Gastronomie

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1 147

Zeitplanung und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zu den geplanten Maßnahmen, insbesondere den geschätzten Bau- und Betriebskosten der zur Entsorgung eines Gebietes notwendigen Abfallentsorgungsanlagen

Zur Gewährleistung der Entsorgungssicherheit von Berliner Siedlungs- und Bauabfällen sowie von Klärschlämmen bis 2020 sind keine weiteren Abfallbeseitigungsanlagen erforderlich.

Siedlungsabfälle

Zum derzeitigen Zeitpunkt lassen sich keine belastbaren Aussagen über die weitere Entwicklung der BSR ­ Tarife bis 2020 tätigen.

Für die angestrebte Optimierung der hochwertigen Verwertung biogener Stoffe ist es jedoch notwendig, dass in den nächsten Jahren neue TA Luft-konforme und emissionsarme Verwertungsanlagen im Land Berlin errichtet werden.

In diesem Zusammenhang werden die aktuellen Planungen der Hauptakteure im Großraum Berlin dargestellt:

1) Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) Aktuell laufendes Verhandlungsverfahren zur Errichtung einer Vergärungsanlage in Berlin zur Erzeugung von Energie aus Bioabfall mit einer Jahresdurchsatzmenge von 60.000 Mg. Das Biogas soll als Ersatz für Dieselkraftstoff in betriebseigenen Fahrzeugen genutzt werden.

Standort-Vorhaltung einer weiteren Vergärungsanlage in Berlin-Marzahn zur Verwertung von Bioabfällen (nach Bedarf ­ bei höherem Bioabfallaufkommen) mit einer Jahresdurchsatzmenge bis zu 45.000 Mg MHKW Ruhleben: Steigerung des spezifischen Gesamtwirkungsgrades pro Mg Abfallinput durch Erneuerung der Kessel 5-8 mit einem Investitionsvolumen von rund 110 Mio. Euro.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1148

2) Vattenfall

Für das Heizkraftwerk Reuter C und Heizkraftwerk Moabit ist die Einspeisung von vorzerkleinerten Naturholzabfällen mit einer Gesamtmenge von rund 100.000 Mg/a in Teilmengen installiert und im Ausbau befindlich.

Mitte März 2009 veröffentlichte Vattenfall die Absicht, zwei Biomasseheizkraftwerke in Berlin bis 2017 bzw. 2019 zu errichten, die rund 400.

Mg/a an Biomasse (vorwiegend Holzreste) verarbeiten sollen. Die Rohstoffe sollen aus einem Umkreis von bis zu 200 km um Berlin bereitgestellt werden. Des Weiteren plant Vattenfall die Errichtung eines Biomasseheizkraftwerkes zur Energieversorgung des Märkischen Viertels bis 2011.

3) Berliner Wasserbetriebe (BWB)

Die mangelhafte Ausstattung speziell von Gastronomiebetrieben mit Fettabscheidern führt teilweise zu erheblichen Problemen im Kanalnetz. Die BWB arbeiten derzeit an einer systematischen Bestandsaufnahme der Fettabscheider-Ausstattung mit dem Ziel, die betroffenen Einrichtungen zur Installation von Fettabscheidern zu bewegen.

Auf der Kläranlage Waßmannsdorf bieten die BWB die Mit-Vergärung von Fettabscheider-Inhalten an.

Klärschlammverbrennungsanlage Ruhleben: Planung einer Aufbereitungsanlage für Fettabscheiderinhalte, um mit dem aufbereiteten Altfett das bisher eingesetzte Heizöl zur notwendigen Stützfeuerung zu ersetzen.

4) Wohnungsbaugesellschaft Fortgeschrittene Planung einer Biogasanlage in Berlin: Vorrangige Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen (Mais, Sudangras etc.) und auch von biogenen Reststoffen (Rasenschnitt) zur Strom- und Wärmeerzeugung für die gesellschaftseigenen Wohnungen.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1 149

5) weitere Energieversorgungsunternehmen

Es ist der Bau einer Biogasanlage vorrangig für nachwachsende Rohstoffe bei Berlin geplant, zunächst in der ersten Ausbaustufe mit 4 Fermentern.

6) BRAL

Die BRAL als Marktführer der Speiserestsammlung untersucht derzeit die Errichtung einer eigenen genehmigten Vergärungsanlage in Berlin mit einer Kapazität von rund 20.000 Mg/a.

Im Rahmen der von der Senatsumweltverwaltung durchgeführten Biomasseuntersuchung /42/ wurde auch die Wirtschaftlichkeit der hochwertigen klimaschonenden Verwertung biogener Stoffe betrachtet. Die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Maßnahmen ist abhängig von den Stoffstrommengen, der bisherigen Behandlung der Stoffe und der Kostenstruktur für alternative Verfahrensarten.

In der folgenden Tabelle werden die spezifischen Kosten für die bisherige und zukünftige Behandlung biogener Stoffe dargestellt.