Potenziale nutzen - Migranten und Migrantinnen mit im Herkunftsland erworbenen Berufsabschlüssen eine zweite Chance geben!

Der Senat wird aufgefordert, ein Konzept zur Berufsintegration von Menschen mit Migrationshintergrund, deren Berufsabschlüsse bisher nicht anerkannt werden, auszuarbeiten und in Berlin umzusetzen.

In diesem Konzept können zum Beispiel Erfahrungen aus dem Pilotprojekt des Brandenburger Gesundheitsministeriums zur Qualifizierung von zugewanderten Ärztinnen und Ärzten genutzt werden. Zusätzlich zu Berufsgruppen im Bereich des Gesundheitssystems soll das Projekt auch Pflegeberufe, sozialwissenschaftliche und pädagogische Berufsgruppen umfassen. Für Personen mit Ingenieurwissenschaftlichen Abschlüssen soll mit der IHK ein analoges Konzept entwickelt werden.

Begründung:

Viele Einwander/-innen in Berlin haben aus ihren Herkunftsländern mitgebrachte Hochschulabschlüsse. Viele dieser zugewanderten Akademikerinnen und Akademiker leben von Arbeitslosengeld II oder benötigen ergänzende Sozialleistungen. Sie haben oft schlecht bezahlte Jobs, z. B. arbeiten Ärzte, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, als Putzkraft oder Taxifahrer.

Diese ungenutzten Potenziale sollen in die Integrations-, Gesundheits-, Bildungs- und die soziale Infrastruktur eingebunden werden. Diese Infrastrukturen brauchen mehrsprachiges Personal mit interkultureller Kompetenz. Die Fachkräfte können im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe als Positivbeispiele in den Migrantencommunities wirken.

Nach aktuellen Bevölkerungsprognosen ist die am schnellsten wachsende Gruppe der Senior/-innen die der Migrantinnen und Migranten. Ein Bedarf an interkulturell geschultem sowie muttersprachlichem Fachpersonal steigt. Daher sind neben Pflegeberufen auch Fachärzte, insbesondere im Bereich Geriatrie mit interkultureller Kompetenz und Muttersprache gefragt. Am Arbeitsmarkt besteht ein akuter Bedarf an Ingenieuren. Im Bildungswesen fehlen u.a. ausgebildete Musiklehrer. Auch hier bestehen sinnvolle Betätigungsmöglichkeiten für Einwanderer u.a. aus den GUS-Staaten.