Der SBahnhof Adlershof wird derzeit um und ausgebaut

Die westlich anschließenden Abschnitte sind in den Bebauungsplänen XV-67b und XV-67c festgesetzt worden und wurden bereits realisiert.

Der S-Bahnhof Adlershof wird derzeit um- und ausgebaut. Mit dem Umbau wurde im Sommer 2006 begonnen, die Fertigstellung ist für 2011 vorgesehen. Gestalterisch und funktional entsprach der Bahnhof nicht mehr den zukünftigen Anforderungen. So soll ein direkter nördlicher Zugang zum S-Bahnhof gebaut werden, der den Nutzern der Bahn eine Querung der Rudower Chaussee erspart. Der Straßenausbau im Bereich der Eisenbahnüberführung erfolgte in enger Abstimmung mit der Planfeststellung. Die rechtliche Sicherung für die Änderung der Bahnanlagen (Brückenaufweitung und Rückbau von Gleisanlagen) ist im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens mit Beschluss vom 10. Oktober 2005 erfolgt, so dass hier keine Freistellung von der Planfeststellung gemäß § 23 AEG mehr erfolgen muss. Der Rückbau des Bahnhofsgebäudes und der Teilbereiche der ursprünglichen Böschungen sowie die provisorische Verlegung des Bahnsteiges und sonstige Änderungen an den Bahnanlagen einschließlich der Straßenbahnanlagen sind bereits vorgenommen worden.

Für den Bereich der Rudower Chaussee unterhalb der Brücke ist eine Straßenbreite von insgesamt 49,60 m vorgesehen, damit nördlich und südlich der Widerlager der Brücke ausreichend Raum für die Fußgänger geschaffen wird. Diese so genannten „Arkadendurchgänge" haben sich gegenüber einer größer dimensionierten Aufweitung der Brücke als deutlich kostengünstiger erwiesen. Die Zugänge zu den Bahnsteigauf- und abgängen erfolgen von den Arkadendurchgängen aus. Im Süden wird ein Aufzug in die Arkadierung hineinragen und die Gehwegbreite punktuell einschränken. In der Straßenbreite von 49,60 m sind sowohl Widerlager und Stützenreihen als auch die Straßenbahntrasse mit einer Bus und Bahn kombinierten Haltestelle enthalten.

Im westlich anschließenden Verlauf ist die Straßenverkehrsfläche mit ca. 42 m schmaler als unterhalb der Brücke, da hier keine Stützen etc. in den Straßenraum integriert werden müssen. Der Straßenraum hat kein durchgängig breites Profil, sondern weitet sich zur Straßenkreuzung Rudower Chaussee / Wagner-Regeny-Straße hin wieder auf.

Die Regelaufteilung der Rudower Chaussee sieht je Fahrtrichtung 6 m Fahrbahn vor, eine 12 m breite Mittelinsel als Straßenbahnvorhaltetrasse, je 7,20 m Geh- und Radweg mit Baumscheiben in unterschiedlicher Aufteilung sowie einen 2,00 m breiten Parkstreifen auf der nördlichen Seite.

Die Kerngebietsfläche springt gegenüber der Brückenaufweitung zwar vor, braucht aber nicht mit einem Gehrecht belastet werden. Mit einer Breite von mindestens 4,0 m sind die Gehwege hinsichtlich der verkehrlichen Anforderungen ausreichend dimensioniert. Die Festsetzung von Arkaden erfolgt somit primär nicht aus verkehrlichen, sondern aus gestalterischen Erwägungen heraus.

Auf der gegenüberliegenden Seite kann die öffentliche Parkanlage in einem Randbereich auch gestalterisch für die Nutzung durch Fußgänger mit einbezogen werden. Dieser Bereich wird jedoch als öffentliche Parkanlage und nicht als Straßenverkehrsfläche festgesetzt, um den Parkcharakter in den Vordergrund zu stellen und den vorhandenen Baumbestand zu schonen.

Es verkehren mehrere Buslinien in der Rudower Chaussee. Im Bereich der Überführung Rudower Chaussee ist eine kombinierte Straßenbahn- und Bustrasse in Mittellage geplant.

Hier sollen die in Richtung Adlergestell fahrenden Busse die Haltestelle der Straßenbahn mitnutzen können, während die Haltestellen für die in das Entwicklungsgebiet fahrenden Busse auch künftig am nördlichen Rand der Rudower Chaussee angeordnet werden.

Die Straßenbahn soll vom S-Bahnhof Adlershof über die Wissenschaftsstadt und den GroßBerliner-Damm bis zum Bahnhof Schöneweide verlängert werden. Für den Abschnitt bis in die Wissenschaftsstadt ist das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. Die Straßenbahntrasse ist im Straßenprofil der Rudower Chaussee berücksichtigt.

Die verkehrplanerischen Untersuchungen, die von der Adlershof Projekt GmbH im Jahr 2004 bzw. 2006 in Auftrag gegeben wurden, haben folgende Ergebnisse erbracht:

In einer Verkehrszählung wurde für die Rudower Chaussee nördlich der Straße Am Studio eine Belastung von 16.500 Kfz/24h ermittelt. Dieser Wert wird sich laut dieser Untersuchung bis zum Prognosejahr 2015 auf ca. 13.100 Kfz/24h reduzieren, da mit dem fertig gestellten Ausbau des Ernst-Ruska-Ufers und der Köpenicker Straße sowie der geplanten Bundesautobahn bis Schönefeld, die Belastungen im Bereich Adlershof insgesamt abnehmen werden. Die Bundesautobahn A 113 wurde am 23.05.2008 bis Waltersdorf dem Verkehr übergeben.

Im StEP Verkehr ist die Rudower Chaussee folgerichtig sowohl im Bestand 2002 als auch in der Planung 2015 nur als übergeordnete Straße der Stufe II (örtliche Straßenverbindung) enthalten. Der FNP stellt die Rudower Chaussee nicht dar.

Wagner-Regeny-Straße

Neben der Festsetzung eines Abschnittes der Rudower Chaussee ist die Festsetzung eines Abschnittes der Wagner-Regeny-Straße als Teil einer Verbindung zwischen der Rudower Chaussee und dem Groß-Berliner Damm mit vorrangiger Erschließungsfunktion der angrenzenden Baugebiete ein Planungsziel dieses Bebauungsplanes. Durch die Verengung des Groß-Berliner Damms zwischen der Rudower Chaussee und der Pfarrer-GoosmannStraße auf Grund des vorhandenen Gebäudebestandes kann hier der Verkehr nicht im erforderlichen Umfang abgewickelt werden. Die Parallelverbindung zum Groß-Berliner Damm über die Wagner-Regeny-Straße und Georg-Schendel-Straße ist erforderlich, um das Verkehrsaufkommen bewältigen zu können, das sich aus der Verbindung zwischen den Ortsteilen Adlershof und Johannisthal ergibt.

Die Wagner-Regeny-Straße war eine der Privatstraßen, die die Kasernenflächen nördlich der Rudower Chaussee erschlossen haben. Mit 7 m Fahrbahn und einem einseitigen Gehweg diente sie ausschließlich der inneren Erschließung. Entsprechend ihrer voraussichtlichen Verkehrsbelastung von ca. 3.200 Kfz pro Tag wird sie in einer Breite von 21,0 m als öffentliche Straßenverkehrsfläche festgesetzt. Eine Versickerung des Oberflächenwassers ist auf Grund der voraussichtlichen Verkehrsbelastung von mehr als 2.000 Kfz pro Tag nicht zulässig.

Der Straßenquerschnitt der Wagner-Regeny-Straße von 21,0 m ist aufgeteilt in eine 6,50 m breite Fahrbahn mit je 2 m Parkstreifen und beidseitigen Baumpflanzungen sowie je 1,6 m Radweg mit 0,9 m Sicherheitsstreifen und schließlich je 2,75 m Gehweg. In der Straßenplanung konnten auch bestehende Bäume berücksichtigt werden. Eckabschrägungen der Fahrbahnen der in die Wagner-Regeny-Straße einmündenden Straßen (PfarrerGoosmann-Straße, Hans-Schmidt-Straße und Merlitzstraße) können innerhalb der als Straßenverkehrsfläche festgesetzten Flächen vorgenommen werden.

Mit der Ausbaumaßnahme ist im August 2006 auf Basis einer Genehmigung des Straßenbaus gemäß § 125 Abs. 2 BauGB begonnen worden. Die Straße ist bis zur PfarrerGoosmann-Straße dem öffentlichen Verkehr übergeben worden. Die gilt auch für die einmündenden Straßen Pfarrer-Goosmann-Straße und Merlitzstraße. Der weitere nördliche Verlauf der Wagner-Regeny-Straße wird im angrenzenden Bebauungsplan XV-55c durch Straßenbegrenzungslinie festgesetzt.

Planstraße Nord 17

Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes XV-67a ist die Stichstraße insbesondere zur rückwärtigen Erschließung des Kerngebietes MK 2 erforderlich. Aus verkehrlichen Gründen ist die Erschließung des Kerngebiets MK 1 von der Rudower Chaussee aus nicht möglich, deshalb schließt der Bebauungsplan Ein- und Ausfahrten in diesem Bereich aus (vergleiche II.4.10). Die Planstraße Nord 17 strukturiert die Baugebiete nordöstlich der Wagner-Regenystraße, in dem sie die Straßenflucht der Hans- Schmidt-Straße aufnimmt.

Die Planstraße Nord 17 ist in einer Breite von 20,0 m mit einem Wendebereich von 22,0 m Breite konzipiert, der für die Realisierung eines durchgängigen Kreises mit einem 22 m breiten Durchmesser ausreichend ist. Alle übrigen Erschließungsmaßnahmen innerhalb der Baugebiete sind vom Grundstückseigentümer vorzunehmen.

Verkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung

Die Verkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung „Fuß- und Radwegebereich" dient als Zugangsfläche für den S-Bahnhof Adlershof und wird im angrenzenden Geltungsbereich des Bebauungsplanes XV-51a fortgesetzt bis zum östlichen S-Bahnausgang, wo sich auch die Fahrradabstellanlage befindet. Die Fläche hat nicht die repräsentative Ausstattung eines Bahnhofsvorplatzes, so dass die gewählte Zweckbestimmung dem Charakter der Fläche entspricht.

Einteilung der Straßenverkehrsfläche und der Verkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung

Die textliche Festsetzung Nr. 21 stellt klar, dass der Bebauungsplan durch den Bezug zur Planunterlage keine Einteilung der Straßenverkehrsfläche und der Verkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung vornimmt. Es werden lediglich die Straßenbreiten festgesetzt.

Die in dieser Begründung dargelegten Straßenprofile dienen nur der Information; sie sind nicht verbindlich. Im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme sind jedoch ein Verkehrskonzept und Konzepte zur Gestaltung des öffentlichen Raumes erstellt worden, für deren Umsetzung Konsens besteht.

II. 4. 11 Bereich ohne Ein- und Ausfahrt

Im Straßenabschnitt zwischen dem S-Bahnhof Adlershof und der Wagner-Regeny-Straße soll ein Bereich ohne Ein- und Ausfahrt bzw. Überfahrten festgesetzt werden. Bei dem betreffenden Straßenabschnitt handelt es sich um das Eingangstor in den Entwicklungsbereich, der von den Anwohnern, Berufstätigen und Studierenden stark frequentiert wird und dessen Aufenthaltsqualität durch Ein- und Ausfahrten nicht beeinträchtigt werden soll. Die Erschließung der Grundstücksflächen ist durch die Wagner-Regeny-Straße und die Planstraße Nord 17 gesichert. Des Weiteren dient das Verbot von Ein- und Ausfahrten dazu, diesen sehr stark belasteten Straßenabschnitt von Rückstau und Abbiegeverkehr frei zu halten, der bei Zu- und Ausfahrten auftreten kann.

Darüber hinaus würden Ein- und Ausfahrten den städtebaulichen Erfordernissen und Zielen, die sich in der textlichen Festsetzungen Nr. 16 niedergeschlagen hat, zuwiderlaufen. Auch soll der zukünftige Platzbereich mit der vorhandenen Eiche, die zur Festsetzung vorgesehen ist, in einer Qualität gestaltet werden, die eine Befahrbarkeit nicht gestattet. Damit wird gleichzeitig der Wurzelbereich geschützt. Schließlich spricht die Anordnung der Busaufstellflächen gegen die Zulässigkeit von Ein- und Ausfahrten.

II. 4. 12 Informationsstelen

Zur gestalterischen Aufwertung des Eingangsbereiches des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Adlershof (WISTA) sollen im Bereich der neu geschaffenen Überführung der Rudower Chaussee am S-Bahnhof Adlershof zwei Stelen, die die öffentlichen Straßenverkehrsflächen tangieren, aufgestellt werden.