Kosten nur für die Bioguterfassung und behandlung im Außenbereich incl

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1150

Tabelle 17: Behandlungskosten biogener Stoffe Somit ist festzuhalten, dass die Behandlungskosten für Stoffstromteilmengen, die künftig der Vergärung zugeführt würden, im Vergleich zur bisherigen Kompostierung steigen werden.A. max. Mehrkosten 30 bis 30 geschätzte Kosten nur für die "Bioguterfassung und -behandlung im Außenbereich" incl. Erfassungskosten bisher eigenkompostierter Abfälle incl. Kosten für Vorbehandlung (biologische Trocknung, Inertstoff-Abtrennung) nur Mehrkosten in Ansatz gebracht (Spanne bis 30,- /Mg) ohne Gutschrift für Restmülleinsparung incl. Sammlung, ohne Gutschrift für Restabfallreduktion Rückstände Nahrungs-/ Genussmittelprod.

Spezifische Behandlungskosten biogener Reststoffe (Kostenschätzung) Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1 151 anschließender thermischer Nutzung entweder kostenneutral oder führt teilweise sogar zu Kostensenkungen.

Umgelegt auf die 3,4 Millionen Bewohner Berlins würde rein rechnerisch ein Bürger mit zwischen 2,20 und 3,30 pro Jahr für diese wichtige Umweltentlastungsmaßnahme belastet werden.

Die spezifischen Kosten zur Vermeidung einer Tonne CO2 liegen bei der Vergärung von Bioabfällen in der Größenordnung von 120 bis 200 je Mg. Bei holzigen Biomassen entstehen die geringsten CO2-Vermeidungskosten, bestenfalls ist die Maßnahme sogar wirtschaftlicher als die bisherige Praxis. So werden derzeit schon Erlöse für die energetische Verwertung von naturbelassenem Holz in der Größenordnung von bis zu 5 Euro pro Mg gezahlt.

Abbildung 22: CO2-Vermeidungskosten für verschiedene Nutzungsarten von Biomasse zur Energiegewinnung /80/

Insgesamt kann festgehalten werden, dass sich die für Berlin ermittelten CO2 Vermeidungskosten in einem Rahmen bewegen, der für andere Nutzungsarten von Biomasse zur Energiegewinnung ähnlich hoch ist und weitgehend Akzeptanz bei der notwendigen drastischen Reduzierung von Klimagasen gefunden hat. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Berlin im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten die niedrigsten Abfallentsorgungskosten aufweist.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin ­ Teil 1152

Bauabfälle

Nach dem Wegfall der Überlassungspflicht an vom Land Berlin drittbeauftragte Anlagen zur Beseitigung seit dem 16. Juli 2009 werden die Entsorgungsentgelte an den entsprechenden Anlagen zu den üblichen Konditionen auf dem freien Entsorgungsmarkt erhoben.

Eine konkrete Aussage über die künftige Entwicklung der Entsorgungskosten ist derzeit nicht möglich, aber es muss davon ausgegangen werden, dass sich die hohen Aufwendungen der Deponiebetreiber für die Herrichtung von Deponieflächen, die dem Stand der Technik entsprechen, bei den Annahmepreisen für mineralische Bauabfälle widerspiegeln werden.

Klärschlämme

Mit der Klärschlammverbrennungsanlage im Land Berlin und den bestehenden Entsorgungswegen zu Mitverbrennungsanlagen im Bundesgebiet kann die Entsorgungssicherheit für die anfallenden Klärschlammmengen derzeit sichergestellt werden. Ob in Zukunft andere Entsorgungswege oder aber die Errichtung weiterer Anlagenkapazitäten notwendig werden, wird regelmäßig durch die BWB unter Wirtschaftlichkeits- und Umweltgesichtspunkten geprüft.

Außerdem wird in den kommenden Jahren die Erhöhung der Entsorgungsqualität angestrebt, die dem Schließen von Stoffkreisläufen dient. Dazu planen die BWB eine Anlage zur Phosphatrückgewinnnung 2010 in Betrieb zu nehmen.

Zudem bieten die BWB die Mitvergärung von biogenen Stoffen in den Faultürmen der Kläranlage Waßmannsdorf an. Diese bestehende Anlage zur CoVergärung von fetthaltigen Abfällen ist zeitlich begrenzt als Versuchanlage genehmigt. Es ist geplant, auf diesem Brandenburger Standort eine Anlage dauerhaft zu errichten.

Des Weiteren planen die BWB eine Aufbereitungsanlage für Fettabscheiderinhalte, um mit dem aufbereiteten Altfett das bisher eingesetzte Heizöl zur notwendigen Stützfeuerung in der Klärschlammverbrennungsanlage Ruhleben zu ersetzen.