Darüber hinaus ist auch die Zertifizierung geriatrischer Kliniken über verschiedene Institutionen

Krankenhausplan 2010 des Landes Berlin innerhalb der Geriatrie über die Grenzen der einzelnen Bundesländer hinweg, z. B. durch regelmäßige Qualitätsvisiten des interdisziplinären Teams von Mitgliedseinrichtungen untereinander.

Darüber hinaus ist auch die Zertifizierung geriatrischer Kliniken über verschiedene Institutionen möglich.

Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Die Planungsgrundsätze für die Fachgebiete Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychosomatische Medizin und Psychotherapie beruhen auf den fachlichen Empfehlungen des Landespsychiatriebeirates aus dem Jahr 2008. Dieser hatte in Vorbereitung der Erarbeitung des Krankenhausplanes 2010 eine Arbeitsgruppe gebildet, welche die aktuelle Versorgungssituation von psychisch erkrankten Erwachsenen im klinischen Bereich analysierte und im Gesamtzusammenhang des vorhandenen Versorgungssystems bewertete.

Die Arbeitsgruppe legte die von ihr entworfenen Empfehlungen dem Landespsychiatriebeirat vor, der sie nach eingehender Erörterung angenommen hat. Im Anschluss daran wurden die fachlichen Empfehlungen in die Gremien zur Krankenhausplanung eingebracht sowie einer breiten Fachöffentlichkeit zur Kenntnisnahme zugeleitet. Die vom Landespsychiatriebeirat beschlossenen fachlichen Empfehlungen sind für diesen Teil des Krankenhausplanes 2010 handlungsleitend.

Die Krankenhausplanung für die Fachgebiete Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychosomatische Medizin und Psychotherapie orientiert sich am gemeindepsychiatrischen Paradigma eines regional verankerten, integrierten Versorgungssystems, das für alle psychisch kranken Bürger eine adäquate, effiziente Behandlung und Betreuung ermöglicht.

Die deutlich sichtbaren qualitativen Erfolge der Psychiatriereform in Berlin haben die Sinnhaftigkeit des Strukturgrundsatzes der regionalisierten Pflichtversorgung im psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgungssystem belegt.

Die im psychiatrisch/psychotherapeutischen und psychosomatischen Versorgungssystem zu erbringenden Leistungen sind von den Leistungsanbietern, den Kostenträgern und dem jeweiligen Bezirk weiterzuentwickeln und aufeinander zu beziehen. In der Zielstellung sind in allen Berliner Bezirken verbindlich organisierte und verfasste „Gemeindepsychiatrische Verbünde" anzustreben, in die die pflichtversorgenden Fachabteilungen/Kliniken einzubinden sind. Dabei ist auf eine Vergleichbarkeit der Versorgungsstrukturen in den Bezirken hinzuwirken.

Als integraler Bestandteil eines Versorgungssystems ist in jeder Versorgungsregion/ Bezirk mindestens ein klinischer Standort vorzuhalten. Die psychiatrisch / psychotherapeutische und psychosomatische vollstationäre Versorgung soll dabei möglichst immer am Standort eines Allgemeinkrankenhauses erfolgen.

Die regionalisierte Pflichtversorgung umfasst psychiatrische, psychotherapeutische und Leistungen der psychosomatischen Medizin. Eine weitere Differenzierung nach Fachabteilungen (z. B Allgemeinpsychiatrie, Gerontopsychiatrie, Sucht) oder Krankheitsbildern erfolgt seitens der Krankenhausplanung nicht. Diese Differenzierungen sind, abgestimmt auf die Besonderheiten der jeweiligen Pflichtversorgungsregion, durch den Krankenhausträger unter Einbeziehung der Kostenträger und der Bezirke zu fassen.

Mit der Etablierung verbindlicher Strukturen in den Pflichtversorgungsregionen kommt der tagesklinischen Behandlung eine steigende Bedeutung zu. Im Zusammenwirken mit den Institutsambulanzen, den niedergelassenen Ärzten und Therapeuten sowie dem außerklinischen Betreuungs- und Beratungssystem sollen sie verstärkt dazu beitragen, vollstationäre Behandlung zu ersetzen.

Für tagesklinische Behandlungsplätze sind ca. 25 Prozent der Gesamtkapazitäten der Fachabteilungen/Kliniken vorzusehen. Da die Berliner Versorgungsregionen die bundesKrankenhausplan 2010 des Landes Berlin weit empfohlene Größenordnung von 150.000 Einwohnern regelhaft überschreiten, sollen zur besseren Erreichbarkeit und Integration in den Bezirk möglichst mehrere Standorte für tagesklinische Behandlungen etabliert werden.

Neben der reinen Vorhaltung von bedarfsnotwendigen Betten-/Platzkapazitäten ist die Einhaltung der Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV) ­ als Maßstab eines Personalmindeststandards ­ ein zentrales Element für die Qualität klinischer Leistungen. Die Finanzierung und Umsetzung der nach Psych-PV vorgegebenen Personalstellen ist zu gewährleisten, da bei Untererfüllung der Psych-PV von einem Verlust an Leistungsqualität mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf die Effizienz des gesamten Versorgungssystems auszugehen ist.

Zur Grundausstattung einer jeden psychiatrischen/psychotherapeutischen/ psychosomatischen Fachabteilung/Klinik mit Pflichtversorgungsauftrag gehört eine Institutsambulanz, die das Leistungsspektrum entsprechend der Institutsambulanzvereinbarung nach § 118 Absatz 2 SGB V abdeckt. Vor dem Hintergrund anhaltender Überauslastung ärztlicher Praxen in der psychiatrischen Versorgung kommt den Psychiatrischen Institutsambulanzen eine erhebliche Bedeutung für die Gesamtversorgung zu.

Alle in die Pflichtversorgung eingebundenen Kliniken und Abteilungen haben dafür Sorge zu tragen, dass die Grundversorgung an psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosomatischen Leistungen erbracht wird. Hierzu bedarf es einer engen und verbindlich gestalteten Kooperation mit den niedergelassenen Fachärzten und niedergelassenen Psychotherapeuten sowie den im Bezirk angesiedelten Krankenhäusern ohne psychiatrisch-psychotherapeutische Abteilung. Die Kooperation soll dazu genutzt werden, die psychiatrisch-psychotherapeutische Konsiliarversorgung dieser Krankenhäuser zu verbessern.

Unabdingbar für die Qualität des Versorgungssystems sind die Etablierung von Besuchskommissionen, eines qualifizierten Beratungs- und Beschwerdemanagements sowie eine Stärkung der Position der Patientenfürsprecher/innen.

Forschung und Lehre sind wichtige Faktoren für die Qualität und Zukunftsfähigkeit des psychiatrischen Versorgungssystems. Entsprechend wird die Etablierung der beiden Lehrstühle sowie des Lehrstuhls für Forensische Psychiatrie ausdrücklich begrüßt. Erfolgt die Pflichtversorgung einer Region unter Einbindung einer Universitätsklinik, erhält die entsprechende Region einen Kapazitätszuschlag in Höhe von ca. 10 Betten.

Klinische Angebote der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatischen Medizin, die über die regionalisierte Pflichtversorgung hinaus Bestandteil des Versorgungssystems sind, sollten nach der Empfehlung des Landespsychiatriebeirates möglichst auf dem Niveau der Fortschreibung 2006 des Berliner Krankenhausplans gehalten werden.

Mit dem Krankenhausplan 2010 werden die Empfehlungen des Landespsychiatriebeirates so weit wie möglich aufgenommen und umgesetzt. Die geringfügigen Kapazitätsabweichungen bei einigen Krankenhäusern, z. B. dem Bundeswehrkrankenhaus, dem Ev.

Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (Behandlungszentrum für psychisch kranke Menschen mit geistiger Behinderung) sowie dem Jüdischen Krankenhaus (Drogenentzug) resultieren aus im Einzelfall belegten unverzichtbaren Bedarfen.

Krankenhausplan 2010 des Landes Berlin

Tab. 7.9.000 Einwohner), der Bevölkerungsprognose und der Sozialstruktur

2) Einbeziehung der Charite (CCM) in die Sicherstellung der Pflichtversorgung der Versorgungsregion Mitte

3) Beteiligung der Charite (CBF) an der Sicherstellung der Pflichtversorgung der Versorgungsregion Charlottenburg-Wilmersdorf bis zum 30.11.