Wohnungsbau

H. September 2010 beschlossenen Entwurf des Bebauungsplans 3-9 für eine Teilfläche der ehemaligen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme „Alter Schlachthof" im Bezirk Pankow, Ortsteil Prenzlauer Berg zwischen Eldenaer Straße, August-Lindemann-Straße, Zum Langen Jammer und der westlichen Grenze des Grundstücks Eldenaer Straße 35 vom 03. Juni 2010 zu.

A. Begründung

Das Bebauungsplanverfahren wird weiterhin gemäß § 9 Abs. 3 AGBauGB von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung durchgeführt, auch wenn die Rechtsverordnung für den städtebaulichen Entwicklungsbereich „Alter Schlachthof" inzwischen aufgehoben ist.

Wesentliche Ziele und Zwecke der Planung

Der Bebauungsplan 3-9 soll die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Wiedernutzbarmachung einer gut erschlossenen gewerblichen Brachfläche für den Wohnungsbau sowie in geringem Umfang für wohnverträgliche gewerbliche Nutzungen schaffen. Die Herstellung von innerstädtischem Wohnraum folgt den Zielen der inzwischen abgeschlossenen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme „Alter Schlachthof" sowie der Stadtentwicklungsplanung Wohnen und führt zu einer städtebaulichen

Aufwertung und Belebung des Gebiets und seines näheren Umfeldes. Aufgrund der Zugehörigkeit zum Denkmalbereich Zentralvieh- und Schlachthof soll die historische Bebauungsstruktur aus ehemals sechs gleichartigen, parallel zueinander angeordneten Rinderställen in Form einer urbanen Reihenhausbebauung wieder aufgenommen werden. Die noch vorhandenen südlichen Giebelfassaden der Baufelder 1, 3, 4 und 5 sowie die nördliche Giebelfassade des Baufeldes 4 bleiben dabei erhalten.

Städtebauliche Entwicklung

Nach der formalen Aufhebung des städtebaulichen Entwicklungsbereichs „Alter Schlachthof" verbleiben nur noch wenige Flächen, die bislang noch nicht einer neuen Nutzung zugeführt werden konnten. Das Plangebiet ­ mit Ausnahme der bereits verwirklichten Einzelhandelsnutzung im Kerngebiet ­ gehört zu diesen Flächen. Das planerische Leitbild der Schaffung eines neuen, gemischt genutzten innerstädtischen Quartiers mit einem hohen Wohnanteil hat auch über das Ende der Entwicklungsmaßnahme hinaus Gültigkeit. Die Aufstellung des Bebauungsplans 3-9 trägt wesentlich zur endgültigen Verwirklichung der städtebaulichen Ziele für das ehemalige Schlachthofareal ­ hier insbesondere zur Sicherung von Flächen für den Wohnungsbau und zur Berücksichtigung der Belange des Denkmalschutzes ­ bei.

Bezogen auf die übergeordneten Planungsziele des Landes Berlin leistet das Vorhaben einen Beitrag zur Stärkung des innerstädtischen Wohnens und wirkt somit der Abwanderung in die Peripherie entgegen. Dies führt zur Vermeidung von Verkehr und trägt zur besseren Auslastung der vorhandenen städtischen Infrastruktur bei.

Insbesondere im Jahr 2009 sind eine Reihe von Wohnungsbauvorhaben westlich des Hermann-Blankenstein-Parks fertig gestellt und bezogen worden. Dies hat zu einer erheblichen Belebung und Aufwertung des Gebietes auch in sozial-struktureller Hinsicht geführt. Es ist zu erwarten, dass auch die vorliegende Planung derartige positive Auswirkungen zeitigen wird.

Die denkmalgeschützten ehemaligen Stallgebäude befinden sich in einem außerordentlich schlechten baulichen Zustand, so dass eine vollständige Erhaltung und Wiederherstellung wirtschaftlich nicht tragfähig ist. Dennoch ist mit der Bewahrung der noch vorhandenen Giebelfassaden und der Wiederaufnahme der historischen Baustruktur ein angemessener Umgang mit einem wichtigen Teil des Denkmalbereichs Zentralvieh- und Schlachthof verbunden.

Es entsteht ein individuelles und attraktives Wohnangebot innerhalb eines abwechslungsreichen Stadtviertels, mit einer eigenständigen und unverwechselbaren Identität.

Eine sehr gut erschlossene innerstädtische Brachfläche innerhalb eines infrastrukturell gut ausgestatteten Quartiers wird nach nahezu 20 Jahren wieder nutzungsstrukturell und städtebaulich in ihr Umfeld integriert.

B. Rechtsgrundlagen Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung vom 23. September 2004 (BGBl. I S. 2414), zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585) Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke ­ Baunutzungsverordnung - (BauNVO) in der Fassung vom 23. Januar 1990 (BGBl. I S.132), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 22. April 1993 (BGBl. I S. 466) Gesetz zur Ausführung des Baugesetzbuches (AGBauGB) in der Fassung vom 7. November 1999 (GVBl. S. 578), zuletzt geändert durch Gesetz vom 3. November 2005 (GVBl. S. 692)