Jugendamt

Interkulturelle Moderation beinhaltet den Einsatz muttersprachlicher Sozialpädagogen an diesen Schulen, die eine Brückenfunktion zwischen Schülern, Lehrern, Eltern und Wohnquartier wahrnehmen.

4. Leistungsangebot: BVBO ­ Berliner Programm Vertiefte Berufsorientierung Ziel/Aufgabenstellung Projekte des Berliner Programms Vertiefte Berufsorientierung setzen Berufsorientierungsmaßnahmen in allgemein bildenden weiterführenden Schulen um, die eine höhere Berufswahlkompetenz der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler bewirken.

Die bestehenden schulischen Angebote werden dahin gehend ergänzt, dass durch eine individuell ausgerichtete und praxisnahe Berufsorientierung die Chancen für die Schülerinnen und Schüler auf dem Ausbildungs- und Stellenmarkt erheblich verbessert werden. Das Programm zielt insbesondere auf die Vertiefung berufs- und betriebskundlicher Kenntnisse und Erfahrungen in der Arbeitswelt, die vertiefte Eignungsfeststellung, die Verbesserung des beruflichen Entscheidungsverhaltens sowie die Nutzung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten zur Berufswegeplanung und Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. Der Schwerpunkt liegt auf einem hohen Praxisteil, damit den Schülerinnen und Schülern durch praktisches Lernen Berufs- und Studienwelterfahrung ermöglicht wird und sie ihre Neigungen und Fähigkeiten ausprobieren können.

Die Umsetzung erfolgt in Form definierter Bausteine. Sowohl Auswahl als auch Intensität/Dauer/Frequenz des Absolvierens der einzelnen Bausteine des Bausteinpools sind individuell variabel und werden entsprechend den jeweiligen Interessen und Bedarfen der Teilnehmenden angepasst. Um diesen Prozess der Berufsorientierung angemessen dokumentieren und fortschreiben zu können, erlangt der Berufswahlpass eine zentrale Bedeutung. Der Berufswahlpass hat sich als Berufsorientierungsinstrument für Schülerinnen und Schüler bewährt und dient im Rahmen dieses Programms als Leitmedium für die Strukturierung, Reflexion, Lernplanung und Dokumentation des individuellen Berufsorientierungsprozesses der Schülerinnen und Schüler.

Darüber hinaus gibt es lokale Programme der Berufsorientierung in Lichtenberg, Mitte, Marzahn-Hellersdorf.

Standardvorgaben: Gesetzliche Grundlage ist der § 33 im SGB III.

An dem Berliner Programm Vertiefte Berufsorientierung können sich alle allgemein bildenden weiterführenden Schulen Berlins beteiligen. Für Schülerinnen und Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten / Entwicklungsstörungen, die einen hohen sozialpädagogischen Betreuungsbedarf haben, ist dieses Programm primär nicht gedacht. Für diese Schülerinnen und Schüler gibt es berlinweit bereits eine Vielzahl von Unterstützungsmaßnahmen, die speziell für diese Schülerschaft angeboten werden.

Für die Auswahl der teilnehmenden Schulen ist eine Interessenbekundung durch den Schulleiter/die Schulleiterin notwendig. Dieses Verfahren soll sicherstellen, dass die vorgesehene Maßnahme in den jeweiligen Schulen in das schulinterne Berufsorien

tierungscurriculum passt, dieses und bereits bestehende Angebote sinnvoll ergänzt sowie die Bedarfe der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt.

Verbindlichkeitsgrad: hoch Finanzierung:

Die Laufzeit des Berliner Programms Vertiefte Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler begann mit einer Pilotphase ab dem 01.07.2007 für das Schuljahr 2007/08 und einem weiteren Durchgang für das Schuljahr 2008/09. Ein weiterer Durchgang erfolgt im Schuljahr 2009/10. Finanzielle Mittel werden über den Europäischen Sozialfonds (ESF) und die Bundesagentur für Arbeit / Arbeitsagenturen zur Verfügung gestellt.

Laufzeit: 2007 ­ 2010

ESF-Förderung: 3,3 Mio. Bundesagentur für Arbeit / Agenturen für Arbeit: 3,1 Mio. Kategorie „I"(= intensive (familienunterstützende) Betreuungsangebote; z.B. Tagesgruppen nach § 32 SGB VIII)

Vorbemerkung:

Eine verbindliche Grundlage für die Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe gibt es auf der Basis der Leistungsbeschreibungen des BRVJug und der Musterkooperationsvereinbarung zwischen Leistungserbringern im Bereich von Hilfen zur Erziehung. Kooperationen gibt es bisher bei Tagesgruppen nach § 32 SGB VIII und bei der Integrativen Lerntherapie nach § 35a SGB VIII (ILT).

Bei Angeboten nach §§ 33, 34 SGB VIII werden die Pflegefamilien/Einrichtungen (wie „Eltern") natürlich im Einzelfall mit der von ihren Betreuten besuchten Schule kooperieren, hier kann es aber keine verbindlichen Kooperationsgebote geben, da ggf. eine Vielzahl von Schulen beteiligt sind. Grundsätzlich gehören natürlich Themen wie Schuldistanz, Schullaufbahnentscheidungen etc. zum Erziehungsauftrag im Bereich HzE.

Für Hilfen aus dieser Kategorie wird auf die Instrumente der gemeinsamen Bedarfsklärung in der Handlungsempfehlung „Kooperation von Schule und Jugendhilfe zum Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Schwierigkeiten in der emotionalen und sozialen Entwicklung" hingewiesen.

1. Leistungsangebot: Tagesgruppen nach § 32 SGB VIII Ziel/Aufgabenstellung

Die Rahmenleistungsbeschreibung des BRVJug definiert den fachlichen Standard, auf dessen Grundlage die Trägerverträge verhandelt werden. „Primäre Zielstellung ist es, durch gezielte tagesstrukturierende Interventionen in der Gruppe und durch einen intensiven Zugang zu den Familien die Voraussetzungen zum Verbleib der Kinder und Jugendlichen in den Herkunftsfamilien zu sichern. Regelhaft sind daher zukünftig (neben Erziehern/innen und sozialpädagogischer Fachkräfte) begleitend (familien-)therapeutische Fachkräfte vorgesehen. Generell ist eine enge Kooperation zwischen dem Träger, den Eltern und der jeweiligen Schule Grundbedingung für das Gelingen der Erziehungsarbeit im Rahmen einer Tagesgruppe und setzt eine in der Regel wohnortnahe Organisation der Arbeit voraus."

2. Leistungsangebot: Integrative Lerntherapie nach § 35a SGB VIII Ziel/Aufgabenstellung Zielstellung der Hilfe ist insbesondere die Befähigung zur Teilhabe am Leben insbesondere in der schulischen Gemeinschaft, Abbau bzw. Minderung der Beeinträchtigung der sozialen und schulbezogenen Eingliederungsfähigkeit, insbesondere: Verbesserung der Lernvoraussetzungen für jegliches Lernen, Wiederherstellung der Fähigkeit zur erfolgreichen Teilnahme am regulären schulischen Unterricht durch Abbau bzw. Milderung der Entwicklungs- und Lernstörungen und die Stärkung des Selbstwertgefühls durch Einbeziehung der Eltern Standardvorgaben:

Der BRVJug bzw. die Leistungsbeschreibungen enthalten umfassend Aussagen zu Personal, sächlicher Ausstattung, fachlichen Verfahren, Qualitätsentwicklung und Fortbildung, Ausstattung an Personal pro Kind/Jugendlichen: 0,02 Leitung, Koordination und Qualitätsentwicklung, 0,15 staatlich anerkannter/e Erzieher/in, 0,10 staatlich anerkannter/e Diplom-Sozialpädagoge/Diplom-Sozialpädagogin und 0,045 therapeutische Fachkraft. Das Entgelt schließt erforderliche Sachkosten, Sachmittel für hauswirtschaftliche Versorgung, Gruppenreisen/gruppenpädagogische Aktivitäten sowie Mittel für Fortbildung und Qualitätsentwicklung ein. Es kann im Rahmen der Verhandlungen immer auch zu Standardabweichungen kommen, soweit das zuständige Jugendamt eine solche Abweichung befürwortet oder aus einrichtungsspezifischen Gründen (z.B. Investitionsentgelt) eine solche erforderlich ist.

Die „Integrative Lerntherapie" verbindet pädagogische und psychologische Trainingsund Behandlungselemente miteinander. Die Leistung wird erbracht in einem multiprofessionellen Team von approbierten psychologischen Psychotherapeut(inn)en oder approbierten Kinder- und Jugendlichentherapeut(inn)en sowie DiplomPsycholog(inn)en und Lehrkräften mit Hochschulabschluss, alle jeweils mit einer lerntherapeutischen Zusatzqualifikation, die an den Aus- und Weiterbildungsrichtlinien des Fachverbandes für integrative Lerntherapie orientiert ist.. Eine Fachleistungsstunde (FLS) umfasst 60 Minuten. Darin sind enthalten: 0,1 Stellenanteile für Leitung / Koordination / Qualitätsentwicklung, 0,8 approbierte psychologische Psychotherapeut(inn)en oder Kinder- und Jugendlichentherapeut(inn)en, sowie DiplomPsycholog(inn)en und Lehrkräfte mit Hochschulabschluss, alle jeweils mit lerntherapeutischer Zusatzausbildung, Supervision je vollbeschäftigte Fachkraft.

Verbindlichkeitsgrad: hoch: (Rahmenleistungsbeschreibung)

Für Tagesgruppen, in denen auch „beschult" wird, d.h. Schule am anderen Ort durch Lehrkräfte der Kooperationsschule durchgeführt wird (das ist zur Zeit bei 230 Plätzen der Fall), wird eine Kooperationsvereinbarung zwischen Träger, Schule, Schulaufsicht und Jugendamt auf der Grundlage der o.g. Musterkooperationsvereinbarung verbindlich vorausgesetzt. Der Unterricht wird durch Lehrkräfte einer Kooperationsschule in den Räumen eines Jugendhilfeträgers erteilt. Es gelten die Rahmenlehrpläne und Stundentafeln für die allgemeine Schule.