Verbraucherschutz

Abfallwirtschaftskonzept Berlin, Teil 2

Bei der Entsorgung von belastetem Boden/Bauschutt in Bodenreinigungsanlagen liegt der Hauptzweck der Maßnahme in der Beseitigung der Schadstoffe. Demzufolge wurde die Entsorgung insgesamt als Beseitigung eingestuft.

Im Gegensatz dazu liegt die Verwertungsquote bei Holz, Glas, Kunststoff, Isoliermaterialien mit schädlichen Verunreinigungen (Kapitel 17V - Bauabfälle mit hoher Verwertungsquote), die im Wesentlichen aus der Bauwirtschaft stammen, bei 67 %.

Die Fraktion Glas, Kunststoff und Holz erreicht in diesem Zusammenhang den sehr hohen Wert von 94 %. Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz veranlasste auf den Baustellen umfangreiche Vorsortierungen mit dem Ziel der organischen Frachtreduzierung. Dadurch wurde eine hohe Verwertung erreicht und die Ablagerung dieser Fraktion auf Deponien verhindert.

Bei den gefährlichen Abfällen aus dem Gewerbe, öffentlichen Einrichtungen und Haushalten hat sich die Verwertungsquote durch die in 2002 neu hinzugekommenen Abfälle der AVV (ölhaltige Metallschlämme, Abfälle aus der Demontage von Altfahrzeugen, z. B. Katalysatoren, Elektronikschrott aus der gewerblichen Wirtschaft und Haushaltung), die in der Regel eine sehr hohe Verwertungsquote haben, gesteigert.

Die Mengen aus der freiwilligen Rücknahme von gefährlichen Abfällen entsprechend §§ 24 und 25 KrW-/AbfG (z.B. Batterieverordnung, ElektroG) haben sich in den letzten Jahren gravierend gesteigert. Dies wird besonders deutlich bei den Elektronikschrottmengen. Das Zusammenwirken der Neuregelungen des ElektroG, der AVV und die freiwillige Rücknahme von Elektrogeräten führte dazu, dass sich von 2002 bis 2008 die Mengen von rund 10.000 Mg auf rd. 25.250 Mg erhöht haben. Die Steigerung der Elektronikschrottmengen sowohl aus dem Gewerbe als auch aus privaten Haushalten tragen auch zur Erhöhung der Verwertungsquoten in den entsprechenden Kapiteln bei.

Die Behindertenwerkstätten tragen mit ihren Nachrüstungen und der Reparatur von Fernsehern und PCs zur Ressourcenschonung bei. Auf den Internetseiten der Abfallwirtschaft für gefährliche Abfälle der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz wird die Elektro- und Elektronikgeräte- Sammlung und -Entsorgung dargestellt.

In der Abfallbilanz von 2008 wurde die Menge von 20.273 Mg ermittelt, diese überschreitet mit 6 kg /Einwohner/Jahr die nach dem Elektro- und Elektronikgesetz (ElektroG) vorgeschriebene Menge von 4 kg Altgeräte aus privaten Haushalten pro Einwohner und Jahr. Bei der Gesamtmenge (Haushalt und Gewerbe) von 25.250 Mg würde sich eine Quote von 7,4 kg Einwohner/Jahr einstellen.

Die Verwertungsquote beim Produzierenden Gewerbe ist in dem Betrachtungszeitraum bei den Metall und nicht Eisenmetall bearbeitenden und verarbeitenden Unternehmen kontinuierlich gestiegen. Besonders hohe Verwertungsquoten gibt es bei den Ölen, blei- und aluminiumhaltigen Produkten sowie dem Elektronikschrott.

Abfallwirtschaftskonzept Berlin, Teil 2

Kapitel (AVV) Abfallart Verwertungsquote [%] 10 Anorganische Abfälle aus thermischen Prozessen 93

+ 13 Ölhaltige Abfälle 54

Sonstige Abfälle (Katalysatoren, Bleibatterien, Elektronikaltgeräte, Fahrzeuge aus dem Gewerbe)

Tabelle 3 Gefährliche Abfälle aus dem Gewerbe mit hoher Verwertungsquote

In den chemisch-physikalischen Behandlungsanlagen liegt die Verwertungsquote bezogen auf die wiederverwertbaren Rohstoffe zwischen 10 % und 90 %.

Beseitigung und Verwertung 2008

Das Aufkommen der gefährlichen Abfälle betrug im Jahr 2008 588.302,5 Mg, davon wurden 100.727,5 Mg (17,2 %) verwertet und 487.575 Mg (82,8 %) beseitigt.

Eine prozentuale Aufschlüsselung des Gesamtaufkommens ergab acht relevante Abfallgruppen (größer 0,5 %) mit rund 576.500 Mg (98 %).

Verteilung der gefährlichen Abfälle auf die Wirtschaftszweige 2008

Zur Darstellung der mengenrelevantesten Wirtschaftszweige sind die Abfallmengen für 2008 in der Tabelle 5 und Abbildung 2 aufgeschlüsselt. Danach fielen in 14 relevanten Wirtschaftszweigen und dem Bereich Haushalte gefährliche Abfälle an.

Die Zuordnung der gefährlichen Abfälle auf die Wirtschaftszweige erfolgte, soweit dieses über die Auswertung der Nachweise (Begleitscheine) der Abfallerzeuger möglich war. Zusätzlich wurden die Sammelentsorgungen und Rücknahmesysteme nach §§ 24 und 25 Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-AbfG) ausgewertet. Derzeit gibt es im Land Berlin ca. 9. gewerbliche und öffentliche Erzeuger gefährlicher Abfälle. Unberücksichtigt bleibt die Anzahl der Haushalte.

Die relevanten Wirtschaftszweige, bei denen rund 90 % der Abfallmengen anfallen, sind die Bereiche

- Öffentliche Verwaltungen (Bundesbehörden, Senat, Bezirke, Banken, usw.),

- Verkehr,

- Ver- und Entsorger,

- Metallerzeugung und -bearbeitung i.V.m. Elektroindustrie,

- Bau i.V.m. Verarbeitung von Glas, Keramik, Steinen und

- Kfz und Tankstellen.

Bei diesen sind besondere Maßnahmen zur Abfallvermeidung vorrangig anzusetzen, um eine spürbare Reduzierung der gefährlichen Abfallmengen und Schadstoffpotenziale in Berlin zu bewirken.