Rehabilitation

Stand bezüglich der Bettendichte, Bettenauslastung und Krankenhausfallzahl im Vergleich mit den anderen Bundesländern.

Die umlandversorgungsbereinigte bevölkerungsbezogene Bettendichte ist in Berlin im Ländervergleich inzwischen seit einigen Jahren bundesweit die geringste (Abb. 6.1. ­ 1).

Die so genannte umlandversorgungsbereinigte Bettendichte berücksichtigt die tatsächlich zur Versorgung der Wohnbevölkerung verfügbaren Betten. Auch benötigte Kapazitäten für Krankenhausfälle der Wohnbevölkerung Berlins in anderen Bundesländern sind dabei mit berücksichtigt.

Die unbereinigte Bettendichte berücksichtigt dagegen alle in einem Land vorgehaltenen Bettenkapazitäten, unabhängig davon, inwieweit diese Betten zur Versorgung der eigenen Wohnbevölkerung oder auch für andere Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz außerhalb Berlins zur Verfügung stehen.

Der in Abb. 6.1. ­ 1 dargestellte Ländervergleich der unbereinigten und der umlandversorgungsbereinigten Bettendichten zeigt, dass insbesondere in den Stadtstaaten ­ so auch in Berlin ­ ein wesentlicher Teil der tatsächlich vorhandenen Bettenkapazität zur Versorgung von Patientinnen und Patienten aus dem Umland (bzw. aus anderen Bundesländern) zur Verfügung gestellt wird. Demzufolge liegt die in Berlin tatsächlich von der Wohnbevölkerung in Anspruch genommene (umlandversorgungsbereinigte) Bettenkapazität deutlich unter der unbereinigten Bettendichte. Parallel dazu zeigt die Abbildung, dass sich die Verhältnisse im Berlin umgebenden Land Brandenburg etwa umgekehrt verhalten. In Berlin werden zusätzliche Betten für die Brandenburger Wohnbevölkerung vorgehalten, u. a. weil Brandenburg keine universitäre Medizin betreibt und seit langem der Einzugsbereich einiger Berliner Krankenhäuser (z. B. am Krankenhausstandort BerlinBuch) weit in die Fläche Brandenburgs reicht.

Des Weiteren ist anzumerken, dass in Berlin in den dargestellten Bettenzahlen auch die geriatrischen Betten enthalten sind, die in anderen Bundesländern zum Teil dem Rehabilitationsbereich zugeordnet werden. Stationäre Rehabilitationsangebote erreichen dort bis zu einem Drittel der Krankenhauskapazität. In Berlin werden sie dagegen kaum vorgehalten.

Insgesamt gesehen ist die Bettenausstattung in Berlin heute als ausreichend einzuschätzen. Überkapazitäten, wie sie sich noch in den neunziger Jahren auch an der vergleichsweise höchsten Bettendichte im Bund zeigten, sind konsequent abgebaut worden. Mit rund 4,2 Akutbetten je 1.000 Einwohner (ohne Psychiatrie) ist Berlin heute auch im internationalen Vergleich (OECD-Mittelwert für 2007: 3,8) nicht auffällig. Deutschland insgesamt ist gemäß der OECD Veröffentlichung mit 5,7 Akutbetten je 1.000 Einwohner demgegenüber noch vergleichsweise hoch ausgestattet. Es muss hier aber angemerkt werden, dass internationale Kapazitätsvergleiche nicht unproblematisch und in ihrer Aussagekraft begrenzt sind, da beträchtliche Unterschiede in den Gesundheitsversorgungssystemen bestehen.

Berlin hat in der Krankenhausversorgung mit 82 Prozent gemeinsam mit Hamburg und nach dem Saarland die höchste Bettenauslastung (Abb. 6.1. ­ 2) aller Länder. Die Bettenausstattung liegt zwar deutlich unter dem Länderdurchschnitt. Bezüglich der festgelegten Normauslastungen der Betten sind in einigen somatischen Fachgebieten noch Zukunftsreserven vorhanden. Psychiatrische und psychosomatische Abteilungen sowie auch geriatrische Abteilungen weisen Belegungen auf, die weit oberhalb der Normauslastung liegen.

Die bevölkerungsbezogene Krankenhausfallzahl der Berliner Krankenhäuser (Abb. 6.1. ­

3) liegt im Durchschnitt der Bundesländer. Hierbei werden jedoch auch Nichtberliner Behandlungsfälle berücksichtigt. Aussagefähiger ist deshalb ­ wie schon bei der Betrachtung der Bettenausstattung ­ der Bevölkerungsbezug der Krankenhausfallzahl der Berliner Einwohner. Diese Fallzahl ist im Ländervergleich nach Baden-Württemberg und Hamburg am geringsten und liegt in Berlin rund 11 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Auch an dieser Abbildung wird deutlich, dass Berlin ­ wie auch die anderen Stadtstaaten ­ in deutlichem Umfang Leistungen für das Umland erbringt.