiepass für Gebäude, einen Gebäudepass einzuführen, der dokumentiert, welche Baumaterialien an welcher Stelle verbaut wurden.

Diese Gebäudedokumentation, die über die gesamte Lebensdauer des jeweiligen Bauwerks fortzuschreiben wäre, würde den Rückbau erleichtern und ein hochwertiges Recycling der dabei anfallenden Baureststoffe gewährleisten.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 186

Wartung und Modernisierung des Bestandes

Die wirkungsvollste Vermeidungsstrategie liegt vornehmlich darin, den Bestand ausreichend zu warten, um eine lange Nutzungszeit und Lebensdauer der Bausubstanz zu erzielen.

Durch die Weiter- und Umnutzung des Gebäudebestandes können im Vergleich zum Neubau ca. 2/3 an Material (in der Bau- und Nutzungsphase) eingespart werden /48/.a. durch das Investitionszulagengesetz /49/) und öffentliche Förderprogramme aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes Berlin haben seit 1990 insbesondere im ehemaligen Ostteil der Stadt den Erneuerungsprozess des Gebäudebestandes durch Grundinstandsetzung und Modernisierung wesentlich vorangebracht.

Seit 2002 beteiligt sich das Land Berlin nunmehr am Bundesprogramm Stadtumbau Ost /50/ und seit 2006/2007 am Stadtumbau West.