Mehr Sicherheit auf dem Schulweg

Das Abgeordnetenhaus fordert den Senat auf, den Anstieg von Unfällen von Kindern auf dem Schulweg ernst zu nehmen und die Schulwegsicherheit für die Berliner Schulkinder zu verbessern. Dazu soll der Senat für die einzelnen Schulen folgende Maßnahmen gewährleisten:

1. Die Schulen erhalten basierend auf den Unfallstatistiken konkrete Hinweise über Risiken und Gefahrenquellen, verbunden mit der Darstellung möglicher Maßnahmen und Strategien zur Verhaltens- und Verhältnis-Prävention. Bei der Datenerfassung und -aufbereitung soll insbesondere auf die Vergleichbarkeit zwischen Schulen geachtet werden.

2. Erfolgreiche Schulwegsicherheitskonzepte sowie erfolgreiche Kooperationsmodelle zwischen Schule, Jugendverkehrsschule und Polizei werden identifiziert und prämiert, um Schulen mit Entwicklungsbedarf Best-practice-Modelle und Kooperationspartner anzubieten.

3. Die Schulleitungen erhalten feste Ansprechpartner, damit frühzeitige Gefahrenhinweise zu beschleunigten Veränderungen vor Ort führen.

4. An Schulen, deren Gebäudekomplexe durch eine Straße getrennt sind, werden Zebrastreifen angelegt.

5. Dialog-Displays zur Geschwindigkeitsrückmeldung werden im Schulumfeld vermehrt eingeführt.

6. An kritischen Stellen sind Bedarfsampeln einzurichten.

Begründung: Aktuelle Zahlen der Unfallkasse aus dem Jahr 2009 sprechen von einem Anstieg der Unfälle auf dem Schulweg auf rund 2.420 Unfälle. Durchschnittlich 12 Schulkinder werden täglich auf dem Schulweg in einen Unfall verwickelt. Bei rückläufigen Schülerzahlen ist ein Anstieg der Schulwegunfälle umso beunruhigender und erfordert mehr Aufmerksamkeit des Senats.

Die Schulen, in Zusammenarbeit mit Lehrern, Eltern, Kindern und Polizei, leisten teilweise vorbildliche Arbeit im Sinne der Schulwegsicherheit, jedoch meist im Bereich der Verhaltensprävention. So können Verkehrslotsen, Verkehrserziehung und andere Projekte teilweise auch bauliche Mängel kompensieren.

Da in der Praxis jedoch beispielsweise Schülerlotsen leider nicht rund um die Uhr eingesetzt werden können, gilt es, eine optimale Kombination zwischen Verhaltensprävention (Verkehrs- und Mobilitätserziehung, besonders gut sichtbare Kleidung) und Verhältnisprävention (Beleuchtung, Übersichtlichkeit und Sicherheit der Straßenübergänge, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Geschwindigkeitsrückmeldungen für Autofahrer) für die einzelne Schule zu finden.

Gerade durch die Ausweitung des Nachmittagsangebots an den Schulen ist auch außerhalb der Kernzeiten mit Schülern zu rechnen. Und der Vorteil von freierer Schulwahl kann zu längeren Schulwegen führen, was die Schulwegsicherheit nicht nachträglich beeinflussen darf.

Doch Schulen brauchen nicht ein Überangebot von schulunspezifischen Möglichkeiten, sondern maßgeschneiderte Konzepte, die in enger Kooperation der Akteure entstehen. Und hiefür brauchen die einzelne Schulen angesichts vieler neuer Herausforderungen auch maßgeschneiderte Hinweise und Rückmeldungen.