Abfallwirtschaftskonzept Berlin

Im Jahr 2002 betrug das Gesamtaufkommen auf 730.455 Mg. Dieser Wert wurde seitdem nicht wieder erreicht.

Die damalige Zunahme ergab sich aus dem Inkrafttreten der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) und aus Produktionssteigerungen. Eine besonders hohe Zunahme resultierte aus Abfallmengensteigerungen in der Entsorgungswirtschaft und dem produzierenden Gewerbe und der Auflösung von Lagerbeständen. Hinzu kamen Abfälle aus den Kapiteln 16 und 20 der AVV (Elektronikschrott und Fahrzeuge aus der gewerblichen Wirtschaft). Insgesamt erhöhte sich damit die Menge gefährlicher Abfälle ohne Bauabfälle in 2002 auf 145.500 Mg.

Die Menge der gefährlichen Bauabfälle erreichte seinerzeit den Spitzenwert von 585.005 Mg.

Dieser war zurückzuführen auf umfangreiche Neubau- und Sanierungsmaßnahmen der Verkehrsunternehmen, Altlastensanierung und neu hinzugekommene gefährliche Bauabfälle.

Das Aufkommen an gefährlichen Abfällen aus Gewerbe, öffentlichen Einrichtungen und Haushalten ist seitdem in den Jahren 2002 bis 2007 nahezu konstant geblieben.

Die Mengenverluste in den einzelnen Kapiteln, wie z. B. 09 (fotografische Industrie) und 15 (Verpackungen) wurden durch Steigerung der Kapitel 16 und 20 (Elektronikschrott) wettgemacht. Der leichte Rückgang bis zum Jahre 2007 auf 123.746 Mg erklärt sich durch die Zuordnung von Abfällen insbesondere des Kapitels 19 (Verwertungs- und Entsorgungsanlagen) zu den Sekundärabfällen. Durch genauere Trennung auf den Baustellen hat sich die Menge der gefährlichen Baugewerbeabfälle auch deutlich erhöht. Die gefährlichen Abfälle aus den gewerblichen Unternehmen plus Baugewerbeabfälle haben sich in den Jahren 2002-2007 zwischen 145.450 und 123.746 Mg eingependelt.

Auch die gefährlichen Bauabfälle haben seit sechs Jahren das Niveau im Mittelwert von ca. 475.000 Mg bis 490.000 Mg beibehalten.

Die zwei Abfallhauptgruppen teilen sich prozentual im Jahre 2007 wie folgt auf:

- 80 % Gefährliche mineralische Bauabfälle und Bodenaushub (Bausonderabfälle)

- 20 % Gefährliche Abfälle aus dem Gewerbe plus Baugewerbeabfälle.

Das Verhältnis hat sich im betrachteten Zeitraum nicht wesentlich verändert.

Aufkommen der gefährlichen Abfälle 2008

Aufkommen der gefährlichen Bauabfälle 2008

Die Menge der erfassten gefährlichen Abfälle unterliegt veränderten Produktionsverfahren und dem Strukturwandel, insbesondere bei den produzierenden Firmen sowie der Zuordnung von primären Abfallmengen zur Gruppe der Sekundärabfälle.

Von den insgesamt im Land Berlin 2008 angefallenen 588.302,5 Mg gefährliche Abfälle waren 465.482 Mg (rd. 80%) gefährliche Bauabfälle, die insbesondere der Abfallgruppe Bauschutt und Erdaushub mit schädlichen Verunreinigungen zuzuordnen sind.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin, Teil 2

Der Rückgang der gefährlichen Bauabfälle gegenüber 2007 (490.800 Mg) resultiert aus der beginnenden Wirtschaftskrise im IV. Quartal.

Vergleicht man die angefallenen Mengen von 2002 bis 2007, ergibt sich ein Mittelwert von ca. 475.750 Mg und rund 80 % aller angefallenen gefährlichen Abfälle über die sechs betrachteten Jahre. Überzeichnet wird der Mengenanfall der gefährlichen Bauabfälle durch das Jahr 2002 mit 585.000 Mg. Die Menge der gefährlichen Bauabfälle von 465.482 Mg in 2008 liegt somit in der Schwankungsbreite der letzten Jahre.

364.000 Mg (78,2 %) der gefährlichen Bauabfälle in 2008 verteilen sich auf ca. 30 bedeutende Großunternehmen (z.B. Entwicklungsgesellschaften, staatliche Einrichtungen), die wiederum eine Vielzahl von größeren Einzelbaumaßnahmen durchführen.

Der Rest von rund 101.500 Mg (21,8 %) verteilt sich auf kleinere und mittlere Bauvorhaben bzw. Sammelentsorgungen.

Tabelle 1:Aufteilung der gefährlichen Bauabfälle nach relevanten Unternehmensformen 2008

Aufkommen der gefährlichen Abfälle (ohne Bauabfälle) 2008

Die Menge der gefährlichen Abfälle ohne Bauabfälle aus dem Gewerbe, öffentlichen Einrichtungen und Haushaltungen lag in den Jahren 2002 bis 2007 im Mittel bei ca. 140.000 Mg.

Das Aufkommen der gefährlichen Abfälle ohne Bauabfälle verringerte sich in 2007 auf 123.750 Mg und 2008 auf 122.820,5 Mg (17,2 % der Gesamtmenge). Abfallwirtschaftskonzept Berlin, Teil 2

Der Rückgang der Mengen resultiert im Wesentlichen aus der Neuzuordnung der gefährlichen Abfälle von primär (aus der Produktion) nach sekundär (aus der Behandlung), insbesondere bei den Entsorgungs- und Verwertungsanlagen.

Da das Aufkommen der gewerblichen Abfälle der Jahre 2007 und 2008 nur geringfügig voneinander abweicht, kann davon ausgegangen werden, dass sich eine Stabilisierung der Abfallmengen eingestellt hat.

Die ölhaltigen Abfälle (Kapitel 12 und 13 der AVV) mit rund 5,7 % (33.790 Mg), sind weiterhin die bestimmende Größe für die gewerblichen Abfälle im Land Berlin.

Zusätzlich besitzen die Abfälle aus Bautätigkeiten (Kapitel 17V) mit rund 4,5 % (26.750 Mg) und aus metallurgischen Prozessen (Kapitel 10) mit rund 2,1 % (12.150 Mg) ein hohes Aufkommen.

An Bedeutung haben die Abfallgruppen mit Anteilen aus der Eigenrücknahme von Elektronikschrott und Batterien gewonnen. Dazu zählen die Abfälle des Kapitels 16 - Sonstige Abfälle 2,2 % (12.800 Mg) und des Kapitels 20 - Haushaltsnahe Abfälle - mit 3,6 % (21.330 Mg).

Die verbleibenden Abfälle verteilen sich auf die restlichen Kapitel mit rund 2,9 % (16.000 Mg).

Verwertung und Beseitigung 2008

Von den 2008 insgesamt rund 588.302,5 Mg angefallenen gefährlichen Abfällen wurden rund 17,2 % verwertet, rund 82,8 % wurden einer Beseitigung zugeführt.382 Mg) bei den gefährlichen Bauabfällen und Bodenaushub (Kapitel 17 - Bauabfälle) ergibt sich aus der Verwertung der Betonfraktion, der kohlenteerhaltigen Bitumengemische und teerhaltigen Produkte (z.B. Dachpappen). Sie hat sich im letzten Jahrzehnt nur geringfügig (von 2 % auf 2,9 %) verändert.