Hauptabfallgruppen. Die Bautätigkeit im Land Berlin stabilisiert sich auf einem hohen Niveau

A220) mit relevantem Anfall gefährlicher Abfälle 2008

Mengenprognose bis 2020

Hauptabfallgruppen

Die Bautätigkeit im Land Berlin stabilisiert sich auf einem hohen Niveau. Die großen Bauvorhaben konzentrieren sich auf 5 relevante Kernbereiche: Grundstücksentwicklungsinvestitionen Abfallwirtschaftskonzept Berlin, durch Projektentwickler, Ver- und Entsorger, staatliche Einheiten, Großunternehmen und Verkehrsprojekte.

Größere Bauvorhaben wird es bis 2020 kontinuierlich geben. Es wird daher davon ausgegangen, dass das Aufkommen an gefährlichen Bauabfällen im Zeitraum 2008 bis 2010 auf ca. 456.220 Mg sinkt. Anschließend wird sich die Reduzierung gleichförmig entwickeln. Für das Jahr 2020 wird ein Aufkommen an gefährlichen Bauabfällen von 412.600 Mg erwartet.

Das Aufkommen an gefährlichen Abfällen aus Gewerbe, öffentlichen Einrichtungen und Haushaltungen wird voraussichtlich nahezu konstant bleiben. Lediglich hinsichtlich der Abfälle der Kapitel 16 und 20 der AVV werden Mengensteigerungen erwartet.

Das Gesamtaufkommen aller gefährlichen Abfälle wird sich im Jahr 2020 bezogen auf das Jahr 2008 um fast 10 % auf ca. 534.000 Mg/a verringern.

Die Verwertungs- und Beseitigungsquoten der gefährlichen Abfälle für 2008 und die Prognose für 2020 sind in Tabelle 7 dargestellt. Die Verwertungsquote der gefährlichen Abfälle ohne Berücksichtigung der Bauabfälle betrug 71 % im Jahr 2008. Für 2020 wird infolge der Umsetzung rechtlicher Vorgaben und vermehrter Aufklärung der Abfallerzeuger eine Verwertungsquote von ca. 82 % erwartet (ohne Bauabfälle).

Gefährliche Abfälle (ohne Bauabfälle)

Das Aufkommen an gefährlichen Abfällen ohne die Gruppe der kontaminierten Böden und des Bauschutts betrug im Jahr 2008 ca. 122.820 Mg und damit etwa 17,2 % am Gesamtaufkommen. Die Verwertungsquote hat sich seit 2002 vor allem bei folgenden Abfallgruppen deutlich erhöht :

- Anorganische Stoffe aus chemischen und thermischen Prozessen, Abfallwirtschaftskonzept Berlin, Teil 2

- Chemische und mechanische Formgebung und Oberflächenbehandlung,

- Öle und organische Lösemittel,

- Elektro- und Elektronikaltgeräte sowie Bleibatterien und andere Abfälle aus der Kfz- Branche,

- Bauabfallgemische (Holz, Glas, Kunststoff, Isoliermaterialien mit schädlichen Verunreinigungen.

Die gefährlichen Abfälle aus dem Gewerbe sowie aus öffentlichen Einrichtungen und Haushaltungen werden sich aufgrund der speziellen sowie der nachfolgend aufgeführten allgemeinen Vermeidungs- und Verwertungsmaßnahmen bis 2020 geringfügig verringern, wobei die geplanten Maßnahmen sich unterschiedlich in den Abfallgruppen auswirken:

- Verbesserung der Fertigungstechnik und Materialwirtschaft (Punkt 4.5 Ressourcenschutz),

- Verbesserung der betrieblichen Kreislaufführung,

- längere Standzeiten von Ölen, Emulsionen und Bädern,

- Erhöhung der Ausbeute,

- betriebsinterne Aufbereitung z. B. mittels Ultrafiltration und Kreislaufführung,

- Substitution bei Anwendung, und der Vermeidungsmaßnahmen Exemplarisch werden hier die unterschiedlichen speziellen Maßnahmen und deren Potentiale aus den Kapiteln 06 bis 09 der AVV beispielhaft quantifiziert.

Die Abfälle:

- aus anorganischen Prozessen besitzen ein Potential von 0,55 % (Bereitstellung von Anlagen zur Regeneration der Bäder bzw. Ionenaustauscheranlagen),

- aus organisch-chemischen Prozessen mit einem Potential von 0,50 % (weniger Lösemitteleinsatz, Umstellung auf lösemittelfreie Stoffe z. B. Wasserlacke),

- Abfälle aus z. B. der Herstellung von Beschichtungen (Farben, Lacke, Email), Klebstoffen usw., mit einem Potential von 0,65 % (Umstellung auf Wasserlacke, Veränderung der Applikation und betriebsinternes Obersprayrecycling),

- Abfälle aus der photografischen Industrie mit einem Potential von 1,00 % (Umstellung auf digitale Techniken, Anschaffung von Anlagen zur Regenerierung der Bäder) Verwertungsmaßnahmen

Bei sämtlichen Kapiteln der AVV haben sich die Verwertungsquoten in den Jahren 2002 bis 2008 deutlich erhöht.