Forschung

2.4. Hauptakteure

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Die massenmedialen Maßnahmen der BZgA haben in der Bevölkerung einen hohen Bekanntheitsgrad erzielt.

1987 startete die nationale Aidspräventionskampagne GIB AIDS KEINE CHANCE, die in den Folgejahren dazu führte, dass sich bis heute in Deutschland die Akzeptanz und Nutzung von Kondomen immer stärker durchgesetzt haben. Das bekannteste Element von GIB AIDS KEINE CHANCE ist die „machs mit"-Kampagne, in deren Mittelpunkt der Schutz durch Kondome steht und deren Motive immer wieder neu gestaltet werden.

Zur Sommersaison 2010 wurden Motive wie Strandkorb, Gartenparty oder Zelt entwickelt, mit denen verschiedene Zielgruppen angesprochen werden: Jugendliche, nicht monogam lebende Erwachsene, Freier, MSM und andere Gruppen.

Neben der massenmedialen Aufklärung bietet die BZgA auch persönliche Telefon- oder Internetberatung an und führt Großveranstaltungen wie z. B. die Ausstellung „LiebesLeben" oder die Jugendfilmtage durch.

Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) e.V.

Die Deutsche AIDS-Hilfe fokussiert sich in ihrer Arbeit auf bestimmte Zielgruppen wie MSM, Migrant(inn)en, Drogenkonsument(inn)en, Sexarbeiter(innen) sowie Menschen, die in Haftanstalten untergebracht sind.

Im Herbst 2008 startete die DAH mit der bundesweiten Kampagne „Ich weiß, was ich tu" (IWWIT-Kampagne), die erste Präventionskampagne, die sich speziell an die Gruppe der MSM richtet. Ausgangspunkt der Kampagne war der Neuanstieg der Infektionen in der Gruppe der MSM. Schlechteres Schutzverhalten und die Tatsache, dass HIV-Infektionen nicht mehr automatisch als lebensbedrohend empfunden werden, wurden zunächst als Ursachen vermutet. Zum einen wird heute eine höhere Vulnerabilität von MSM, sich mit HIV zu infizieren, angenommen, wenn vorausgehende STI erworben wurden. Zum anderen liegt eine erhöhte Testbereitschaft in der Gruppe der MSM vor, was unter anderem auf die verbesserten Therapiemöglichkeiten und die damit einhergehende längere Lebenserwartung zurückzuführen ist. Die Kampagne setzt sich zum Ziel, zur Stärkung der Prävention von Neuinfektionen mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen bei MSM beizutragen. Nach wie vor schützt sich die Mehrheit der MSM vor HIV; dabei kommen aber vermehrt Risikomanagementstrategien zum Tragen, die sehr persönlich und individuell sind. MSM sollen ermutigt werden, ihrer Lebenssituation angemessene HIV-Präventionsstrategien zu identifizieren und anzuwenden. Informierter Umgang mit HIV-Risiken ist hierfür eine Grundvoraussetzung; die Kampagne versteht sich somit als Antwort auf die mit den Veränderungen bezüglich der Behandelbarkeit von HIV-Infektionen einhergehenden neuen Herausforderungen an die HIV-Prävention. Die Kampagne ist multimedial angelegt und wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Robert-Koch-Institut Berlin (RKI)

Nach § 4 des Infektionsschutzgesetzes hat das RKI die Aufgabe, Konzeptionen zur Vorbeugung übertragbarer Krankheiten sowie zur frühzeitigen Erkennung und Verhinderung der Weiterverbreitung von Infektionen zu entwickeln. Dies schließt die Entwicklung und Durchführung epidemiologischer und laborgestützter Analysen sowie Forschung zu Ursachen, Diagnostik und Prävention übertragbarer Krankheiten ein.

Das RKI arbeitet mit den jeweils zuständigen Bundes- und Landesbehörden, den nationalen Referenzzentren, weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen und Fachgesellschaften sowie internationalen Organisationen und Behörden zusammen und nimmt die Koordinierungsaufgaben im Rahmen des Europäischen Netzes für die epidemiologische Überwachung und Kontrolle übertragbarer Krankheiten wahr.

Des weiteren fasst das RKI u. a. die nach IfSG zu übermittelnden Meldungen von Krankheiten sowie Nachweisen von Krankheitserregern (u. a. Hepatitis A, B, C, D,E; Syphilis, HIV) zusammen, wertet die Meldungen infektionsepidemiologisch aus und veröffentlicht diese periodisch in epidemiologischen Bulletins.

3. Bedingungen in Berlin 3. erst im Jahr 2009 ist ein leichter Abfall auf rund 72% zu verzeichnen. Der prozentuale Anteil der MSM in der Gesamtgruppe aller Neudiagnosen liegt damit für Berlin noch einmal um ca. 10% über dem Wert für die gesamte Bundesrepublik Deutschland. es bleibt aber zu konstatieren, dass der Anteil der MSM seit 2001 kontinuierlich und deutlich angestiegen ist. 2001 war nur jeder zweite Fall dieser Gruppe zuzuordnen, derzeit sind es bereits 4 von 5 Fällen.

Für die Hepatitiden sollen hier die übermittelten Hepatitis C-Fälle dargestellt werden.

Dabei kann aufgrund der Datenerhebung nur die Anzahl und der Anteil der Männer an den übermittelten Fällen wiedergegeben werden, da eine weitergehende Kategorisierung nicht erfolgt.