Rahmenkonzepts für die HIV-/AIDS-Prävention

„Der Senat wird aufgefordert, dem Abgeordnetenhaus von Berlin einen Bericht über die Weiterentwicklung der HIV-/AIDS-Präventionsstrategie und die Erarbeitung eines „Rahmenkonzepts für die HIV-/AIDS-Prävention" vorzulegen. In diesen Bericht sollen die Ergebnisse der Evaluation des Handlungsfeldes HIV/AIDS im Integrierten Gesundheitsvertrag (IGV) einfließen.

Das Konzept soll folgende Punkte enthalten:

Neue umfassende Präventionsstrategien entwickeln: Die bestehenden Präventionsstrategien sind auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und unter Einbeziehung des Diversity-Ansatzes kultursensible Konzepte für die spezifischen Zielgruppen, also Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) sowie für Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund, zu entwickeln. Dabei ist insbesondere die Zunahme von Begleiterkrankungen zu berücksichtigen.

Überprüfung der Versorgungsstruktur für HIV-Infizierte bzw. AIDSErkrankte: Der Senat soll in seinem Konzept auch die Qualität der Versorgungsstruktur für HIV-Erkrankte bzw. AIDS-Erkrankte durch die unterschiedlichen freien Träger, Organisationen, Ärzte, Krankenkassen und Verbände sowie deren Zu1

Bei der Erstellung dieses Berichtes ist durch den Senat auf eine Einbeziehung der in der AIDS-Hilfe engagierten Organisationen und Träger, der Zentren für sexuelle Gesundheit und Familienplanung sowie der in Berlin vertretenen Krankenkassen zu achten. Die Positionen dieser Institutionen sind im Bericht kenntlich zu machen.

Im Rahmen des Berichtes soll geprüft werden, ob es Möglichkeiten zur neuen finanziellen Schwerpunktsetzung gibt, die im bis Ende 2010 geltenden Integrierten Gesundheitsvertrag (IGV) zur Stärkung der HIV/AIDS-Prävention beiträgt.

Schnelltestangebot sicherstellen: Als niedrigschwelliges Angebot werden zielgruppen- und bedarfsgerecht HIV- und Syphilis-Schnelltests verbunden mit ausführlicher Beratung angeboten.

Darüber hinaus wird der Senat aufgefordert, gemeinsam mit den Sozialpartnern geeignete Maßnahmen zu entwickeln, die der Stigmatisierung von HIVInfizierten und AIDS-Erkrankten insbesondere in der Arbeitswelt entgegenwirken können.

Aufklärung in der Schule: Der Senat hat dafür Sorge zu tragen, dass alle Berliner Schülerinnen und Schüler jeweils mindestens einmal in ihrer Grund- und weiterführenden Schullaufbahn über sexuell übertragbare Krankheiten informiert werden.

Altersgerechte Kommunikationslösungen zur Aufklärung: Um Kinder und Jugendliche darüber hinaus gezielt zu erreichen, bedarf es internetbasierter Kommunikationskanäle. Hier kommt es insbesondere auf die hierfür typische Anonymität an.

Der Bericht soll dem Abgeordnetenhaus bis spätestens 31.5.2009 vorgelegt werden."

Hierzu wird berichtet: HIV und Aids stellen auch nach über 20 Jahren große Herausforderungen an das Gesundheitssystem. Einerseits hat der medizinische Fortschritt zu längeren Überlebenszeiten und einer deutlichen Zunahme der Lebensqualität Betroffener geführt.

Andererseits haben sich dadurch aber auch die Anforderungen an die an Prävention und Versorgung Beteiligten deutlich verändert: In der Präventionsarbeit müssen sexuell übertragene Infektionen (STI), aber auch Hepatitiden in den Konzepten Berücksichtigung finden; die Versorgung und Beratung von Klienten ist geprägt durch ein Anwachsen der Zahl der Betroffenen bei höchstens gleichbleibendem Ressourcenaufkommen.

Damit ist auch eine der zentralen Weiterentwicklungen der HIV/AidsPräventionsstrategie in den letzten Jahren genannt, nämlich der Einbezug von sexuell übertragbaren Infektionen und Hepatitiden in die Präventionsarbeit von freien Trä2