Einleitung Trotz aller medizinischen Fortschritte ist die Krankheit Aids noch immer nicht

Einleitung

2. Ausgangslage

HIV/Aids in Deutschland ­ Epidemiologische Entwicklungen

Rechtliche Grundlagen

HIV-/Aidsbekämpfungsstrategie der Bundesregierung

Hauptakteure

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) e.V.

Robert Koch-Institut Berlin (RKI)

3. Bedingungen in Berlin

3. Einleitung

Trotz aller medizinischen Fortschritte ist die Krankheit Aids noch immer nicht besiegt.

Mehr als 33 Mio. Menschen sind mittlerweile weltweit mit dem tödlichen HI-Virus infiziert; pro Minute infizieren sich weltweit 5 Menschen mit HIV.

Sowohl im weltweiten als auch im westeuropäischen Vergleich liegen die HIVInfektionszahlen in Deutschland auf relativ niedrigem Niveau, was als eine unmittelbare Folge der frühzeitig begonnenen, umfassenden und nachhaltigen Präventionsanstrengungen auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene anzusehen ist.

Der schnelle Aufbau einer geeigneten Infrastruktur, die enge Kooperation von staatlichen und nicht-staatlichen Einrichtungen sowie gemeinsam getragene Botschaften und das Zusammenspiel des Handelns der Kooperationspartner auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene verhinderten, dass sich die Infektion von den Hauptbetroffenengruppen in die Allgemeinbevölkerung ausbreiten konnte.

In Deutschland wurde darüber hinaus frühzeitig eine klare Arbeitsteilung zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen vorgenommen: die Präventionsarbeit für die Allgemeinbevölkerung obliegt staatlichen Organisationen, während die Präventionsarbeit für die Hauptbetroffenengruppen durch nicht-staatliche Organisationen erfolgt.

Trotz des Erfolgs, dass sich die HIV-Infektion nicht als Epidemie über die Bevölkerung in Deutschland ausgebreitet hat, ist in den letzten Jahren insbesondere in Großstädten wie Berlin vor allem bei Männern, die Sex mit Männern (MSM) haben, ein Anstieg der HIV-Neuinfektionen sowie auch von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) und Hepatitisinfektionen zu verzeichnen.

Die gestiegene Zahl der HIV-Neudiagnosen macht eine verstärkte Präventionsarbeit notwendig. Die gleichzeitig mit dem medizinischen Fortschritt einhergehende längere Lebenserwartung führt auch zu einem Anstieg des Beratungsbedarfs hinsichtlich des Lebens mit einer HIV-Infektion und Aids-Erkrankung.

In Bezug auf den Anstieg erkannter Neuinfektionen bzw. Neudiagnosen zeigt die Interpretation epidemiologischer Daten dabei deutlich auf, dass eine sinnvolle Prävention zu HIV/Aids nur in Verbindung mit gleichzeitiger STI-Prävention erfolgreich sein kann.

Es gilt, Antworten zu finden auf die „Normalisierung von Aids: Aus einer drohenden Katastrophe für die gesamte Zivilisation ist ein für Public Health und medizinische Versorgung kontrollierbares und beherrschbares Problem geworden" (Rosenbrock, 2009). Dannecker, 2006, definiert das „neue" Aids wie folgt: „Im psychischen Haushalt der Menschen ist die Gesunderhaltung und nicht mehr wie vordem die Abwehr des Todes zum Gravitationszentrum der Prävention geworden."

Dieses Rahmenkonzept soll dazu beitragen, einem weiteren Anstieg der HIVNeuinfektionen sowie einem Anstieg sexuell übertragbarer Infektionen und Hepatitisinfektionen wirksam zu begegnen.