Das Kerngebiet ist bereits im Bebauungsplan IV2e1 f 02 Dezember 2005 festgesetzt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Begründung zum Bebauungsplan 3-9 - 8 Der Plangeltungsbereich befindet sich innerhalb des im Flächennutzungsplan nachrichtlich dargestellten Vorranggebietes für Luftreinhaltung.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans 3-9 ist kleiner als 3 ha.

Die Entwicklung des Mischgebietes und des Kerngebietes ist aus der im Flächennutzungsplan dargestellten gemischten Baufläche M2 gegeben.

Das Kerngebiet ist bereits im Bebauungsplan IV-2e-1 (f. 02. Dezember 2005) festgesetzt. Der Bebauungsplan 3-9 nimmt dafür lediglich eine untergeordnete Grenzkorrektur vor.

Das allgemeine Wohngebiet befindet sich in der Randlage der gemischten Baufläche M2 im Grenzbereich zum übergeordneten Grünzug nördlich der Straße Zum Langen Jammer. Da der Charakter der dargestellten Baufläche WA in seiner Funktion und Wertigkeit sowie die Anforderungen des Immissionsschutzes nach dem dargestellten städtebaulichen Gefüge durch die künftig zulässige Nutzung gewahrt bleibt (Anwendung des Grundsatzes 1 für die Entwicklung von Bebauungsflächen) ist die Entwickelbarkeit aus dem Flächennutzungsplan gegeben.

Im Zusammenwirken von Kern-, Misch- und Wohnbauflächen sowie dem östlich des Plangebiets bereits festgesetzten Mischgebiet (Bebauungsplan IV-2e, f. 17. Oktober 2000) entsteht eine städtische Nutzung- und Funktionsmischung mittlerer Intensität und Dichte. Die Anforderungen des Immissionsschutzes werden durch Festsetzungen zum Schallschutz und zur Luftreinhaltung gewahrt. Dem Bebauungsplan stehen keine Hinderungsgründe aufgrund von schadstoffbelasteten Böden entgegen (vgl. I.2.2.8). I.2.2.3 Bebauungsplan IV-2e-1

Im Bebauungsplan IV-2e-1, festgesetzt am 02. Dezember 2005, ist der Bereich um die fünf historischen Rinderställe südlich der Straße Zum Langen Jammer einschließlich einer dreieckigen Teilfläche an der Eldenaer Straße mit insgesamt ca. 21.500 m2 als Gewerbegebiet gemäß § 8 BauNVO festgesetzt (vgl. I.1).

Die Festsetzungen der überbaubaren Grundstücksfläche erfolgt in Form dreier gleich großer, sich an den Baufluchten der Bestandsgebäude orientierender Baufenster in flächenmäßiger Ausweisung durch Baugrenzen. Das Maß der Nutzung ist durch die Festsetzung der Grundflächenzahl (GRZ) auf 0,6 und der Zahl der zulässigen Vollgeschosse auf zwei als Höchstmaß begrenzt.

Die Errichtung von Wohngebäuden ist hinsichtlich der Art der Nutzung im festgesetzten Gewerbegebiet nicht genehmigungsfähig, da Wohnungen hier allenfalls als Ausnahme (z.B. Betriebswohnungen) nach den Regelungen des § 8 Abs.3 Nr. 1 BauNVO zulässig sind.

Im Bereich Eldenaer Straße Ecke August-Lindemann-Straße ist eine Fläche mit einer Größe von rund 5.400 m2 als Kerngebiet gemäß § 7 BauNVO festgesetzt. Bei erweiterter Baukörperausweisung und einer GRZ von 0,4 ist ein Vollgeschoss zulässig. Eine Planänderung erfolgt hier nur in Form der Korrektur einer durch den Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Begründung zum Bebauungsplan 3-9 - 9 Bebauungsplan 3-9 berührten Baugrenze sowie der Anpassung der Baugebietsausweisung an die Grundstücksgrenzen (vgl. II.2.2). I.2.2.4 Landschaftsschutzprogramm / Artenschutzprogramm Abgeleitet von den übergeordneten Zielen des Bundes- und des Berliner Naturschutzgesetzes und bezogen auf den Flächennutzungsplan formuliert das Landschaftsprogramm einschließlich Artenschutzprogramm (LaPro) i.d.F. 29. Juli 1994 (ABl. S. 2331), zuletzt aktualisiert am 27. Juni 2006 (ABl. S. 2350), für den Bereich des Plangebietes in Programmplänen u. a. die nachfolgende Zielsetzungen und Maßnahmen:

· Programmplan Naturhaushalt / Umweltschutz:

In diesem Programmplan ist der Bereich zwischen August-Lindemann-Straße, Eldenaer Straße und S-Bahntrasse als Fläche für „Industrie und Gewerbe" dargestellt.

Bei im Flächennutzungsplan vorgesehenen Nutzungsänderungen von gewerblichen Bauflächen in Wohnbauflächen sollen jedoch nach dem Erläuterungsbericht des Landschaftsprogramms die in diesem dargestellten übergeordneten Ziele und Anforderungen für die geänderte Nutzung berücksichtigt werden. Aufgrund der FNPDarstellung als M2-Fläche und der geplanten Wohnnutzung sind folgende Anforderungen an „Siedlungsgebiete" relevant:

- Erhöhung der naturhaushaltswirksamen Flächen (Entsiegelung sowie Dach-, Hof- und Wandbegrünung),

- Berücksichtigung des Boden- und Grundwasserschutzes,

- Dezentrale Regenwasserversickerung,

- Förderung emissionsarmer Heizsysteme,

· Programmplan Biotop- und Artenschutz: Zuordnung zum Biotopentwicklungsraum „Städtischer Übergangsbereich mit Mischnutzungen":

- Schaffung zusätzlicher Lebensräume für Flora und Fauna sowie Kompensation von Nutzungsintensivierungen durch Entsiegelung, Dach- und Wandbegrünung.

· Programmplan Erholung und Freiraumnutzung: Darstellung als „sonstige Fläche außerhalb von Wohnquartieren". Aufgrund der Nutzungsänderung (s.o.) sind folgende Anforderungen an Wohnquartiere relevant:

- Anlage nutzbarer privater und halb öffentlicher Freiräume,

- Anbindung / Verknüpfung mit übergeordneten Grünzügen.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Begründung zum Bebauungsplan 3-9 - 10 · Programmplan Landschaftsbild: Darstellung als „städtischer Übergangsbereich mit Mischnutzungen":

- Erhalt und Entwicklung charakteristischer Stadtbildbereiche sowie typischer Elemente des Landschaftsbildes,

- Beseitigung von Landschaftsbildbeeinträchtigungen,

- Anlage ortsbildprägender Freiflächen, begrünter Straßenräume und Stadtplätze bei Siedlungserweiterung.

· Programmplan Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption

Das Plangebiet ist nicht als Ausgleichsfläche dargestellt.

Das LaPro stellt eine vor allem auf qualitative Ziele und Anforderungen des Naturschutzes bezogene Ergänzung des Flächennutzungsplanes dar. Es enthält keine zwingenden Vorgaben für die Bebauungsplanung. Auch sind Bebauungspläne nicht, anders als beim Flächennutzungsplan, aus dem LaPro zu entwickeln. Die Vorgaben des LaPro sind jedoch in das planungsrechtliche Abwägungsverfahren einzubeziehen.

Im Rahmen der Gesamtplanung für den städtebaulichen Entwicklungsbereich Alter Schlachthof wurden wesentliche Vorgaben des LaPro umgesetzt. Durch die Schaffung umfangreicher öffentlicher Grünflächen innerhalb eines vormals ausschließlich gewerblich genutzten Gebietes wurde der Anteil der naturhaushaltswirksamen Flächen als zusätzlicher Lebensraum für Flora und Fauna deutlich erhöht und es wurden Verknüpfungen mit übergeordneten Grünzügen geschaffen. Landschafts- bzw. Stadtbildbeeinträchtigungen in Form ungenutzter Brachen und maroder, nicht erhaltenswerter Bausubstanz wurden beseitigt. Gleichzeitig trug die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude zum Erhalt charakteristischer Stadtbildelemente bei. Im Zuge von Wohnungsbauvorhaben entstanden nutzbare private und halb öffentliche Freiräume.

Durch den Bebauungsplan 3-9 wird anstelle einer gewerblichen Nutzung eine Wohnnutzung und eine Mischgebietsnutzung festgesetzt. Der mögliche Versiegelungsgrad wird bezogen auf die Gesamtfläche reduziert und es werden private Grün- und Freiflächen entstehen. Ein ausgleichspflichtiger Eingriff in Natur und Landschaft wird nicht vorbereitet (vgl. III.3.). Dennoch wird durch die Festsetzung von Flächen, die gärtnerisch anzulegen und zu unterhalten sind (vgl. II.3.6) sowie die Festsetzung von Baumpflanzungen der Vegetationsflächenanteil im Plangebiet im Vergleich zum Ausgangszustand erhöht.

I.2.2.5 Stadtentwicklungsplanung

In der Stadtentwicklungsplanung (StEP) Wohnen ­ Karte „Priorisierung Wohnbauflächen" ist für den Großteil des (ehemaligen) städtebaulichen Entwicklungsbereichs