Wohnungsbau

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Begründung zum Bebauungsplan 3-9 - 38 Baumpflanzungen zur Verbesserung der mikroklimatischen Situation und somit zur Schaffung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse bei.

Derzeit befinden sich auf der geplanten Mischgebietsfläche 13 Bäume, davon acht außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche. Die Bäume fallen nicht unter die Regelungen der Baumschutzverordnung Berlin (BaumschVO).

Die künftige Zahl der Bäume soll in etwa der Bestandszahl entsprechen. Aufgrund der textlichen Festsetzung werden im Mischgebiet künftig mindestens zwölf hoch wachsende Laubbäume existieren. Die Erhaltung vorhandener Pflanzen wird durch deren Anrechenbarkeit auf die Gesamtzahl unterstützt. Wie viele Bestandsbäume erhalten werden können, wird vom konkreten Bebauungs- und Nutzungskonzept abhängen. Da nicht das gesamte Baufenster vollständig überbaut werden kann, kommt auch die Erhaltung von Bäumen im Bereich der östlichen Baugrenze prinzipiell in Betracht.

Die Beschränkung auf hoch wachsende Laubbäume dient der bereits unter der textlichen Festsetzung Nr. 10 erläuterten ortstypischen Pflanz- und Gestaltqualität.

14. Innerhalb der Fläche Z ist eine Fläche in einer Breite von mindestens 3,0 m zwischen der August-Lindemann-Straße und der Eldenaer Straße mit einem Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit zu belasten.

(Rechtsgrundlage: § 9 Abs. 1 Nr. 21 BauGB)

Die Ausweisung des Gehrechts dient der Schaffung einer im wesentlichen öffentlichen Interesse liegenden direkten und allgemein zugänglichen Fußwegeverbindung zwischen der Eldenaer Straße und dem Eingang zum Hermann-Blankenstein-Park südlich der ehemaligen Rinderauktionshalle (vgl. II.3.5).

Die Geltungsbereichsgrenze ist zwischen den Punkten P1­P2­P3 zugleich Straßenbegrenzungslinie.

(Rechtsgrundlage: § 9 Abs. 1 Nr. 11 BauGB)

Diese Festsetzung stellt klar, dass sich südlich der Geltungsbereichsgrenze eine Straßenverkehrsfläche für die bestehende, öffentlich gewidmete Eldenaer Straße anschließt (Ausweisung durch textliche Festsetzung da zeichnerisch nicht möglich). Entlang der an die Geltungsbereichsgrenzen des Bebauungsplans 3-9 angrenzenden Straßenverkehrsflächen der August-Lindemann-Straße und der Straße Zum Langen Jammer ist diese Textfestsetzung nicht erforderlich, da die jeweiligen Straßenbegrenzungslinien mit den Bebauungsplänen IV-2d bzw. IV-2e-1 bereits festgesetzt wurden.

16. Im Geltungsbereich dieses Bebauungsplans treten alle bisherigen Festsetzungen, die verbindliche Regelungen der in § 9 Abs. 1 des Baugesetzbuches bezeichneten Art enthalten, außer Kraft.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Begründung zum Bebauungsplan 3-9 - 39 Diese textliche Festsetzung ist bei allen Bebauungsplänen aufzunehmen, in deren Geltungsbereich bereits planungsrechtliche Festlegungen vorhanden sind. Der Bebauungsplan 3-9 ändert mit den Festsetzungen in seinem Geltungsbereich teilweise den am 2. Dezember 2005 festgesetzten Bebauungsplan IV-2e-1.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Begründung zum Bebauungsplan 3-9 - 40 III. Auswirkungen der Planung III.1. Flächenmäßige Auswirkungen

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans 3-9 umfasst eine Fläche von ca. 26.880 m2 mit folgenden städtebaulichen Kennwerten:

· allgemeines Wohngebiet WA ca. 18.500 m2 · Grundfläche gem. § 19 (2) BauNVO (erw. Baukörperausw.) ca. 11.050 m2 · Geschossfläche (Z=2) ca. 22.100 m2 · Mischgebiet MI ca. 2.950 m2 · Grundfläche gem. § 19 (2) BauNVO (GRZ 0,3) ca. 885 m2 · Geschossfläche (Z=2) ca. 1.770 m2 · Kerngebiet MK ca. 5.430 m2 · Grundfläche gem. § 19 (2) BauNVO (GRZ 0,4) ca. 2.180 m2 · Geschossfläche (Z=1) ca. 2.180 m2 III.2. Städtebauliche Auswirkungen

Nach der formalen Aufhebung des städtebaulichen Entwicklungsbereichs Alter Schlachthof verbleiben nur noch wenige Flächen, die bislang noch nicht einer neuen Nutzung zugeführt werden konnten. Das Plangebiet ­ mit Ausnahme der bereits verwirklichten Einzelhandelsnutzung im Kerngebiet ­ gehört zu diesen Flächen.

Das planerische Leitbild der Schaffung eines neuen, gemischt genutzten innerstädtischen Quartiers mit einem hohen Wohnanteil hat auch über das Ende der Entwicklungsmaßnahme hinaus Gültigkeit. Die Aufstellung des Bebauungsplans 3-9 trägt wesentlich zur endgültigen Verwirklichung der städtebaulichen Ziele für das ehemalige Schlachthofareal ­ hier insbesondere zur Sicherung von Flächen für den Wohnungsbau und zur Berücksichtigung der Belange des Denkmalschutzes ­ bei.

Bezogen auf die übergeordneten Planungsziele des Landes Berlin leistet das Vorhaben einen Beitrag zur Stärkung des innerstädtischen Wohnens und wirkt somit der Abwanderung in die Peripherie entgegen. Dies führt zur Vermeidung von Verkehr und trägt zur besseren Auslastung der vorhandenen städtischen Infrastruktur bei.

Insbesondere im Jahr 2009 sind eine Reihe von Wohnungsbauvorhaben westlich des Hermann-Blankenstein-Parks fertig gestellt und bezogen worden. Dies hat zu einer erheblichen Belebung und Aufwertung des Gebietes auch in sozialstruktureller Hinsicht geführt. Es ist zu erwarten, dass auch die Planung derartige positive Auswirkungen zeitigen wird.

Die denkmalgeschützten ehemaligen Stallgebäude befinden sich in einem außerordentlichen schlechten baulichen Zustand.