Ökologischen Vorteil der Energiesparlampen nicht gefährden

Um die positive Ökobilanz von Energiesparlampen nicht durch deren fehlerhafte Entsorgung zunichte zu machen, wird der Senat aufgefordert, mit der Berliner Stadtreinigung (BSR) ein umweltgerechtes Recycling der Lampen sicherzustellen. Dazu sind umgehend haushaltsnahe und kundenfreundliche Sammelstellen einzurichten, sowie die Öffentlichkeit über die ordnungsgemäße Entsorgung von Energiesparlampen zu informieren.

Dem Abgeordnetenhaus ist bis zum 15. Dezember 2010 zu berichten.

Begründung:

Am 1. September ist die zweite Stufe des europaweiten Glühlampenverbots in Kraft getreten. Damit wurde die Herstellung und der Verkauf von Glühlampen und Halogenlampen mit mehr als 60 Watt verboten. Bis 2012 werden alle Modelle zwischen 60 und 25 Watt folgen. Gleichzeitig steigt der Verkauf von Energiesparlampen, was ökologisch vorteilhaft ist. Der ökologische Vorteil der Energiesparlampen droht in Berlin zunichte gemacht zu werden, da laut Deutscher Umwelthilfe in Berlin nur 10 bis 20 Prozent der ausgedienten Energiesparlampen umweltgerecht entsorgt werden. Alle anderen Energiesparlampen landen im Hausmüll und belasten diesen mit giftigem Quecksilber (2 mg pro Lampe). Senat und Berliner Stadtreinigung (BSR) haben es bisher versäumt, die Öffentlichkeit über die ordnungsgemäße Entsorgung der Lampen zu informieren und ausreichend eigene Sammelstellen einzurichten oder entsprechende Rücknahmevereinbarungen mit dem Handel zu treffen. Wer in Kladow wohnt, muss zur Zeit seine alte Energiesparlampe nach Potsdam tragen. Eine haushaltsnahe und kundenfreundliche Sammlung sieht anders aus.

Dass es auch anders geht, zeigen in der Sammlung erfolgreiche Städte wie München, die neben festen Annahmestellen auch ein Schadstoffmobil anbieten ­ in Berlin wurde das leider vor einigen Jahren ersatzlos abgeschafft.

Damit die positive Ökobilanz von Energiesparlampen nicht durch ihre umwelt schädliche Entsorgung untergraben wird, müssen Senat und BSR zügig ein umweltgerechtes Recycling sicherstellen bzw. entsprechende Vereinbarungen mit dem Handel treffen. So kann z. B. der Handel seine Kundinnen und Kunden permanent und kundenfreundlich (am Ort des Verkaufs) informieren und freiwillig Sammelboxen gut sichtbar und immer verfügbar im Laden bereit halten.

Zumal die Geschäfte für die Behälter keinen Cent zahlen müssen. Die Kosten tragen die Lampenhersteller. Zur sicheren Entsorgung der quecksilberhaltigen Energiesparlampen könnte zum Beispiel die Spezialbox von „lightcycle" zur Verfügung gestellt werden.