Wohnen

Gutachten, zum nördlich angrenzenden Bebauungsplan 9-16 (Aves et al. 2005) ausgewertet.

Da im Geltungsbereich und angrenzend keine empfindlichen Nutzungen vorhanden sind wurde auf die Erstellung eine Lärmgutachtens verzichtet. Aussagen über die zu erwartende Verkehrbelastung und deren Auswirkungen im Geltungsbereich können auf der Basis des vorliegenden Verkehrsgutachtens für das Entwicklungsgebiet (IVAS/EIBS 2004) getroffen werden.

Die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung wurde, wie für Bebauungspläne in der Entwicklungsmaßnahme üblich, im Rahmen eines gesondert erstellten Gutachtens („Ökologische Eingriffs- / Ausgleichsbewertung zum Bebauungsplan XV-67a", bgmr Landschaftsarchitekten 2008 bearbeitet. Die Ergebnisse werden im Umweltbericht zusammenfassend dargestellt. Das Gutachten enthält eine ausführliche Bewertung möglicher Umweltauswirkungen des Planvorhabens auf den Schutzgutkomplex Naturhaushalt und das Landschaftsbild. Weiterhin beinhaltet das Gutachten die Bewertung der Eingriffe in den geschützten Baumbestand. Zur Beurteilung der Eingriffe in den geschützten Baumbestand wurde eine ältere vorliegende Baumkartierung im Mai 2006 aktualisiert.

Die naturschutzrechtliche Eingriffsbewertung wurde für die Schutzgüter Biotope (Lebensräume für Flora und Fauna), Boden, Wasser und Klima anhand der von AUHAGEN 1993 entwickelten quantitativen Methode zur Eingriffsbilanzierung vorgenommen (vereinfachtes Berechnungsverfahren für die Bebauungspläne im Gebiet der Entwicklungsmaßnahme Johannisthal/Adlershof). Eingriffe in das Landschaftsbild wurden verbal-argumentativ bewertet. Die Eingriffe in den geschützten Baumbestand wurden nach den Vorgaben der Baumschutzverordnung Berlin in ihrer aktuellen Fassung bilanziert.

Für die übrigen im Rahmen der Umweltprüfung betrachteten Schutzgüter erfolgte die Beurteilung der Auswirkungen auf der Basis der ökologischen Risikoanalyse ergänzt durch jeweils geltende fachgesetzliche Vorgaben und fachlich anerkannte Standards oder Richtbzw. Grenzwerte zur Einschätzung von Umweltwirkungen.

- Hinweise zu Schwierigkeiten, weiterer Untersuchungsbedarf

Es sind keine Schwierigkeiten aufgetreten, die die Beurteilung der Erheblichkeit von möglichen Umweltauswirkungen des Planungsvorhabens maßgeblich eingeschränkt haben.

Weiterer Untersuchungsbedarf besteht nicht.

II. 3. 3. 2 Beschreibung der geplanten Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen der Durchführung des Bauleitplanes auf die Umwelt

Die Überwachung der Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, erhebliche Umweltauswirkungen zu vermeiden, obliegt dem Bezirksamt Treptow-Köpenick und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Von Bedeutung sind in diesem Zusammenhang neben der Berücksichtigung der Schutzgebietsbelange (Wasserschutzzone, Überwachung der Einhaltung der geltenden Rahmenbedingungen für eine schadlose Versickerung von Regenwasser, Kap. II.3.2.2.3) die artenschutzrechtlichen Belange (Kapitel II.3.2.6).

- Artenschutz - Monitoring zur Umsetzung der Zauneidechse

Die Erfolgskontrolle der Umsetzungsmaßnahmen für die Zauneidechse ist ein wesentlicher Bestandteil des gemäß § 4c BauGB notwendigen Monitoring für erhebliche planbedingte Umweltauswirkungen. Es soll überprüft werden, ob die Umsiedlungsfläche auch dauerhaft besiedelt wird.

Hierfür ist im direkten Vorfeld der Umsetzung durch eine fachkundige Person die aktuelle Eignung der Umsetzfläche nochmals einzuschätzen, ggf. sind ergänzende Maßnahmen festzulegen. Zum Nachweis der dauerhaften Besiedlung der Fläche sollte eine Beobachtung einen Zeitraum von 5 Jahren abdecken. Nach Vorabstimmung mit der oberen Naturschutzbehörde ist eine erste Begehung im zweiten Jahr nach der Umsetzung und eine abschließende Kontrolle 5 Jahre nach der Umsiedlung zielführend.

II. 3. 3. 3 Zusammenfassung

Mit der durch die Festsetzungen des Bebauungsplanes vorbereiteten Entwicklung von Kernund Gewerbegebieten sind Auswirkungen auf besondere Naturhaushalts- und Erholungsfunktionen im Bereich von Flächen nördlich der Rudower Chaussee verbunden.

Zu beurteilen waren mögliche Beeinträchtigungen in Bezug auf Biotopverbund- und Grünverbindungsfunktionen, wie sie durch übergeordnete Planungen entlang der Bahntrasse und zur Anbindung an den Landschaftspark vorgesehen sind. Weiterhin waren Auswirkungen auf nachgewiesene Vorkommen von Tierarten, die den besonderen Artenschutzbestimmungen gemäß § 44 BNatSchG unterliegen, einzuschätzen und es war zu prüfen inwieweit sich Kompensationsanforderungen aus der naturschutzrechtlichen Eingriffs/ Ausgleichsbewertung einschließlich dem Eingriff in den geschützten Baumbestand ergeben und umgesetzt werden können.

In Bezug auf die abiotischen Naturhaushaltsfaktoren stand aufgrund der Lage der zukünftigen Kern- und Gewerbegebiete im Wasserschutzgebiet die Prüfung von Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt durch die Gebietsentwässerung im Vordergrund.

Mögliche von der Gebietsentwicklung ausgehende Immissionsbelastungen (Verkehrs- und Gewerbelärm) waren nicht zu beurteilen, da weder im Geltungsbereich des Bebauungsplanes noch in seiner Umgebung empfindliche Nutzungen (Wohnen, Einrichtungen der sozialen Infrastruktur) vorhanden sind.

Im Folgenden werden die Ergebnisse der Prüfung für die Schutzgüter zusammengefasst dargstellt, für die erhebliche Auswirkungen festzustellen waren.

Schutzgut Menschen / Erholungsnutzung

Für den Bebauungsplan XV-67a vorrangig zu klären war, ob wichtige durch übergeordnete Planungen vorgegebene Grünverbindungsfunktionen durch die Gebietsentwicklung beeinträchtigt werden. Den Anforderungen an die Umsetzung einer übergeordneten Grünverbindung (Landschaftspark - Bahnhof Adlershof) wird durch einen grüngeprägten sowie fußgänger- und radfahrerfreundlich gestalteten Straßenraum in der Wagner-RegenyStraße Rechnung getragen.

Durch die Festsetzung von besonderen Gestaltanforderungen für den Straßenraum (Einbindung der Vorgartenzonen in den Straßenraum, separate Führung von Fahrbahn, Fußund Radweg) können Gefahrenmomente für Fußgänger und Radfahrer minimiert und durch die mögliche Eingangsgestaltung unter Erhalt der Alteiche an der Kreuzung Rudower Chaussee / Wagner-Regeny-Straße kann die gestalterische Qualität verbessert werden.

Weiterhin wird das Eichenwäldchen südlich der Rudower Chaussee erhalten.

Auch die Inanspruchnahme von Kleingartenflächen für die Gewerbe- und Kerngebietsentwicklung stellt keine erhebliche Beeinträchtigung der Erholungsfunktionen dar, da die Mehrzahl der Parzellen bereits brachliegt und es sich generell nur um eine Zwischennutzung auf bahneigenem Gelände handelt.

Schutzgut Wasser

In Bezug auf das Schutzgut Wasser ist darzulegen, dass mit der Regen- und Schmutzwasserentwässerung in den Kern- und Gewerbegebieten keine Beeinträchtigungen für den Wasserhaushalt (Grundwasser) verbunden sind.

Eine Versickerung von Niederschlagswasser in den Kern- und Gewerbegebieten ist jedoch auch unter den einschränkenden Rahmenbedingungen der Verordnung für das Wasserschutzgebiet in einem Umfang möglich, durch den die Versickerungsleistung in den Baugebieten und damit die Grundwasserneubildung gegenüber dem Status-Quo nicht verschlechtert wird.

Insgesamt gelangt auch zukünftig das Wasser von max. etwa 88 % der Bauflächen zur Versickerung. Abgeleitet wird lediglich das Wasser von 12 % der Gesamtfläche. Bedingt durch einen zukünftig geringeren Vegetationsanteil in den Baugebieten wird sich der Versickerungsanteil des anfallenden Regenwassers im Vergleich zur Bestandssituation erhöhen. Da das Regenwasser nur von 12 % der Flächen abgeleitet wird, ist dann insgesamt von einer Aufrechterhaltung des Status-Quo in Bezug auf die Versickerung und die Grundwasserneubildung auszugehen. Negative Einflüsse auf den Grundwasserhaushalt können vermieden werden. Auch im Bereich der Straßen verändert sich der Status-Quo nicht wesentlich, da das Wasser der Rudower Chaussee und der Wagner-Regeny-Straße bereits im Bestand abgeleitet wird, die Straßenverbreitung sich auf das Ableitungsvolumen nur geringfügig auswirkt und das Wasser der neuen Erschließungsstraße vor Ort zur Versickerung gebracht werden kann.

Schutzgut Tiere und Pflanzen / Eingriffsbewertung

Im Ergebnis der naturschutzrechtlichen Eingriffs- / Ausgleichsbewertung werden ausgehend von den bereits nach § 30 oder 34 BauGB im Gebiet zulässigen Eingriffen zunächst folgende erhebliche Umweltauswirkungen festgestellt.

Im Entwicklungsgebiet beträgt die durch die Baugebiete und Straßen verursachte Zunahme an zulässiger überbaubarer Fläche 1,7 ha. Auf der Basis der Bilanzierungs-Methodik nach AUHAGEN ergibt sich daraus eine Reduzierung der Naturhaushaltswertigkeit auf 54 %.

Im Bereich der zur Freistellung vorgesehenen planfestgestellten Bahnflächen ist eine Zunahme der zulässigen überbaubaren Fläche von 0,25 ha zu verzeichnen. Auf der Basis der Bilanzierungs-Methodik nach AUHAGEN ergibt sich daraus eine Reduzierung der Naturhaushaltswertigkeit auf 48 %.

Unter Berücksichtigung der ökologischen Standards im Entwicklungsgebiet (textliche Festsetzungen zur Begrenzung der GRZ-Überschreitung für Nebenanlagen auf 20 %; anteilige Dachbegrünung [30 % der Dachflächen]; Begrünung der nicht überbaubaren Flächen; anteilige Regenwasserversickerung [nur versickerungsfähiges Regenwasser von Dachflächen]) wird die Zunahme an zulässiger überbaubarer Fläche im Entwicklungsgebiet auf 1,1 ha reduziert und es wird für die Naturhaushaltsfunktionen ein Wertgewinn von 9 % bereits erreicht.

Dabei wird der jedoch der Verlust der Grünfläche im bisherigen Geltungsbereich des Bebauungsplanes XV-68a (Ostfuge) im Bebauungsplan XV-67a nicht gleichwertig ersetzt.

Ein gleichwertiger Ersatz ist jedoch im Rahmen der Gesamtausgleichskonzeption (vgl. Einleitung Umweltbericht) gewährleistet. Im nördlich angrenzenden Bebauungsplan 9-16 wurde die Ostfuge in veränderter Lage in bisherigem Umfang als naturnahe Grünfläche festgesetzt.