Wertschöpfungskette

Abfallwirtschaftskonzept Berlin, Teil 2

In diesem Zusammenhang sollte versucht werden, die Ressourcenschutzeffizienzpotentiale aus dem wissenschaftlichen Bereich, wie z. B. Fraunhofer Institut, Bundesanstalt für Materialforschung- und -prüfung (BAM), Technische Universität Berlin (TU) und der Recyclingwirtschaft, durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz und die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen zu bündeln und ggf. gezielt der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen.

Projekte und Fördermaßnahmen zur Ressourcenschonung und Materialwirtschaft Projekt

Das Umweltbundesamt und das Bundesumweltministerium haben gemeinsam das UfoplanProjekt Materialeffizienz und Ressourcenschonung (MaRess) /54/ mit dem Projektnehmer Wuppertaler Institut /55/ mit dem Ziel der übergreifenden und umfassenden Analyse von Möglichkeiten zur Ressourcenschonung besonders für den Bereich der Produktion beauftragt.

Es sollen unter anderem Potentiale für Maßnahmen und Instrumente analysiert und Umsetzungsvorschläge für die ressourcenschonende Produktion und Kreislaufschließung, Substitution und Vermeidung ermittelt werden. Das Projekt endet im Dezember 2010.

Fördermaßnahmen

Die Deutsche Materialeffizienzagentur - demea - /56/ mit dem Träger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH ist auf Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gebildet worden. Sie soll:

1. Unternehmen dazu motivieren, Materialeffizienzpotentiale zu erschließen.

Dabei werden die Förderprogramme:

- Programm zur Bildung von Netzwerken zur Verbesserung der Materialeffizienz (NeMat). Die Netzwerke können regional, an einer Branche oder entlang einer Wertschöpfungskette orientiert sein.

- Programm für die Beratung von kleinen und mittleren Unternehmen zur Verbesserung der Materialeffizienz (VerMat) eingesetzt.

2. einen Pool von Materialeffizienzberatern betreuen, die den Unternehmen bei der Erkennung und Erschließung von Effizienzpotentialen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Ergebnisse des Projektes und der Fördermaßnahmen werden in die Abfallwirtschaftskonzeption des Landes Berlin einfließen.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin, Teil 2

5 Art, Menge, Herkunft sowie Verwertung oder Beseitigung der gegenwärtig und voraussichtlich in den nächsten zehn Jahren anfallenden Abfälle

Begriffsbestimmungen Gefährlich sind die Abfälle, die entsprechend § 3 Abs. 8 i.V.m. § 41 KrW-/AbfG durch Rechtsverordnung als solche bestimmt worden sind. Demgemäß sind gefährliche Abfälle in der Anlage der Abfallverzeichnisverordnung (AVV)/10/ mit einem gekennzeichnet. An die Entsorgung und Überwachung derartiger Abfälle sind nach Maßgabe des § 41 Satz 2 KrW-/AbfG besondere Anforderungen zu stellen.

Datenbasis

Für die nachfolgende Betrachtung des Ist-Standes und der Prognose werden die Datenbasis von 2002 bis 2007 /22/ und das Jahr 2008 als Basis herangezogen.

Die vorliegende Datenbasis beruht auf der Auswertung der nachfolgend aufgeführten Unterlagen: -den vorliegenden Abfallbilanzen, -den Belegen (Entsorgungsnachweise und Begleitscheine) der nachweispflichtigen Abfallbesitzer, -den Angaben von betriebsinternen Abfallwirtschaftskonzepten und Bilanzen von Abfallerzeugern, -den von Abfallerzeugern bei der Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin mbH (SBB) einzureichenden Formularen S. Diese Formulare S sind von allen Erzeugern, die über Sammelentsorgung entsorgt werden, der SBB zuzusenden.

Diese Ausgangsbasis für die Berechnung des Berliner Aufkommens an gefährlichen Abfällen wird erweitert um die Auswertung -der von den Abfallentsorgern vorzulegenden Jahresübersichten, z. B. Input-Outputbilanzen, -der vorzulegenden Belege (Entsorgungsnachweise und Begleitscheine) zu den im Land entsorgten Abfällen, die außerhalb des Landes angefallen sind und -der freiwillig zurückgenommenen gefährlichen Abfälle von Herstellern, Unternehmen und Verbänden in Verbindung mit beauftragten Entsorgungs- und Verwertungsunternehmen.

Damit können sowohl die in Berlin angefallenen, als auch die in Berlin entsorgten Abfälle ermittelt werden. Das Aufkommen und die Entsorgung gefährlicher Abfälle bilden die Basis des Berliner Abfallwirtschaftskonzeptes für gefährliche Abfälle.

Im Land Berlin gibt es ca. 9.223 gewerbliche und öffentliche Erzeuger von gefährlichen Abfällen.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin, Teil 2

2008 wurden ca. 588.302,5 Mg gefährliche Abfälle entsorgt. Davon sind etwa 79,1 % Bauabfälle (465.482 Mg).

Mengentwicklung von 2002 - 2007

Seit dem 1.1.2002 gilt die Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV)/10/. Die Einstufung der Abfälle erfolgte differenziert herkunftsbezogen und es wurden noch zum Teil Änderungen bezüglich der Abfallbezeichnungen und der Zuordnung zu den Obergruppen vorgenommen. Etwa 150

Abfallarten, die bisher nicht gefährlich waren, sind seither gefährlich. Seit dem 1.2.2007 wurde der Begriff „Gefährliche Abfälle" eingeführt.

Seit dem Jahre 2002 gibt es somit eine durchgehende Kontinuität des Abfallzahlenmaterials.