Jugendamt

Die Ausstattung der Angebote soll Teamarbeit ermöglichen. Hierzu gehört insbesondere die Umsetzung des Konzepts der so genannten „Tandembildung" zwischen Schule und Träger der freien Jugendhilfe.

· Die Auswahl der Träger erfolgt so, dass sie der notwendigen Differenziertheit und Vielfalt der Angebote und den inhaltlichen Profilen gerecht werden. Dies kann u.a. auch durch die Auswahl mehrerer Träger erreicht werden.

· Jede Schule benennt eine Person aus der erweiterten Schulleitung als Ansprechpartner für Träger der freien Jugendhilfe und bezieht diese darüber hinaus in ihre Arbeit ein. Der Schulträger ist für die materielle Unterstützung hinsichtlich der Ausstattung ­ wie z. B. Räume, Telefon etc. ­ verantwortlich. Konsequenzen hinsichtlich des finanziellen Bedarfs sind zu prüfen.

Erforderliche Beratung wird durch die regionale Fortbildung in Abstimmung mit dem Jugendamt sichergestellt.

· Problematische Konstellationen im Bereich der Schülerinnen und Schüler bzw. der dazu gehörenden familiären Kontexte werden in Kooperation von Schule mit Jugendhilfe unter Beachtung der jeweiligen Eigenverantwortlichkeit gelöst. Hierzu bedarf es der Anwendung von Regelungen zur fallbezogenen Zusammenarbeit von Schule, Jugendamt und Träger. Auf die entsprechende Handlungsempfehlung „Kooperation von Schule und Jugendhilfe zum Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Schwierigkeiten in der emotionalen und sozialen Entwicklung" sowie auf den Handlungsleitfaden zur „Zusammenarbeit zwischen Schulen und bezirklichem Jugendamt im Kinderschutz" wird hingewiesen.

Die Schulleitung trägt hierbei im besonderem Maße die Verantwortung.

Die Ziele, der Umfang und die Bedingungen der Kooperation werden gemäß § 8 (3) SchulG im Schulprogramm konkret aufgenommen. Das Programm ist bzgl. der externen und internen Umfeld- und Rahmenbedingungen regelmäßig zu festgelegten Terminen zu überprüfen, zu modifizieren und weiter zu entwickeln, damit ebenfalls im Hinblick auf die Kooperation ein Optimierungsprozess durchlaufen wird. In diesem Zusammenhang sollten gemeinsame Fortbildungen, Coachings und Super- bzw. im Folgeschritt Intervisionen verpflichtend für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl der Schule als auch des Trägers der freien Jugendhilfe angestrebt werden.

Zum Kern eines bezirklichen Rahmenkonzepts unter Beteiligung des Jugendamtes, der Schulaufsicht (regionale Außenstellen, SenBildWiss) und der Schulträger gehören Aussagen auf strategischer, auf operativer und auf der Projekt- /Einzelfall- /Angebotsebene.

Eine Mustergliederung „bezirkliches Rahmenkonzept" wird von SenBildWiss erarbeitet und mit den Bezirken, dem Landesjugendhilfeausschuss und Landesschulbeirat abgestimmt. Dabei sollen die nachfolgenden fachlichen Vorgaben aufgenommen und präzisiert werden.

Auf strategischer Ebene, d.h. durch eine bezirkliche Betrachtung und die Gliederung in die jeweiligen Sozialräume sowie die Ermittlung der Gesamterfordernisse für die Kooperation von Jugendhilfe und Schule im Bezirk erfolgt die

· Schwerpunktsetzungen beim Mitteleinsatz und die Entscheidung über den kombinierten Einsatz steuerbarer Mittel, wie z. B. aus Programmen wie JSA, dem Ansatz für schulbezogene Jugendarbeit, den „Schülerclubs", sowie den Jugendhilfemitteln der Bezirke im jeweiligen Sozialraum ­ entsprechend der Kategorien „A", „S" und „I",

· Entwicklung einer abgestimmten Bildungsplanung bezogen auf die betreffenden Handlungsfelder der Kategorien „A", „S" und „I",

· Bildung von Indikatoren zur Auswahl von regionalen Schwerpunkten und Schulen, insbesondere in „sozialen Brennpunkten",

· Festlegung der Verantwortlichkeiten zur Sicherstellung und Umsetzung der Kooperation auf den verschiedenen Ebenen.

Auf operativer Ebene, d.h. mit Hilfe einer abgestimmten Maßnahme- und Angebotsplanung im jeweiligen Sozialraum erfolgt die

· Gewährleistung bestehender fachlicher Standards bezüglich Leistungsinhalten und Verfahren ­ d.h. gemeinsame Festlegung der Einhaltung bestehender Empfehlungen zur Schaffung von Verbindlichkeit und Verlässlichkeit,

· Erarbeitung weiterer erforderlicher Verfahrensregelungen ­ wie z. B. Dokumentation von Handlungssträngen bzw. ­abläufen,

· Sicherstellung einer angemessenen Einbeziehung auch von ehrenamtlich getragenen Angeboten; insoweit können auch Angebote wie z. B. von Sportvereinen Gegenstand des bezirklichen Rahmenkonzeptes sein,

· Verständigung über die Auswahlkriterien für die Kooperationspartnerinnen und -partner der Träger der freien Jugendhilfe und

· Überprüfung der Ergebnisse und Wirkungen der Kooperation.

· Auswahl nach Indikatoren von regionalen Schwerpunkten und Schulen, insbesondere in „sozialen „Brennpunkten"

· Konkretisierung der Verantwortlichkeiten zur Sicherstellung und Umsetzung der Kooperation auf den verschiedenen Ebenen

Auf Projekt- /Einzelfall- /Angebotsebene erfolgt die Implementierung bzw. Fortschreibung strukturierender, auch gruppenbezogener Angebote am Ort „Schule" zur Vermeidung von gravierenden Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch Angebote der Kategorien „A", „S" und/oder „I".

Diese drei Ebenen werden durch Verfahren, Gremien, Ansprechpartner, Zuständigkeitsregelungen miteinander verzahnt.

Die Existenz eines bezirklichen Rahmenkonzeptes soll zukünftig Voraussetzung sein, wenn finanzielle Mittel aus Landesprogrammen im Bereich von Kooperationsangeboten genutzt werden sollen (vgl. 3.2.).

Das bezirkliche Gesamtkonzept wird abgestimmt und verantwortet durch die Bezirksstadträtinnen und -stadträte für Schule sowie Jugend unter Beteiligung des bezirklichen Schulund Jugendhilfeausschuss sowie des Bezirksschulbeirats.

Bestandteil des bezirklichen Rahmenkonzeptes ist die Einbeziehung und damit planerische Abstimmung zwischen Jugendamt und Schulen bezogen auf die Angebote von Trägern der freien Jugendhilfe im Rahmen des Ganztags, unabhängig davon ob es sich um Angebote allein auf Grundlage des Schulgesetzes oder (auch) um Angebote nach SGB VIII handelt (vgl. Ausführungen unter 2.1). Entsprechende Vorgaben sind in die Vereinbarungen zur Sicherstellung des Ganztags aufzunehmen.

Die Entwicklung von Angeboten soll durch eine abgestimmte Bildungsplanung von Schule und Jugendhilfe sicher gestellt werden. Die gemeinsame Bildungsplanung soll ebenfalls mit den Planungen der Sozial- und Stadtentwicklungsplanung ­ wie z. B. der Rahmenstrategie „Soziale Stadtentwicklung", den „Aktionsräumen plus", den regionalen Bildungsverbünden oder mit Projekten im Rahmen des Quartiersmanagements ­ abgestimmt sein.

Grundsätze einer kooperativen Finanzierung

Mit der Änderung des § 47 (2) AG KJHG durch Artikel III des „Gesetz zur Einführung der beitragsfreien Förderung im Kindergarten und zur Änderung weiterer Vorschriften" vom 17. Dezember 2009 (GVBl. S. 848) wurde die Möglichkeit der gemeinsamen Finanzierung von Angeboten der Jugendhilfe durch die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und durch die Jugendämter der Bezirke geschaffen. Diese neue Möglichkeit soll für die Entwicklung von Angeboten in den genannten Schwerpunktbereichen genutzt werden. Dabei ist eine Verbesserung der Kooperation durch eine strukturierte Anreizfinanzierung zu unterstützen, bei der Mittel beider Partner ­ d.h. sowohl schulische wie die der öffentlichen Jugendhilfe ­ aufeinander abgestimmt und ggf. kombiniert im Sinne einer gemeinsamen (kooperativen) Finanzierung einfließen.

Hierbei ist der Fokus zunächst auf die Mittel zu richten, die als Grundlage für langfristig ausgerichtete Kooperationsformen und Angebote in Betracht kommen.

Bezogen auf den Mitteleinsatz durch die Jugendhilfe ist neben dem Einsatz von zentralen Landesmitteln auch eine finanzielle Beteiligung der Jugendämter selbst anzustreben.

Die Beteiligung der Schulen an der gemeinsamen Finanzierung von Angeboten ist durch Ressourcen der Schulen im Rahmen der für den Schulbereich gegebenen rechtlichen Möglichkeiten sicherzustellen. Im Bereich der Integrierten Sekundarschule kann das Budget des Ganztages und andere der Schule zur Verfügung stehenden Mittel genutzt werden.

Als Grundlage einer kooperativen Finanzierung durch Schule und Jugendhilfe mit jeweils eigenen Mitteln wird perspektivisch eine Basisausstattung mit Kooperationsmitteln für jede Schule gemäß jeweiliger Schülerinnen- und Schülerzahlen und Sozialfaktoren angestrebt.

Beschreibungen von standardisierbaren Leistungen sollen als Ansatzpunkt der Kalkulation der jeweiligen finanziellen Ausstattungen dienen und die Finanzierung soll generell kooperativ erfolgen ­ d.h. die Angebote werden aus Ressourcen von Schule und Jugendämtern finanziert.

Eine Vorlage für eine Berechnungsgrundlage für den Einsatz der Mittel auf die Bezirke, Schularten und Angebotsformen ­ soweit möglich auf Basis standardisierter Leistungsbeschreibungen ­ und Vorschläge zu Finanzierungsformen ­ wie z. B. Zuwendungen oder Fachleistungsstunden ­ ist zu erarbeiten. Hierbei ist von den vorgelegten Leistungsbe11

Vgl. hierzu das Abkommen für die Jugend vom 17.09.