Vermeidung von Klärschlamm

10.000 Mg Einsparung von rund 700 kg CO2 Äquiv. pro Mg hohe Wirksamkeit laufend Optimierung der sortenreinen Getrenntsammlung auf der Baustelle und der anschließenden stofflichen Verwertung ca. 50.3 Klärschlamm

Vermeidung von Klärschlamm: Kommunales Abwasser enthält verschiedenste feste, flüssige und gasförmige Stoffe organischer und anorganischer Herkunft. Die für die Abwasserbehandlung relevanten Stoffe werden in Nähr-, Schad- und Störstoffe unterteilt. Die Aufgabe der Klärwerke ist es, diese Stoffe aus dem Wasserkreislauf zu entfernen und damit die Natürlichkeit der Gewässer zu erhalten.

In den zurückliegenden Jahren wurde das Kanalnetz im Land Berlin kontinuierlich ausgebaut, so dass die Berliner Haushalte seit 2008 fast vollständig (99%) an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sind. Die Anforderungen an die Reinigungsleistung der Klärwerke wachsen mit dem Ausbau der Kanalisations- und Entwässerungssysteme. Trotzdem sind die jährlich anfallenden Klärschlammmengen gegenüber 1997 um ca. 6 % gesunken.

Die Konzentrations- und Frachtschwankungen sowie die jährlichen Klärschlammanfallmengen sind im Wesentlichen abhängig von den Lebensgewohnheiten und dem Verbrauchsverhalten der Bevölkerung, den Produktionsprozessen des Gewerbes und der Industrie sowie der Wirtschaft und den klimatischen Bedingungen. Im Gegensatz zu den Siedlungs- und Bauabfällen kann der Klärschlammanfall deshalb nicht direkt durch abfallvermeidende Maßnahmen reduziert werden.

Verwertung von Klärschlamm

Die Entsorgung der anfallenden Klärschlämme des Landes Berlin erfolgt unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes /1/ und der Klärschlammverordnung /21/. Die Deponierung von unbehandeltem Klärschlamm ist seit dem 1. Juni 2005 generell ausgeschlossen, da der Organikanteil im unbehandelten Klärschlamm auch nicht den mittlerweile in Kraft getretenen strengen Vorgaben der Verordnung zur Vereinfachung des Deponierechts entspricht.

Die Klärschlammentsorgung ist zukünftig auf die energetische oder stoffliche Verwertung bzw. Verbrennung ausgerichtet.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1 101

Nutzung des Klärschlammenergiepotentials Energetische Verwertung von Klärschlamm - Mitverbrennung 2008 wurden ca. 44 % der vom Land Berlin verursachten Klärschlämme durch Mitverbrennung im Bundesgebiet entsorgt. Dabei handelt es sich um ca. 37.000 Mg TS ausgefaulte und zum Teil getrocknete Klärschlämme aus den Klärwerken Schönerlinde, Wansdorf, Waßmannsdorf, Stahnsdorf und Münchehofe. Die Mitverbrennung findet in Braun- bzw. Steinkohlekraftwerken oder in Zementwerken unter Nutzung des Klärschlammenergieinhaltes statt. Der Entsorgungsweg der Mitverbrennung ist als energetische Verwertung anerkannt.

Die Mitverbrennung von Klärschlämmen in Kohlekraftwerken ist wegen des höheren anlagenbezogenen Wirkungsgrades vorteilhaft. Sie führt in der Regel aber zu hohen Emissionsmassenströmen an Quecksilber, da die Rauchgasreinigungstechnik dieser Anlagen für die Mitverbrennung schadstoffhaltiger Klärschlämme weniger geeignet ist.

Zukünftig soll die Mitverbrennung deshalb nur in solchen Anlagen erfolgen, die sowohl über eine Quecksilbersenke (Rauchgasfeinreinigung) als auch über eine kontinuierliche Quecksilbermessung verfügen.

Im Rahmen einer umfassenden Konzeptstudie wird die Senatsumweltverwaltung gemeinsam mit den BWB zeitnah untersuchen, ob und wie unter Berücksichtigung der Entsorgungssicherheit die Quecksilberemissionen aus der Mitverbrennung von Berliner Klärschlämmen minimiert werden können. Der Senat verfolgt hierbei das Ziel, spätestens in fünf Jahren die anfallenden Berliner Klärschlämme hochwertig mit geringen Quecksilberemissionen sowie energieeffizient mit hohem Wirkungsgrad im Sinne des in Erarbeitung befindlichen Berliner Klimaschutzgesetzes zu verwerten.

Klärschlammverbrennung im Klärwerk Ruhleben Gegenwärtig werden ca. 56 % der Berliner Klärschlämme in der Klärschlammmonoverbrennungsanlage im Klärwerk Ruhleben entsorgt. Jährlich werden ca. 37.000 Mg TS Klärschlämme aus dem Klärwerk Ruhleben sowie seit 2007 zusätzlich ca. 11.000 Mg TS Klärschlämme aus anderen Klärwerken der Berliner Wasserbetriebe durch Verbrennung in 3 Wirbelschichtöfen entsorgt.